"Wie auf Eis": Honda-Fahrern fehlt im Nassen Grip am Hinterrad

Alex Marquez, Takaaki Nakagami und Pol Espargaro fahren im verregneten Le Mans in die Top 10 - Alle drei sehen ein Problem, das sich im Nassen verstärkt

"Wie auf Eis": Honda-Fahrern fehlt im Nassen Grip am Hinterrad

Honda belegte beim Flag-to-Flag-Rennen in Le Mans mit Alex Marquez, Takaaki Nakagami und Pol Espargaro die Plätze sechs, sieben und acht. Marc Marquez lag nach dem Motorradwechsel auf Regenreifen in Führung, schmiss dann aber alle Chancen ins Kiesbett. Danach lag Nakagami eine Weile auf dem dritten Platz.

Als die Strecke komplett nass war, war der Japaner von der achten bis zur 14. Runde auf Kurs zu seinem ersten Podestplatz. "Nachdem Marc gestürzt ist, war ich Dritter. Es waren aber noch 17 Runden zu fahren und ich dachte mir schon, dass ein Podestplatz schwierig werden würde."

Denn Nakagami war sich der Probleme der RC213V bewusst: "Im Nassen fehlt uns die Pace für das Podium. Honda hat im Regen Schwierigkeiten mit dem Grip am Hinterreifen. Es fühlte sich wie auf Eis an. Ich hatte hinten gar keinen Grip."

"Als es dann trockener wurde, konnte ich Zarco und den anderen Fahrern nicht folgen. Es ist etwas enttäuschend. Man hat im Warm-up gesehen, dass Pol und Marc exakt gleich gestürzt sind. Die Honda-Familie muss gemeinsam verstehen, was im Nassen passiert."

Traktion auch im Trockenen nicht optimal

Espargaro, der in Le Mans zum ersten Mal mit der Honda im Regen gefahren ist, stimmt Nakagami zu: "Ja, das ist ein Problem. Wir haben hinten keine Traktion, speziell wenn das Motorrad geradeaus fährt. Man fährt ständig am Limit von Grip und Traktion."

Pol Espargaro

Pol Espargaro fand zumindest seine Pace im Trockenen in Ordnung

Foto: Motorsport Images

"Deswegen ist es schlimmer, weil man ständig in Sturzgefahr ist. Wir haben das Problem seit Jahresanfang. In Schräglage haben wir zum Beispiel in Katar weniger Grip gehabt als Ducati. Auch im Nassen hat Ducati eine bessere Traktion."

Härterer Hinterreifen riskant - Marc Marquez stürzt zweimal

Nakagami, Espargaro und Alex Marquez rückten allesamt mit dem weichen Hinterreifen aus. Das machte die zweite Rennhälfte schwierig, als die Strecke immer trockener wurde. Ein Wechsel auf Slicks hätte aber zu viel Zeit gekostet.

 

"Bis acht Runden vor Rennende war es der richtige Reifen und meine Pace war gut", schildert Alex Marquez. "Als mich Petrucci überholt hat, konnte ich nichts machen. Auf der Geraden war ich chancenlos, weil der Hinterreifen durchgedreht hat."

Lediglich Marc Marquez hatte sich für den härteren Regenreifen entschieden. War das richtig? "Das wäre sehr riskant gewesen, weil dieser Reifen nicht gut genug war", findet Espargaro. "Deshalb haben wir zwei Stürze von Marc gesehen."

Alex Marquez: Schlechteres Gefühl als im Vorjahr

Dass Honda den Hinterreifen nicht optimal nutzen kann, ist seit vergangenem Jahr bekannt. Im Nassen verstärken sich diese Traktionsprobleme noch. Im Vorjahr fuhr Alex Marquez im verregneten Le Mans als Zweiter auf das Podest.

Aktuell hat er größere Schwierigkeiten mit dem Handling: "Mit unserem Paket fühle ich mich nicht wirklich gut am Kurveneingang. Im Vorjahr war das anders. In Mugello müssen wir das mehr verstehen. Hoffentlich bin ich dort ab dem ersten Training etwas konkurrenzfähiger."

Alex Marquez

Alex Marquez konnte seinen Podestplatz vom Vorjahr nicht wiederholen

Foto: Motorsport Images

Als Gesamtfazit von Le Mans will Espargaro nicht alles schlecht sehen: "Das Wochenende war gut. Im Trockenen war ich immer in den Top 5. Man sollte nicht immer nur über das Negative sprechen. Viele Leute sind nicht ins Ziel gekommen. Ich wurde mit einem schlechten Gefühl Achter."

In der Fahrer-WM ist Nakagami nach fünf Rennen mit 28 WM-Punkten Neunter, Espargaro folgt als Zehnter. In der Markenwertung ist Honda auf dem vierten Platz.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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