Danica Patrick: Klappt es mit dem neuen Crewchief?

Für Danica Patrick steht die mittlerweile vierte Vollzeit-Saison im Sprint-Cup an. Die Aufgabenstellung ist dabei glasklar: Raus aus dem grauen Mittelfeld.

Die nackten Zahlen sind wenig aufregend: Bisher hat die 33-Jährige 118 Sprint-Cup-Rennen absolviert. Lediglich sechsmal kam sie wenigstens in die Top 10, ein Top-5-Resultat sprang noch gar nicht heraus.

Für die anstehende Saison hat ihr Stewart/Haas-Team einen erneuten Personalwechsel vollzogen. Nach Old-School-Crewchief Tony Gibson und Daniel Knost steht nun mit Billy Scott ein neuer starker Mann am Patrick-Kommandostand.

2015 blieb unter dem Strich Rang 24 im Gesamtklassement und gegenüber diesem etwas bieder anmutenden Zahlenwerk will sich das neu formierte Team mit der Startnummer 10 nun erheblich verbessern. (Hier unsere große Fotostrecke über die Karriere von Danica Patrick).

"Ich möchte regelmäßig in den Top-15 landen und an guten Tagen in die Top-10 vorstoßen", erläuterte Patrick auf der Media-Tour von Charlotte ihren persönlichen 2016-Fahrplan.

Denn "wenn du das regelmäßig schaffst, dann bekommst du irgendwann auch eine Siegchance. Also müssen wir in der Lage sein, an jedem Wochenende in den Top 15 zu fahren und die eine oder andere Führungsrunde zu sammeln. Wenn wir auf diese Art und Weise mithalten können, dann bewegt sich etwas und wir haben vielleicht sogar eine Chance auf den Chase."

Maßgebliche Untersützung erwartet Patrick dabei vom 38-jährigen Scott, einem Zögling von Rodney Childers, seines Zeichens der Meistermacher-Crewchief von Stewart/Haas-Teamkollege Kevin Harvick.

Childers und Scott kennen sich aus gemeinsamen Waltrip-Zeiten. Damals war Childers der Crewchief an der Startnummer 55 (Mark Martin und Brian Vickers), Scott war der Team-Ingenieur. Als Childers dann Anfang 2014 zu Stewart/Haas wechselte, wurde Scott zum Crewchief befördert.

Dann folgte die Waltrip-Pleite und nun also Danica Patrick.

Einarbeiten in Daytona

Stewart/Haas-Neuland für Scott, aber "Billy hat bisher einen sehr guten Job gemacht", gibt Patrick ihre ersten Eindrücke wieder

"Er verbringt eine Menge Zeit im Shop und redet sehr viel mit den Jungs. Es ist wie ein Neustart. Alle sind sehr optimistisch und diese gute Stimmung kann sich durchaus in guten Resultaten äußern."

Gleich zu Saisonbeginn stehen die Speedweeks von Daytona an. Für Neuzugang Scott ein Vorteil.

"Wenn es bei den Speedweeks nicht gut läuft, kann es sehr stressig werden. Aber die Pakete, die wir fahren, sind so ausgereift, dass du dich sehr auf andere Themen konzentrieren kannst. Auf die Beziehungen im Team, darauf, dass sich der Pilot wohlfühlt, wie das Team als Ganzes funktioniert und wie die Kommunikation verläuft. Wir verbingen im Prinzip gleich zwei Wochen am Stück miteinander."

"Das kann durchaus von Beginn an funktionieren. Wir werden alle wichtigen, großen Themen abarbeiten und uns Woche für Woche mehr an die Details heranarbeiten. Wir haben starke Ressourcen und tolle Teamkollegen. Und Danica ist fest entschlossen. Sie weiß, dass sie es schaffen kann und will loslegen."

Scott stammt aus dem US-Bundesstaat Florida und begann seine NASCAR-Karriere als Reifenwechsler bei den Trucks. "Damals, vor 12, 13 Jahren, musstest du alles machen. Im Shop arbeiten, an der Strecke mitmachen und auch in der Pit-Crew."

Schnell kam jedoch die Erkenntnis, dass ihm in seiner weiteren Karriere ein Ingenieurstitel weiterhelfen würde. 2005 schaffte Scott einen Bachelor-Abschuss im Maschinenbau. Über die Grand-Am-Serie stieß er 2008 erst zum Ford-Team von Robert Yates, später zu Michael Waltrip.

Jetzt also Danica Patrick und Scott weiß, dass er damit ab Daytona im Fokus stehen wird.

"Ich setze mich genauso unter Druck wie es alle anderen tun werden", orakelt er. "Ich weiß, dass sie im Rampenlicht steht und sehr viele Fans hat. Das finde ich cool. Aber es wird nichts daran ändern, wie ich an die Dinge herangehe. Wir wollen Erfolg haben und den Fans etwas zum Jubeln geben."

Hier unser Überblick über das komplette Sprint-Cup-Starterfeld 2016.

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