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Dramen in Phoenix: Kyle Busch siegt - NASCAR-Finalbesetzung 2018 steht

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Dramen in Phoenix: Kyle Busch siegt - NASCAR-Finalbesetzung 2018 steht
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11.11.2018, 22:28

Während Kyle Busch schon vor Phoenix-Sieg sein Homestead-Ticket sichert, bringt dramatischer Rennverlauf zwei weitere Fahrer ins Finale - Vier andere außen vor

Pace-Laps: Kevin Harvick, Stewart-Haas Racing, Ford Fusion Busch Light, Chase Elliott, Hendrick Motorsports, Chevrolet Camaro NAPA Auto Parts

Zehn Gelbphasen, zwei Rotphasen und mehrere Dimension eines packenden Kampfs um die letzten Finaltickets: Das Can-Am 500 auf dem modernisierten ISM Raceway in Phoenix hatte am Sonntag jede Menge Spannung in sich, bevor in diesem letzten Rennen der "Round of 8" in den Playoffs der Monster Energy NASCAR Cup Series 2018 die Entscheidung darüber gefallen war, welche drei weiteren Piloten neben dem bereits vor dem Start für das Finale qualifizierten Joey Logano in eben dieses am 18. November in Homestead einziehen.

Schließlich hat sich Kyle Busch (Gibbs-Toyota) schon wenige Runden bevor er in Phoenix als Sieger die Linie kreuzte, als zweiter Pilot nach Logano das Finalticket mit einem Rennsieg erkämpft. Zudem brachten Martin Truex Jr. (Furniture-Row-Toyota) und Kevin Harvick (Stewart/Haas-Ford) mit den Plätzen 15 und vier ebenfalls das Ticket für den finalen Vierkampf um den Titel erfahren. Damit haben es neben Logano tatsächlich die "Big 3" der Saison 2018 ins Finale geschafft. Doch Truex' und vor allem Harvicks Einzug gestaltete sich in Phoenix wesentlich dramatischer als erwartet.

Im Gegenzug schauen Harvicks drei Stewart/Haas-Teamkollegen Kurt Busch, Aric Almirola und Clint Bowyer sowie Chase Elliott (Hendrick-Chevrolet) am kommenden Wochenende beim Titelkampf in die Röhre, da sie im dramatischen Verlauf des Phoenix-Rennens die letzte Chance auf den Finaleinzug verpasst haben.

Fotos: Can-Am 500 in Phoenix

Rennergebnis: Can-Am 500 in Phoenix

Stage 1: Harvick mit Reifenschaden - Elliott staubt ab

Vier Tage nach der Strafe inklusive Entwertung seines Texas-Sieges führte Kevin Harvick (Stewart/Haas-Ford) das Feld von der Pole-Position in die 312 Phoenix-Runden auf dem neu konfigurierten ISM Raceway, dessen ehemalige Turns 3/4 nun die Turns 1/2 sind und umgekehrt. Hinter Harvick reihte sich der neben ihm aus der ersten Reihe gestartete und ebenfalls um den Finaleinzug kämpfende Chase Elliott (Hendrick-Chevrolet) ein.

Im Verlauf der 75 Runden von Stage 1 gab es weder eine Gelbphase noch Routine-Boxenstopps der Spitzengruppe. Ein Drama gab es trotzdem. Denn nachdem Harvick die ersten 72 der 75 Runden dieses ersten Rennsegments angeführt hatte, fing er sich vorn rechts einen Reifenschaden ein. Während das Rennen unter Grün weiterlief, schleppte sich Harvick zu einem Notstopp an die Box und fiel aus der Führungsrunde.

 

Derweil staubte Elliott ab und kam seinerseits völlig unverhofft zu zehn Bonuspunkten auf dem Weg zum möglichen Finaleinzug. Die nicht mehr um den Titel fahrenden Ryan Blaney (Penske-Ford) und Denny Hamlin (Gibbs-Toyota) beendeten Stage 1 auf den Positionen zwei und drei. Für Harvick blieb in diesem ersten Rennsegment nach dem Reifenschaden und Boxenstopp nur Position 30 - wichtige Bonuspunkte im Kampf um den Finaleinzug waren damit weg.

Stage 2: Bowyer crasht - Kurt Busch bestraft - Kyle Busch vorn

Den Boxenstopp unter Gelb beim Übergang zu Stage 2 nutzte das gesamte Feld zum ersten Routinestopp. Chase Elliott behielt am Ausgang der Boxengasse die Führung, verlor diese aber kurz nach dem Restart an den ebenfalls noch um ein Finalticket kämpfenden Kurt Busch (Stewart/Haas-Ford).

Kurz darauf - in Runde 95 - gab es die erste Gelbphase aufgrund eines Zwischenfalls. Auslöser war ein Dreher von Joey Logano (Penske-Ford). Das Rennen war für ihn damit gelaufen. Logano konnte von Glück sagen, dank seines robust eingefahrenen Martinsville-Sieges als einziger Fahrer bereits für das Finale qualifiziert zu sein. In Reihen der Playoff-Teilnehmer wurde die Gelbphase lediglich von Martin Truex Jr. (Furniture-Row-Toyota) und von Kevin Harvick zum Boxenstopp genutzt. Unmittelbar zuvor hatte sich Harvick dank der Lucky-Dog-Regel zurückgerundet.

Beim Restart führte Kurt Busch vor Elliott, während sich Harvick von P19 nun wieder nach vorn orientierte. Virtuell lag der achtfache Saisonsieger zu diesem Zeitpunkt aber nicht auf Kurs zum Finaleinzug. In Runde 133 verabschiedete sich der erste der Hoffnungsträger auf den Finaleinzug: Clint Bowyer (Stewart/Haas-Ford) krachte in Turn 3 nach Reifenschaden in die Mauer, musste aufgeben und verlor damit auch seine letzte kleine Chance, in Homestead um den Titel zu fahren. Schon die direkt vorangegangenen Rennen in Martinsville und Fort Worth hatte Bowyer außerhalb der Top 20 beendet.

 

Nach Harvicks Reifenschaden und Bowyers Crash folgte der nächste Rückschlag für Stewart-Haas Racing auf dem Fuße: Spitzenreiter Kurt Busch fing sich eine Strafe ein, weil er auf dem Weg zum Boxenstopp unter Gelb das Pace-Car überholt hatte. Damit lag nun der ältere Busch-Bruder eine Runde hinter der Spitze und sah seine Chancen auf den Finaleinzug schwinden.

Während der Großteil der Spitzengruppe unter Gelb an die Box kam, führte Truex Jr. eine vierköpfige Gruppe an, die auf der Strecke blieb. Damit übernahm der seinerseits um den Finaleinzug 2018 zitternde Champion von 2017 die Führung im Rennen. Beim Restart führte Truex Jr. vor Harvick, der jedoch zügig vom frisch bereiften Kyle Busch überlaufen wurde. Auch der jüngere Busch-Bruder stand zu diesem Zeitpunkt noch nicht sicher im Finale und machte nun Jagd auf die Spitzenposition im Rennen.

Sieben Runden vor dem Ende von Stage 2 ging Kyle Busch auf der Außenbahn von Turn 4 an Truex Jr. vorbei und damit in Führung. Kurz darauf hatte der Fahrer des #18 Gibbs-Toyota den Stage-Sieg - erstaunlicherweise seinen ersten in den Playoffs - sicher. P2 ging an den im Titelkampf außen vor befindlichen Brad Keselowski (Penske-Ford). P3 holte sich Truex Jr. direkt vor Harvick, womit beide nach null Bonuspunkten in Stage 1 nun etwas Schadensbegrenzung betrieben. Indes war es diesmal Kurt Busch, der aufgrund seiner Strafe ohne Bonuspunkte blieb.

Stage 3: Elliott mit Führung und Strafe

Den Boxenstopp unter Gelb, der das entscheidende dritte Rennsegment einläutete, ließen vier Fahrer - angeführt von Kyle Busch - aus, nachdem der vorangegangene Stopp erst 18 Runden zurücklag. So führte der jüngere Busch-Bruder das Feld mit weniger Grip als der Großteil des Feldes zur Grünen Flagge für Stage 3. Direkt im Nacken hatte er aber zunächst die ebenfalls vergleichsweise schlecht bereiften Brad Keselowski, Denny Hamlin und Matt Kenseth (Roush-Ford). Dahinter führte Chase Elliott die Gruppe derjenigen mit frischen Reifen und vollem Tank an.

Mit weniger als 80 Runden auf der Uhr hatte Elliott den Spitzenreiter Kyle Busch eingeholt und übernahm dank seiner etwas frischeren Reifen die Führung. Busch kam unter Grün direkt nach Verlust der Führung an die Box und auch Harvick, der eigentlich auf der Elliott-Strategie unterwegs war, kam zum Service. In diesem Moment löste Cup-Debütant Tanner Berryhill (Obaika-Toyota) mit einem Dreher in der Boxeneinfahrt eine Gelbphase aus. Diese brachte Kurt Busch dank der Lucky-Dog-Regel zurück in die Führungsrunde. Unter Gelb stoppten schließlich auch Elliott als Führender sowie Truex Jr. und Co. Doch Elliott wurde "geblitzt" und musste sich am Ende der Führungsrunde einreihen.

Kurt Busch vs. Harvick: Direktes Teamduell um Finaleinzug

Beim Restart lag nun Keselowski an der Spitze des Feldes, gefolgt von Truex Jr., während am hinteren Ende der Top 10 fortan die Stewart/Haas-Teamkollegen Kurt Busch und Harvick um das letzte Finalticket rauften. Zu diesem Zeitpunkt hatte Busch mit einem Punkt gegenüber Harvick die Oberhand. Letztgenannter schien für einen kurzen Moment die Nerven zu verlieren, als er in Turn 3 den überrundeten David Ragan (Front-Row-Ford) umdrehte. Kurt Busch, der direkt davor fuhr, kam mit viel Glück ungeschoren davon.

Mangels Boxenstopp in der von Harvick ausgelösten Gelbphase lag Keselowski auch beim nächsten Restart vor Truex Jr. ganz vorn. Der Penske-Pilot behielt die Oberhand, aber Kyle Larson (Ganassi-Chevrolet) schob sich auf die zweite Position nach vorn. Das Spannende aber: Wenige Positionen dahinter waren die Stewart/Haas-Teamkollegen Harvick und Kurt Busch im Kampf um das letzte Finalticket nun punktgleich!

50 Runden vor Schluss krachte Ricky Stenhouse (Roush-Ford) in Turn 1 heftig in die Mauer und war damit Auslöser für die siebte Gelbphase im Rennen. Es sollte nicht die letzte bleiben. Die Spitze nutzte die Gelegenheit zum Boxenstopp, wobei einige auf vier und einige andere (darunter Harvick) nur auf zwei frische Reifen setzten. Derweil verzichtete Kurt Busch genau wie die Gibbs-Piloten Erik Jones und Denny Hamlin auf einen Stopp und blieb auf der Bahn. Beim Restart würde der ältere Busch-Bruder an zweiter Stelle hinter Jones liegen. Doch bevor es soweit war, kam im Sinne der Aufräumarbeiten nach dem Stenhouse-Crash für wenige Minuten die Rote Flagge heraus.

Crash mit Hamlin kostet Kurt Busch & Elliott den Finaleinzug

Als das Rennen wieder freigegeben wurde, waren noch 44 Runden zu fahren und nun wurde es endgültig dramatisch. Kurt Busch führte, doch ganz innen schob sich Hamlin neben Jones. Ausgangs Turn 2 driftete Hamlin nach außen und drückte Kurt Busch in die Mauer. Keiner gab nach, denn während es für Busch um den Finaleinzug ging, ging es für Hamlin um die vorletzte Chance, die erste sieglose Saison seiner Karriere noch abzuwenden.

Kurt Busch zog den Kürzeren, war damit aber nicht allein. Denn neben ihm wurde auch der ebenfalls noch um das letzte Finalticket kämpfende Chase Elliott in den Crash verwickelt. Sowohl der #41 Stewart/Haas-Ford von Busch als auch der #9 Hendrick-Chevrolet von Elliott wiesen starke Beschädigungen auf. Indes hatte er der ebenfalls noch zitternde Truex Jr. großes Glück, dem Chaos vor ihm irgendwie zu entgehen. Auch Harvick kam durch das Chaos durch.

Gleiches gilt für Kyle Busch, der in diesem Moment aufgrund der Rückschläge der Konkurrenz sein Finalticket schon vorzeitig löste. Diesen Einzug in den finalen Titelkampf wollte der Fahrer des #18 Gibbs-Toyota noch versüßen, indem er das Rennen gewinnt. Im Kampf um die Führung duellierte er sich nun mit seinem Teamkollegen Erik Jones. Busch setzte sich durch, musste aber nochmals Tempo herausnehmen. Denn 27 Runden vor Schluss crashte Alex Bowman (Hendrick-Chevrolet) in Turn 2 und sorgte damit für die bereits neunte Gelbphase des Tages. Wie schon im Falle des Crashs von Stenhouse wenige Runden zuvor, so kam erneut die Rote Flagge heraus - diesmal aber noch bevor Fahrer aus der Spitzengruppe an die Box kamen.

Almirola vs. Harvick: Finales Teamduell um Finaleinzug

Larson war jedoch der einzige Fahrer aus der Spitzengruppe, der die Gelegenheit zum Boxenstopp nutzte. Dieser Stopp des längst nicht mehr im Titelrennen befindlichen Ganassi-Piloten brachte Harvick für den Restart in die erste Reihe neben Spitzenreiter Kyle Busch. Direkt dahinter an dritter Stelle aber lag in Person von Aric Almirola nun ein weiterer Stewart/Haas-Teamkollege Harvicks, der ihn noch aus dem Finale boxen konnte, sollte er selbst das Rennen gewinnen.

Für Spitzenreiter Kyle Busch spielte in diesem Moment der Gedanke eine Rolle, dass er sich im Finale gegen Almirola bessere Chancen ausrechnen dürfte als gegen den achtfachen Saisonsieger Harvick. So führte der jüngere Busch-Bruder das Feld an und Almirola zog sofort mit. Indes fiel Harvick auf der Außenbahn hinter seinen Teamkollegen zurück. Doch nur wenige Runden später war er wieder dran. Gerade als er einen Angriff auf den Zweitplatzierten setzen wollte, gab es nochmals Gelb. Nicht zum ersten Mal in diesem Rennen war Cup-Debütant Tanner Berryhill im Obaika-Toyota der Auslöser, diesmal mit einem Crash in Turn 2.

So gab es mit nur noch einem Dutzend Runden auf der Uhr in der Reihenfolge Kyle Busch, Almirola, Harvick nochmals Grün. Busch bestimmte das Tempo. Dahinter wurde Almirola in Turn 2 weit nach außen getragen und das eröffnete Harvick die Chance zum Angriff. Doch in diesem Moment wurde Harvick von Keselowski überholt, der sich nun seinerseits auf die Verfolgung von Almirola machte und diesen wenig später kassierte. An der Spitze suchte Kyle Busch derweil das Weite.

Finaleinzug: Kurt Busch/Elliott und Almirola/Bowyer außen vor

Schließlich brachte Kyle Busch seinen achten Saisonsieg sicher nach Hause. Keselowski wurde Zweiter vor Almirola, der damit das Duell gegen Harvick um das vierte Finalticket hinter Truex Jr. verlor. Kurt Busch, Chase Elliott und Clint Bowyer hatten ihre letzte Chance auf das letzte Finalticket bereits vorher im dramatischen Rennverlauf verloren.

Mit den vier finalen Titelkandidaten Joey Logano, Kyle Busch, Martin Truex Jr. und Kevin Harvick ist somit alles angerichtet für die "Championship 4" am kommenden Sonntag auf dem Homestead-Miami Speedway. Nach Herstellern wird es somit ein Duell zweier Ford- gegen zwei Toyota-Piloten um den Titel. Chevrolet ist wie schon 2017 beim finalen Vierkampf um den Titel außen vor.

An den beiden Tagen vor dem Saisonfinale der NASCAR-Topliga werden auf dem südlich von Miami gelegenen 1,5-Meilen-Oval in Homestead zunächst die Champions der Truck-Serie und der Xfinity-Serie gekürt. Um den Truck-Titel fahren am Freitag: Brett Moffitt (Hattori-Toyota), Justin Haley (GMS-Chevrolet), Johnny Sauter (GMS-Chevrolet) und Noah Gragson (Busch-Toyota). Um den Xfinity-Titel fahren am Samstag: Cole Custer (Stewart/Haas-Ford), Christopher Bell (Gibbs-Toyota), Tyler Reddick (JR-Chevrolet) und Daniel Hemric (Childress-Chevrolet). 

 

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Event Phoenix 2
Autor Mario Fritzsche