NASCAR: Dale Earnhardt Jr. erklärt den "Jugendwahn"

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NASCAR: Dale Earnhardt Jr. erklärt den
Lee Spencer
Autor: Lee Spencer
13.08.2017, 08:58

Die alte Garde wird ausgemustert: NASCAR-Publikumsliebling Dale Earnhardt Jr. erklärt, weshalb mehr und mehr junge Talente zum Zuge kommen und Erfahrung nicht mehr gefragt ist.

Alex Bowman, Hendrick Motorsports, Chevrolet
Alex Bowman, Hendrick Motorsports, Chevrolet
Gene Haas, Haas Automotive mit Kurt Busch, Stewart-Haas Racing Chevrolet
Kurt Busch, Stewart-Haas Racing, Ford; Brad Keselowski, Team Penske, Ford; Matt Kenseth, Joe Gibbs R
Matt Kenseth, Joe Gibbs Racing, Toyota; Kurt Busch, Stewart-Haas Racing, Ford
Dale Earnhardt Jr., Hendrick Motorsports Chevrolet
Kasey Kahne, Hendrick Motorsports Chevrolet, Rick Hendrick
Kasey Kahne, Hendrick Motorsports Chevrolet
Erik Jones, Furniture Row Racing Toyota

Denn aktuell ist der wahrscheinlich größte Generationenwechsel im Gange, den NASCAR je gesehen hat. Und das hat auch gute Gründe, wie "Junior" meint: Das Geld sitzt nicht mehr so locker wie in der Vergangenheit.

"Viele der jungen Fahrer fahren für ein weitaus geringeres Gehalt, für ein Fünftel oder ein Zehntel dessen, was ein Routinier erhält. Und das Geld, das übrig bleibt, kann in das Team investiert werden", sagt Earnhardt Jr.

Es sei an der Zeit für NASCAR-Teams, ökonomisch zu denken. Denn weil wichtige Sponsorengelder nicht mehr in dem Umfang früherer Tage vorhanden sind oder ganz wegfallen, muss auch an einem der bisher größten Kostenpunkte gespart werden – an den Fahrergehältern.

Und so werden einige NASCAR-Haudegen schlicht zu teuer für ihre Teams. Bei Joe Gibbs Racing etwa muss Matt Kenseth seinen Platz räumen, bei Stewart-Haas Racing wurde die Option auf Kurt Busch nicht gezogen. Auch Kasey Kahne ist seinen Platz bei Hendrick Motorsports schon los, vorzeitig.

Die Nachfolger sind teilweise bereits verpflichtet – in der Mehrheit junge Burschen, die erst am Anfang ihrer Cup-Karriere stehen. "Aber sie fahren eben für einen Bruchteil dessen, was Routiniers einstreichen", sagt Earnhardt Jr., der selbst zu den meistverdienenden NASCAR-Piloten zählt, seine Karriere aber nach der Saison 2017 beendet.

Für die Teams sei es eine einfache Rechnung: "Du hast ein junges Talent mit viel Potenzial auf der einen Seite und einen etablierten Veteran auf der anderen Seite. Doch der alte Hase will das vier-, fünf- oder sechsfache an Geld. Als Teambesitzer nimmst du daher den jungen Kerl, weil es finanziell sinnvoller ist."

Alex Bowman als Nachfolger von Earnhardt Jr. etwa wird deutlich weniger verdienen als der große NASCAR-Star, auch Erik Jones dürfte Joe Gibbs Racing wesentlich billiger kommen als Kenseth.

Eine normale Entwicklung, wie Earnhardt Jr. meint. "Es hat eine Weile gedauert, bis die Rezession eingesetzt hat. Damit hat sich aber alles verändert. Und das hat nun auch Auswirkungen auf die Fahrerverträge und die Entscheidung der Teambesitzer."

"Du kannst heute einem Fahrer nicht mehr 5 bis 8 Millionen US-Dollar bezahlen, wenn du keine 10 Millionen US-Dollar an Sponsorengeldern mehr auftreiben kannst. Das geht nicht mehr", erklärt Earnhardt Jr.

"Die Fahrer müssen verstehen, dass jetzt ein anderer Wind weht. Und wenn ihnen dergleichen noch nicht passiert ist, dann kommt das noch."

"Es ist eine Trendwende für unseren Sport, zum Besseren. Die Gehälter kommen in eine realistische Gegend dessen, wie viel Geld aus dem kommerziellen Amerika in unsere Rennserie fließt. Alles muss sich verändern, auch die Honorare der Piloten."

 

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