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NASCAR 2018: Die neuen Regeln im Überblick

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NASCAR 2018: Die neuen Regeln im Überblick
Mario Fritzsche
Autor: Mario Fritzsche , Redakteur
17.02.2018, 16:00

Mit dem Daytona 500 beginnt am Sonntag die NASCAR Cup-Saison 2018 und in dieser gelten neue Vorgaben für Boxenstopps, Inspektion und Autos.

Am Sonntag geht es richtig los mit der Saison 2018 der Monster Energy NASCAR Cup Series. Die 60. Auflage des Daytona 500 steht an und beginnend mit diesem Rennen greifen einige Regeländerungen. Einen ersten Vorgeschmack gab es bereits beim nicht zur Meisterschaft zählenden Advance Auto Parts Clash am vergangenen Sonntag und den beiden Can-Am-Duels am Donnerstag.

Nachfolgend die wichtigsten Regeländerungen für die NASCAR-Saison 2018 im Überblick:

Ablauf der Boxenstopps

Kyle Busch, Joe Gibbs Racing Toyota
Boxenstopp mit nur fünf Mechanikern: Kyle Busch, Joe Gibbs Racing Toyota

Foto: Russell Labounty / LAT Images

Bei einem Boxenstopp dürfen ab sofort nur noch fünf statt sechs Mechaniker über die Mauer springen, um am Auto zu arbeiten. Vier davon sind die Reifenwechsler. Sie dürfen die Räder tragen, das Auto aufbocken und die Räder wechseln. Der fünfte Mechaniker ist der sogenannte Gas-Man. Er darf nichts anderes machen als das Auto zu betanken sowie im Fall der Fälle ein davonrollendes Rad aufhalten.

Neben der Reduzierung der Boxencrew von sechs auf fünf Mechaniker gibt es auch neue Vorgaben für die Schlagschrauber beim Reifenwechsel. So müssen ab sofort alle Teams Schlagschrauber einsetzen, die zentral von NASCAR gestellt werden. Entwicklung und Einsatz teameigener Schlagschrauber, um die Standzeit beim Boxenstopp zu verkürzen, sind ab sofort nicht mehr zulässig.

Reparatur nach Crash

Matt Kenseth, Joe Gibbs Racing Toyota
Kurz vor dem Playoff-Aus: Matt Kenseth, Joe Gibbs Racing Toyota, in Kansas City 2017

Foto: John Harrelson / LAT Images

Im Zuge der Reduzierung der Boxencrew von sechs auf fünf Mechaniker greift noch eine weitere neue Regel. Die in der Saison 2017 angewandte Fünf-Minuten-Regel zur Reparatur des Autos in der Boxengasse (nicht in der Garage) ist auf sechs Minuten ausgeweitet worden.

Zwecks Reparatur von Unfallschäden können mehr als die sonst zulässigen fünf Mechaniker am Auto arbeiten. Allerdings gibt es dann eine Strafe. Diese Strafe ist nun aber nicht mehr der Ausschluss vom Rennen (so geschehen bei Matt Kenseth im Oktober 2017 in Kansas City, was für ihn das Playoff-Aus bedeutete). Die neue Strafe bei mehr als fünf Mechanikern: der betroffene Fahrer wird im Auto sitzend für zwei Runden an der Box festgehalten, bevor er wieder ins Rennen gehen darf.

Technische Inspektion

Technische Inspektion mit Scan
Hawkeye: Die neue technische Inspektion mit Scan feiert in Daytona Premiere

Foto: Alexander Trienitz

Was die technische Inspektion der Autos durch NASCAR betrifft, kommt ab sofort ein neues System zum Einsatz. Der bisherige Inspektionsprozess mit Schablonen zum Prüfen der Karosserieform wird ersetzt durch einen als "Hawkeye" (Falkenauge) bezeichneten elektronischen Inspektionsprozess.

Bei "Hawkeye" wird das Auto mit acht Projektoren und 17 Kameras gescannt. Dieser Scan dauert nur noch rund 30 Sekunden. Ebenso viel beziehungsweise wenig Zeit kalkuliert NASCAR, um festzustellen, ob ein Auto legal ist oder nicht. "Es ist eine Herausforderung für die Teams, das Auto so zu bauen, dass es genau den neuen Vorgaben entspricht", sagt Ganassi-Pilot Jamie McMurray mit Blick auf "Hawkeye" und beschreibt diese Art der Inspektion als "supercool".

Wechsel ins Ersatzauto

Auto von Jimmie Johnson, Hendrick Motorsports, Chevrolet
Ersatzauto von Jimmie Johnson, Hendrick Motorsports Chevrolet, wird aus dem Transporter gerollt

Foto: NASCAR Media

Muss ein Fahrer im Zeitraum zwischen Beginn des Rennwochenendes bis zum Start des Rennens aufgrund eines Crashs oder eines technischen Defekts ins Ersatzauto umsteigen, so wird er ans Ende der Startaufstellung versetzt.

Bislang griff die Rückversetzung nur dann, wenn das Ersatzauto im Anschluss an das Qualifying herangezogen werden musste. Mit der neuen Regel steht dem Fahrer also auch schon im Falle eines Crashs im Auftakttraining eine Aufholjagd im Rennen von ganz hinten bevor.

Schürzen und Splitter

Joey Logano, Team Penske Ford, Kevin Harvick, Stewart-Haas Racing Chevrolet
Herausgebogene Seitenschürzen bei Joey Logano und Kevin Harvick in der Saison 2014

Foto: Russell LaBounty / LAT Images

Die als Sideskirts bekannten seitlichen Schürzen vor den hinteren Kotflügeln dürfen ab sofort nicht mehr aus flexiblem Blech gefertigt sein. Stattdessen müssen sie aus unflexiblem Kohlefaserverbundwerkstoff bestehen. Damit schiebt NASCAR dem jahrelang praktizierten Herausbiegen der Karosserie, um in diesem Bereich des Autos mehr Abtrieb zu generieren, einen Riegel vor.

Für die vier Restrictor-Plate-Rennen im Kalender (je zwei in Daytona und Talladega) hat man die bisherige Vorgabe der minimalen Bodenfreiheit des Frontsplitters (4 Zoll beziehungsweise 10,16 Zentimeter) abgeschafft. Der Splitter darf bei diesen Rennen nun weniger Bodenfreiheit haben und theoretisch sogar auf der Fahrbahnoberfläche schleifen. Gleichzeitig ist der Splitter von der Seite gesehen um 0,5 Zoll (1,27 Zentimeter) verlängert worden.

"Alles hat sich verändert"

Kevin Harvick
Kevin Harvick ist gespannt auf die ersten Rennen der Saison 2018

Foto: Harold Hinson Photography

Wie reagieren die Fahrer? "Wir reden darüber, dass sich nichts verändert hätte. Dabei hat sich alles verändert", fasst Stewart/Haas-Pilot Kevin Harvick die Signifikanz der Neuerungen zusammen. "Angefangen beim Prozess der Inspektion über den neuen Splitter bis hin zum neuen Chevrolet. Solange wir nicht den West-Coast-Swing hinter uns gebracht haben, weiß ich gar nicht, wo wir stehen", meint Harvick mit Blick auf die drei im März stattfindenden Rennen im Westen der USA (Las Vegas, Phoenix, Fontana).

"Wird der neue Prozess der Inspektion die Fords, die Toyotas oder die Chevys am stärksten treffen? Wir wissen es nicht. Es gibt einfach zu viele unbekannte Faktoren", so Harvick, der bei Stewart/Haas Racing einen der inzwischen betagten Ford Fusion fährt. Für die Saison 2019 hat aber auch Ford ein neues Modell für die NASCAR-Topliga angekündigt, nachdem Toyota den 2018er Camry bereits 2017 ausgesprochen erfolgreich fuhr und Chevrolet 2018 erstmals mit dem Camaro ausrückt.

Auch den neuen Ablauf der Boxenstopps will Harvick nicht unterschätzen. "Nimmt man die Boxenstopps noch hinzu, weiß man erst Recht nicht, wie sich das Bild darstellen wird", sagt der NASCAR-Champion von 2014, der auf die ersten Rennen 2018 ebenso gespannt ist wie der Rest des Feldes.

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Autor Mario Fritzsche
Artikelsorte News