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Dramatische Roval-Premiere: Blaney staubt ab - Johnson wirft Titelchance weg!

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Dramatische Roval-Premiere: Blaney staubt ab - Johnson wirft Titelchance weg!
Autor: Mario Fritzsche
30.09.2018, 21:40

Während Martin Truex Jr. und Jimmie Johnson in letzter Schikane kollidieren, gewinnt Ryan Blaney - Johnson und drei weitere Fahrer aus NASCAR-Playoffs 2018 raus

1. Ryan Blaney, Team Penske, Ford Fusion Menards/Pennzoil
1. Ryan Blaney, Team Penske, Ford Fusion Menards/Pennzoil
Unfallauto von Kyle Larson, Chip Ganassi Racing, Chevrolet Camaro Clover/First Data
Crash: Martin Truex Jr., Furniture Row Racing, Toyota Camry Auto-Owners Insurance, Jimmie Johnson, Hendrick Motorsports, Chevrolet Camaro Lowe's for Pros
Ryan Blaney, Team Penske, Ford Fusion Menards/Pennzoil
Jamie McMurray, Chip Ganassi Racing, Chevrolet DC Solar
Clint Bowyer, Stewart-Haas Racing, Ford Fusion Mobil 1/Advance Auto Parts
Alex Bowman, Hendrick Motorsports, Chevrolet Camaro Axalta
Kurt Busch, Stewart-Haas Racing, Ford Fusion Haas Automation/Monster Energy
Chase Elliott, Hendrick Motorsports, Chevrolet Camaro SunEnergy1
A.J. Allmendinger, JTG Daugherty Racing, Chevrolet Camaro Kroger ClickList
Jimmie Johnson, Hendrick Motorsports, Chevrolet Camaro Lowe's for Pros
Joey Logano, Team Penske, Ford Fusion Shell Pennzoil
Ryan Newman, Richard Childress Racing, Chevrolet Camaro Grainger / American Red Cross
Denny Hamlin, Joe Gibbs Racing, Toyota Camry FedEx Freight
Matt DiBenedetto, Go FAS Racing, Ford Fusion Superior Logistics Services, Inc.
Martin Truex Jr., Furniture Row Racing, Toyota Camry Auto-Owners Insurance
Regan Smith, Leavine Family Racing, Chevrolet Camaro Procore
David Ragan, Front Row Motorsports, Ford Fusion MDS Transport
Chris Buescher, JTG Daugherty Racing, Chevrolet Camaro Maple Cheerios
Michael McDowell, Front Row Motorsports, Ford Fusion K-LOVE RADIO
Aric Almirola, Stewart-Haas Racing, Ford Fusion Smithfield
Cole Whitt, TriStar Motorsports, Chevrolet Camaro Rinnai
Daniel Suarez, Joe Gibbs Racing, Toyota Camry Lenox
Ty Dillon, Germain Racing, Chevrolet Camaro GEICO
Daniel Hemric, Richard Childress Racing, Chevrolet Camaro Smokey Mountain Herbal Snuff
Ross Chastain, Premium Motorsports, Chevrolet Camaro
Kyle Larson, Chip Ganassi Racing, Chevrolet Camaro Clover/First Data
Jeffrey Earnhardt, Gaunt Brothers Racing, Toyota Camry American Soldier Network \ Xtreme Concepts
Justin Marks, Premium Motorsports, Chevrolet Camaro GoPro Motorplex- Pickers Vodka
J.J. Yeley, BK Racing, Toyota Camry Adirondack Tree Surgeons
Landon Cassill, StarCom Racing, Chevrolet Camaro Dairi O
Erik Jones, Joe Gibbs Racing, Toyota Camry Reser's
Brad Keselowski, Team Penske, Ford Fusion Alliance Truck Parts
Kyle Busch, Joe Gibbs Racing, Toyota Camry M&M's
Paul Menard, Wood Brothers Racing, Ford Fusion Motorcraft / Quick Lane Tire & Auto Center
William Byron, Hendrick Motorsports, Chevrolet Camaro Unifirst
Trevor Bayne, Roush Fenway Racing, Ford Fusion AdvoCare Rehydrate
Dreher: Darrell Wallace Jr., Richard Petty Motorsports, Chevrolet Camaro World Wide Technology
Ricky Stenhouse Jr., Roush Fenway Racing, Ford Fusion SunnyD
Timmy Hill, Motorsports Business Management, Toyota Camry Ternio
Dreher: Austin Dillon, Richard Childress Racing, Chevrolet Camaro Dow
Stanton Barrett, Rick Ware Racing, Ford Fusion Jacob Companies
Jimmie Johnson, Hendrick Motorsports, Chevrolet Camaro Lowe's for Pros
Austin Dillon, Richard Childress Racing Chevrolet Camaro
Denny Hamlin, Joe Gibbs Racing, Toyota Camry FedEx Freight
Erik Jones, Joe Gibbs Racing, Toyota Camry buyatoyota.com

Die Monster Energy NASCAR Cup Series hat am Sonntag eine spektakuläre Rennpremiere auf der Rundkurs-Oval-Kombination des Charlotte Motor Speedway hinter sich gebracht. Bei der Erstauflage des Bank of America Roval 400 setzte sich Ryan Blaney (Penske-Ford) im chaotischen Zieleinlauf durch und feierte damit seinen zweiten NASCAR Cup-Sieg nach Pocono 2017. Mit diesem hat er seinen Einzug in die nächste Playoff-Stufe - die "Round of 12" - fixiert.

Fotos: Bank of America Roval 400 in Charlotte

Rennergebnis: Bank of America Roval 400 in Charlotte

Doch weil es nicht nur das erste Cup-Rennen auf dem Roval in Charlotte, sondern gleichzeitig das letzte Rennen der "Round of 16" in den diesjährigen Playoffs war, ist der Traum von der NASCAR-Krone 2018 für vier Fahrer schon jetzt ausgeträumt.

Ein "Big One" kurz vor Schluss wirbelte das Rennen und das Playoff-Bild gehörig durcheinander. In der letzten Schikane der letzten Runde kollidierten dann die beiden Führenden: Martin Truex Jr. (Furniture-Row-Toyota) und Jimmie Johnson (Hendrick-Chevrolet). Blaney staubte ab. Johnson schaute sowohl bezogen auf das Rennen als auch bezogen auf die Playoffs und damit die Chance auf seinen achten Titel in die Röhre. Der siebenmalige NASCAR-Champion wurde noch Achter, aber das reichte gerade so nicht, um die Chance auf seinen achten Titel aufrecht zu erhalten.

 

Für Johnson bedeutete der späte Dreher, dass er das während des Rennens eigentlich schon sicher erscheinende Weiterkommen in die "Round of 12" der Playoffs in allerletzter Sekunde doch noch verpasst hat. Neben dem siebenmaligen NASCAR-Champion sind in der zweiten Playoff-Stufe auch Austin Dillon, Denny Hamlin und Erik Jones nur Zuschauer.

Im Gegenzug haben durch Johnsons späten Fauxpas die mit ihm punktgleichen Kyle Larson und Aric Almirola ihr Verbleiben in den Playoffs gerade so geschafft. Ausschlaggebend in diesem Tie-Break mit drei Piloten waren die besten Platzierungen in der "Round of 16" der Playoffs. Mit Platz zwei ohne den späten Angriff auf Truex Jr. hätte Johnson das Weiterkommen im Titelkampf locker geschafft und Larson hätte in die Röhre geschaut...

 

So aber hat Larson nicht nur dank Johnsons Fauxpas, sondern auch dank tatkräftiger Mithilfe von Daniel Hemric (Childress-Chevrolet) nur vier Tage nach seiner Hochzeit mit Lebensgefährtin Katelyn Sweet den nächsten Glücksmoment erlebt und ist im Kampf um den NASCAR-Titel 2018 weiter mit dabei.

Stage 1: Larson setzt sich nach bestem Start durch

Kurt Busch (Stewart/Haas-Ford) führte das 40-köpfige Feld von der Pole-Position auf die 109 Runden dauernde Rennreise auf der neuesten Strecke im NASCAR-Kalender. Den besten Start aber hatte Kyle Larson, der sich mit seinem Ganassi-Chevrolet vom fünften Startplatz kommend direkt in der ersten Kurve ans Heck von Spitzenreiter Busch klemmte und diesen unter Druck setzte. Die erste Führungsrunde auf dem Roval ging aber an den Routinier, der Stewart/Haas zum Saisonende aller Voraussicht nach verlassen wird, um 2019 bei Ganassi Teamkollege von Larson zu werden.

In der siebten Runde fand Larson in der Schikane vor Start/Ziel einen Weg an Kurt Busch vorbei und übernahm damit die Führung von seinem designierten neuen Teamkollegen. Für die erste Gelbphase sorgte NASCAR-Oldie Stanton Barrett. Erstmals seit zwölf Jahren wieder bei einem Cup-Rennen am Start, krachte er in Runde 14 mit seinem #51 Ware-Ford ohne erkennbare Bremswirkung in die Reifenstapel von Kurve 1, konnte sich aber selbst aus dem Wrack befreien.

Einige Piloten - darunter die komplette Penske-Fraktion und Kevin Harvick (Stewart/Haas-Ford) - nutzten die Gelbphase zum Boxenstopp. Der Großteil aber blieb auf der Strecke, um Stage-Punkte mitzunehmen. Beim ersten der Restarts, die wie der eigentliche Rennstart nicht durch die Schikane, sondern direkt aus Turn 4 des Ovals heraus vorgenommen wurden, verteidigte Larson die Spitze. 

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Als nach 25 Runde die grün/weiß karierte Flagge das Ende von Stage 1 markierte, lag Larson noch immer vorn und hatte damit zehn wichtige Bonuspunkte für die Gesamtwertung sowie einen Playoff-Punkt sicher. Kurt Busch beendete dieses erste Rennsegment als Zweiter, gefolgt von Stewart/Haas-Teamkollege Clint Bowyer, der vor dem Rennstart außerhalb der Top 12 für die nächste Playoff-Stufe lag.

Stage 2: Blaney nach frühem Boxenstopp vorn

Die Gelbphase beim Übergang zu Stage 2 wurde von weiteren Piloten zum Nachtanken und Reifen wechseln genutzt, die Spitzengruppe aber blieb erneut größtenteils draußen. Kyle Larson führte das Feld beim Restart vor Martin Truex Jr. an. Beide hatten ebenso noch die Reifen vom Start drauf wie ihre direkten Verfolger. Kurt Busch, der die Reihe der unter Gelb an der Box gewesenen Fahrer anführte, lag beim Restart nur an 23. Stelle.

Erst ab Runde 37 und somit 13 Runden vor Ende von Stage 2 kam auch die Spitzengruppe zum ersten Boxenstopp des Rennens. Ganz vorn lagen nun die Fahrer, die bereits mitten in Stage 1 an der Box gewesen waren: die drei Penske-Piloten Ryan Blaney, Brad Keselowski und Joey Logano - getrennt durch Kevin Harvick an dritter Stelle.

Bis zum Ende von Stage 2 waren einige der "Frühstopper" aber ein zweites Mal an der Box oder wurden von Fahrern, die später an der Box gewesen waren, überholt. Trotz eines Zwischenfalls um Playoff-Teilnehmer Aric Almirola (Stewart/Haas-Ford) und William Byron (Hendrick-Chevrolet), bei dem Almirola die Mauer erwischte sowie einer Kollision zwischen den längst sicher für die nächste Playoff-Stufe qualifizierten Brad Keselowski und Martin Truex Jr. gab es in Stage 2 keine zusätzliche Gelbphase.

Die zweite Stage-Flagge im Rennen sah Blaney als Erster. Als Zweiter kreuzte Jimmie Johnson die Linie, nachdem er in Stage 1 Fünfter geworden war. In beiden Fällen waren es wichtige Bonuspunkte für den siebenfachen NASCAR-Champion, der drauf und dran war, den Einzug in die "Round of 12" der diesjährigen Playoffs zu verpassen, eben diesen mit einem guten Rennen aber noch schaffen konnte. Dritter in Stage 2 wurde Kurt Busch

Stage 3: Zwei Crashs kosten Austin Dillon den Titeltraum

Das dritte und entscheidende Rennsegment war auf 59 Runden angesetzt und damit mehr als doppelt so lang wie Stage 1 und Stage 2 zusammen. Die Spitze aus Stage 2 war unter Gelb an der Box, die Spitze aus Stage 1 übernahm somit wieder das Kommando. Beim Restart führte Kyle Larson vor Kyle Busch, der sich auf den ersten Metern nach Freigabe von Stage 3 direkt an Daniel Hemric im dritten Childress-Chevrolet vorbeischob. Der Youngster aus der Xfinity-Serie wurde am Freitag als neuer Childress-Stammfahrer für 2019 vorgestellt. Hemric tritt die Nachfolge des zu Roush Fenway Racing wechselnden Ryan Newman an und wird Teamkollege von Austin Dillon.

Apropos Austin Dillon: Stage 3 war noch keine zehn Runden alt, da erwischte es den um das Weiterkommen in den Playoffs kämpfenden Childress-Piloten. Im Bemühen, dem langsamer gewordenen Chris Buescher (JTG-Chevrolet) auszuweichen, krachte Dillon in die Mauer von Turn 4 des Ovals. Dabei wurde der Chevrolet Camaro mit der Startnummer 3 nachhaltig beschädigt und es gab erstmals seit dem frühen Abflug von Stanton Barrett eine Gelbphase aufgrund eines Zwischenfalls. Als Dillon wenige Runden später auf Höhe Start/Ziel ein weiteres Mal in die Mauer krachte, war es um die Titelträume des Daytona-500-Siegers geschehen.

Bei den Restarts nach den beiden Dillon-Gelbphasen hielt Kyle Larson jeweils die Spitze vor Kyle Busch. Doch kaum, dass das Rennen wieder unter Grün lief, gab es erneut Gelb. Diesmal waren zwei separate Ausflüge im engen und winkligen Infield der Grund. Erst setzte Buescher seinen JTG-Chevy in die Streckenbegrenzung und nahm anschließend einen Teil davon zurück mit an die Box. Quasi zeitgleich rodelte Aric Almirola durchs Gras und verzeichnete damit seinen zweiten Rückschlag im Kampf um das Weiterkommen in den Playoffs, nachdem er in Stage 2 William Byron hatte ausweichen müssen und die Mauer erwischt hatte. Es sollte nicht der letzte Rückschlag gewesen sein...

Die Spitze nutzte diese nun insgesamt sechste Gelbphase im Rennen zum zweiten Boxenstopp. Beim Restart führte nun Ricky Stenhouse (Roush-Ford) vor Paul Menard (Wood-Ford), während die eigentlichen Tempomacher weiter hinten im Feld um Positionen kämpften. Stenhouse aber verpasste wenig später im Infield die Linie und musste Menard die Führung überlassen. Doch auch der Fahrer der Wood Brothers konnte sich nicht lange ganz vorn halten, denn Brad Keselowski, der nach seiner frühen Kollision mit Martin Truex Jr. aufholte, zog vorbei. Wenig später überholte auch Larson Menard.

Rad-an-Rad-Duell und "Big One" mit Keselowski und Larson

Was folgte, war ein packendes Rad-an-Rad-Duell zwischen Keselowski und Larson um die Führung. Der Ganassi-Pilot, der im Gegensatz zum Penske-Piloten den Einzug in die "Round of 12" der Playoffs noch nicht sicher hatte, kämpfte verbissen und wollte sich die anfängliche Führung im Rennen zurückholen. Doch Keselowski gab nicht nach. Seite an Seite legten die beiden beinahe eine komplette Durchfahrt des engen Infields zurück, bevor sich Keselowski doch behauptete.

Larson blieb in den folgenden Runden zwar an Keselowski dran, wurde aber gleichzeitig von Crewchief Chad Johnston angewiesen, Sprit zu sparen. Anderenfalls würde es der Ganassi-Pilot nicht bis ins Ziel schaffen, sollte es keine siebte Gelbphase geben. Zehn Runden vor Schluss nahm Larson tatsächlich Tempo heraus, was Spitzenreiter Keselowski ein beruhigendes Polster verschaffte. Doch nur eine Runde später kam die siebte Gelbphase doch. Grund war der zweite Abflug von Ricky Stenhouse in diesem Rennen - diesmal in Kurve 1 und diesmal endgültig.

Im Mittelfeld kamen einige Piloten für einen letzten Routinestopp an die Box. Die Spitzengruppe aber blieb auf der Strecke - und das sollte sich nicht auszahlen. Mit abgefahrenen Reifen kam es in Kurve 1 nach dem Restart, wie es kommen musste. Sowohl Keselowski als auch Larson rutschten geradeaus in die Streckenbegrenzung. Dahinter brach das Chaos los, in das Kyle Busch, Paul Menard, William Byron, Trevor Bayne und Daniel Hemric, aber auch Playoff-Wackelkandidat Aric Almirola verwickelt wurden.

 

Für Keselowski, Larson und Busch war das Rennen gelaufen. "Wir alle haben den Bremspunkt komplett überfahren. Das ist natürlich frustrierend, denn mein Auto war eine Rakete und wir hätten wohl gewonnen", so die Stellungnahme von Keselowski. Doch während der Penske-Pilot aufgrund seines Las-Vegas-Sieges aufatmen konnte und das Gleiche auf Kyle Busch aufgrund seines Richmond-Sieges zutraf, musste Larson nun plötzlich massiv um das Weiterkommen in den Playoffs zittern. Die Rote Flagge kam für einige Minuten heraus und während dieser Zeit durfte an den teils stark beschädigten Autos nicht gearbeitet werden.

Zwei Kollisionen in letzter Schikane kosten Johnson die Playoffs

Als das Rennen nach Rot und der kurzen Reparaturphase unter Gelb schließlich wieder mit Grün freigegeben wurde, standen noch drei Runden an. Martin Truex Jr., der im Chaos des "Big One" erstmals in diesem Rennen die Führung übernommen hatte, bog als Erster in Kurve 1 ein. Dahinter reihten sich Jimmie Johnson und Ryan Blaney ein. Und Johnson probierte alles, um nach mehr als 50 Rennen dauernder Durststrecke endlich wieder einmal zu gewinnen.

In der letzten Schikane der letzten Runde probierte Johnson den Angriff, verbremste sich und drehte sich dabei. Doch auch Truex Jr. konnte einen Dreher nicht vermeiden. So gewann keiner der beiden, sondern Blaney staubte ab und feierte seinen zweiten NASCAR-Sieg nach Pocono 2017. Mit diesem hat der Penske-Youngster sein Playoff-Weiterkommen endgültig fixiert.

Derweil hat Johnson mit seinem missglückten Angriff auf Truex Jr. das nach bis dahin starkem Rennen schon sicher geglaubte Weiterkommen in den Playoffs verpasst. Platz zwei im Rennen ging schließlich an Jamie McMurray (Ganassi-Chevrolet). Platz drei ging an Clint Bowyer, der sich damit in die "Round of 12" der Playoffs gerettet hat, nachdem er vor dem Rennen genau wie Johnson außerhalb der Top 12 lag. Auf Johnson trifft dies dank Niederlage im Tie-Break gegen Almirola und Larson auch nach dem Rennen zu...

Playoffs: Almirola und Larson im Tie-Break weiter

Almirola musste in Stage 2 dem vor ihm in große Probleme geratenen William Byron ausweichen. Als sich der Youngster beim Räubern über die Randsteine der Schikane auf der Gegengerade einen Reifenschaden einfing, verlor er massiv an Tempo. Almirola, der direkt dahinter lag, wurde überrascht, krachte beim Ausweichen in die Mauer von Turn 4 des Ovals und beschädigte sich dabei seinen Stewart/Haas-Ford nachhaltig. Bei der Reparatur an der Box fing er sich zudem eine Strafe ein und fiel noch weiter zurück. Beim Chaos in Kurve 1 in Stage 3 war Almirola mittendrin, doch in den letzten Runden des Rennens fuhr er sich noch bis auf Platz 19 nach vorn - Einzug in die "Round of 12" gerade so gesichert.

Larson verbuchte mit 47 Führungsrunden die meisten aller Fahrer im Rennen. Bis zur vorletzten Gelbphase lag er auf Kurs zu Platz zwei. Die Spritsorgen waren mit der Gelbphase erledigt, aber der Crash mit abgefahrenen Reifen in Kurve 1 ließ den Ganassi-Piloten zittern. Am Ende wurde es für Larson nur Platz 25, aber diese Position reichte auch ihm im Tie-Break gegen Johnson gerade so, um in der "Round of 12" der Playoffs weiterhin um den Titel zu fahren. Bedanken darf sich Larson nicht nur bei Johnson, sondern auch bei Daniel Hemric. Weil der nächstjährige Childress-Stammfahrer in der letzten Schikane der letzten Runde Jeffrey Earnhardt (Gaunt-Toyota) umdrehte, kam Larson mit seinem stark beschädigten Ganassi-Chevy noch an Earnhardt vorbei und gewann damit die entscheidende Position für das Erreichen der "Round of 12".

 

Auch Alex Bowman, der über weite Strecken des Rennens virtuell nicht in den Top 12 der Playoffs lag, schaffte das Weiterkommen - allerdings deutlich souveräner als Almriola und Larson. Dank eines späten Boxenstopps unter Grün hatte Bowman am Schluss frische Reifen drauf, entging dem Chaos des "Big One" und wurde nach dem Drama der letzten Schikane sogar noch Vierter hinter den Top 3 Blaney, McMurray und Bowyer.

Im Gegenzug ist der Titeltraum nicht nur für Jimmie Johnson, sondern auch für Austin Dillon, Denny Hamlin und Erik Jones ausgeträumt.

Dillon holte als Siebter in Stage 2 zwar vier Bonuspunkte, aber sein Crash zu Beginn von Stage 3, als er Buescher ausweichen wollte, versetzte den Playoff-Hoffnungen des Childress-Enkels einen herben Schlag. Vor dem Start des Rennens war Dillon noch virtuell in den Top 12 der Playoff-Tabelle geführt worden. Doch als er wenige Runden nach seinem ersten Abflug ein zweites Mal in die Mauer krachte, war dies der Dolchstoß für seine Titelhoffnungen. "Das war ein verrücktes Rennen", so Dillon, der in Anspielung auf Buescher anmerkte: "Er hat einfach das Lenkrad verrissen."

Hamlin musste nach Qualifying-Crash ins Ersatzauto wechseln und von hinten starten. Doch bei seiner Aufholjagd durch das Feld fing er sich früh einen Bremsplatten ein und eröffnete deshalb nach nur zehn Runden unfreiwillig den Reigen der Green-Flag-Stops im Rennen. Bis zur Zielflagge kam Hamlin zwar noch bis auf Platz 12 nach vorn, aber damit war der Titeltraum auch für ihn endgültig ausgeträumt. 

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Jones, der nach Samstagscrash ins ebenfalls Ersatzauto wechseln und von hinten starten musste, geriet beim ersten Restart in arge Bedrängnis und verlor im Chaos von Kurve 1 zahlreiche Positionen. Ein Dreher nach Reifenschaden in Stage 3 kostete nicht nur weitere zahlreiche Positionen, sondern auch Teile der Karosserie seines #20 Gibbs-Toyota. Mit Platz 30 musste auch Jones seine ohnehin geringen Hoffnungen auf das Weiterkommen in den Playoffs endgültig begraben.

Die "Round of 12" der Playoffs mit den nur noch zwölf Titelkandidaten - Kyle Busch, Brad Keselowski, Ryan Blaney, Martin Truex Jr., Kevin Harvick, Kurt Busch, Joey Logano, Chase Elliott, Clint Bowyer, Alex Bowman, Kyle Larson und Aric Almirola - beginnt am kommenden Sonntag auf der "Monster Mile" in Dover. Anschließend geht es zum Restrictor-Plate-Rennen in Talladega, bevor am 21. Oktober auf dem Kansas Speedway die Entscheidung darüber fällt, welche vier weiteren Fahrer sich aus dem Kampf um den NASCAR-Titel 2018 verabschieden müssen. 

 

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