Kurioser Zwischenfall bei NASCAR: Krankenwagen in der Boxeneinfahrt

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Kurioser Zwischenfall bei NASCAR: Krankenwagen in der Boxeneinfahrt
Jim Utter
Autor: Jim Utter
10.09.2017, 09:11

Das letzte Rennen der Regular-Season im NASCAR-Kalender 2017 in Richmond hat mehrere kuriose Geschichten geschrieben. Die wildeste davon war ein stehender Krankenwagen in der Boxeneinfahrt.

Pace-Laps
Kevin Harvick, Stewart-Haas Racing Ford, Clint Bowyer, Stewart-Haas Racing Ford
Ryan Blaney, Wood Brothers Racing Ford, Clint Bowyer, Stewart-Haas Racing Ford
Matt Kenseth, Joe Gibbs Racing Toyota
Matt Kenseth, Joe Gibbs Racing Toyota
Start: Matt Kenseth, Joe Gibbs Racing Toyota, führt
Matt Kenseth, Joe Gibbs Racing Toyota
Martin Truex Jr., Furniture Row Racing Toyota, Kyle Busch, Joe Gibbs Racing Toyota
Martin Truex Jr., Furniture Row Racing Toyota

Der Zwischenfall ereignete sich unmittelbar nach einem Dreher von Danica Patrick in der 256. von 400 Rennrunden im 26. NASCAR-Saisonrennen am Richmond International Raceway. Die Rennleitung rief aufgrund des Unfalls eine Gelbphase aus, woraufhin die Fahrer kollektiv zum Boxenstopp abbogen – nur, um mitten in der Boxeneinfahrt einen stehenden Krankenwagen vorzufinden.

Ein Video dokumentiert die wilde Szene.

Einige Piloten leiteten gerade noch rechtzeitig Ausweichmanöver ein. Kyle Busch etwa gelang nur mit qualmenden Reifen die Einfahrt in die Boxengasse, doch hinter ihm krachte es: Matt Kenseth fuhr auf den vor ihm fahrenden Clint Bowyer auf und beschädigte sich sein Auto so schwer, dass er das Rennen aufgeben musste. Auch Bowyer fuhr mit Schäden an die Box. Pikant: Sowohl Bowyer als auch Kenseth kämpften in Richmond um den Einzug in die NASCAR-Playoffs 2017, die Kenseth letztlich mit viel Glück über die Punktewertung erreichte.

Und so muss sich NASCAR nun der Frage stellen: Was hatte der Krankenwagen auf der Rennstrecke zu suchen? Darauf wusste die US-amerikanische Rennserie zunächst keine Antwort und führte ein "Missverständnis" als Erklärung an. Später sprach NASCAR-Vizepräsident Scott Miller davon, dass eine Anweisung der Rennleitung nicht korrekt umgesetzt worden sei. "Der Krankenwagen hielt nicht an, als er hätte anhalten sollen", meint er. Als das Fahrzeug schließlich hielt, stand es den NASCAR-Fahrern genau im Weg.

Da habe etwas "nicht gepasst", räumt Miller ein, verteidigt aber zugleich die Rennleitung in Richmond: "Es geht alles sehr schnell. Jede Strecke hat ihre eigene Charakteristik und hier ist die Boxeneinfahrt eben sehr eng. Wir werden das analysieren und bessere Arbeit leisten. Wir werden sicherstellen, dass das nicht erneut passiert."

Das ist auch nötig, denn schon beim Frühjahrsrennen in Richmond waren die Piloten über ein Fahrzeug der Streckensicherung "gestolpert". Im Herbstrennen bildete nun also ein Krankenwagen eine Schikane in der Boxeneinfahrt, die noch dazu in einer Kurve liegt.

"Ich weiß beim besten Willen nicht, warum die Boxengasse geöffnet war, obwohl ein Krankenwagen davor stand", sagt Kenseth. Die daraus entstehende Situation beschreibt er als "Ziehharmonika-Effekt" und meint: "Ich konnte das Auto einfach nicht rasch genug verzögern. Jeder stieg auf die Bremse, doch ich sah es nicht rechtzeitig und fuhr auf den Rennwagen vor mir auf."

NASCAR-Tabellenführer Martin Truex Jr. wertet den Krankenwagen-Zwischenfall indes als "unentschuldbar" und erklärt: "Wer auch immer die Boxengasse freigibt, muss unbedingt aufpassen, was auf der Strecke vor sich geht. Da war jemand nicht aufmerksam genug oder hat seinen Job nicht richtig gemacht. Auf diesem Niveau ist das nicht zu entschuldigen."

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