"Wusste, dass es nicht die Pole war": Jorge Martin kürzt Strecke absichtlich ab

Jorge Martin kürzt im Qualifying die Strecke ab und stellt überlegene Poleposition auf - Dass ihm die Zeit gestrichen wird, war dem Rookie sofort klar

"Wusste, dass es nicht die Pole war": Jorge Martin kürzt Strecke absichtlich ab

Im ersten Moment hatte es den Anschein, dass Jorge Martin seine dritte Poleposition hintereinander erobert hat. Nachdem der MotoGP-Rookie in beiden Spielberg-Rennen vom besten Startplatz gestartet war, leuchtete sein Name auch im Silverstone-Qualifying auf Platz eins auf.

Mit 1:58.008 Minuten war Martin deutlich schneller als der Rest. Im Timing betrug sein Vorsprung auf Pol Espargaro (Honda) acht Zehntelsekunden. Es kamen Zweifel auf, ob alles mit rechten Dingen zugegangen war.

Er nahm die Abkürzung absichtlich, um sich für die nächste Runde gut zu positionieren: "Ich habe mir eine gute Position auf der Strecke gesucht. Ich war hinter Marquez und dachte mir, das ist der optimale Platz für die letzte Runde." Er wollte näher an den Honda-Piloten herankommen.

"Ich wusste sofort, dass das nicht die Poleposition war", sagt Martin, der in der Auslaufrunde auch nicht in Jubel ausbrach. "Als ich im Parc Ferme ankam, habe ich sofort gesagt, dass sie sich das anschauen müssen, denn es war nicht die Pole. Sie sollten mich zu meiner Box fahren lassen."

Die Rennleitung kontrollierte die TV-Bilder und sah das deutliche Vergehen. Der Fahrer vom Pramac-Ducati-Team hatte in Kurve 8-9 abgekürzt. Er war innen über eine asphaltierte Fläche gefahren. Schließlich wurde ihm diese vermeintliche Fabelzeit gestrichen.

 

"Mit Fabio und 'Pecco' haben wir gelacht, denn sie haben gesagt, dass diese Zeit nicht möglich ist", sagt Martin über die anschließenden Szenen im Parc Ferme. "Mir war zunächst nicht klar, welchen Platz ich habe."

Zunächst wurde Martin auf Platz sechs eingereiht. Kurz darauf wurde das Ergebnis wieder korrigiert und er wurde als Vierter geführt. "Dann durfte ich doch ins Parc Ferme, weil ich der beste Fahrer eines Satellitenteams war. Mir hat am Ende nur eine Zehntelsekunde auf sie gefehlt."

Körperliche Sorgen vor dem Rennen

"Rang vier ist gut genug. Ich denke, ich kann morgen um das Podium kämpfen." In Österreich feierte Martin seinen ersten MotoGP-Sieg und er stand auch beim Regenchaos des zweiten Rennens als Dritter auf dem Podest. Nun ist der Rookie auch in Silverstone vorne dabei.

"Auf dem Sachsenring bin ich als Siebter gestartet, aber ich hätte es vielleicht auch in die erste Reihe schaffen können. In Assen war ich super schnell, aber im dritten Training hatte ich Schwierigkeiten", verweist er auf seine Leistung vor der Sommerpause.

Jorge Martin

Für die letzten Runden macht sich der Ducati-Fahrer körperlich Sorgen

Foto: Motorsport Images

Deshalb hält Martin fest: "Ich bin fast überall schnell. Ich gewöhne mich immer besser an das Motorrad und bin konkurrenzfähig. Natürlich muss ich noch Erfahrung sammeln, zum Beispiel für die letzten Runden im Rennen."

"Deshalb arbeite ich im vierten Training mit gebrauchten Reifen, damit ich die Elektronik und alles verstehe. Silverstone ist eine Strecke, wo ich schon in der Vergangenheit schnell war. Für die Zukunft ist wichtig, dass ich auf allen Strecken schnell bin."

Allerdings blickt der 23-Jährige trotz Optimismus auch mit etwas Sorgen auf den Grand Prix von Großbritannien. Die Nachwirkungen von seiner schweren Portimao-Verletzung spürt er immer noch. In Silverstone sprach Martin darüber, dass ihm etwas Kraft im rechten Arm fehlt.

"Im Laufe dieses Wochenendes habe ich Probleme bekommen. Es ist fast wie in Assen. Deswegen mache ich mir Sorgen, weil ich dort aufgeben musste. Hier fühlt es sich ähnlich an. Die Situation ist besser, aber wir müssen arbeiten, denn es wird ein langes Rennen. Ich hoffe, morgen wird es kein Problem darstellen."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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