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NASCAR Richmond: Martin Truex Jr. beendet Short-Track-Fluch

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NASCAR Richmond: Martin Truex Jr. beendet Short-Track-Fluch
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14.04.2019, 03:02

Im 80. Anlauf gelingt Martin Truex Jr. bei spannendem Dreikampf endlich ein Sieg auf einem Short-Track - Gleichzeitig triumphiert er erstmals für Joe Gibbs Racing

Martin Truex Jr. hat seinen Short-Track-Fluch beendet. Beim Toyota Owners 400 auf dem Richmond Raceway siegte er Sm amstagabend unter Flutlicht und hat damit erstmals seit seinem Teamwechsel von Furniture Row Racing zu Joe Gibbs Racing wieder gewonnen.

Fotos: Toyota Owners 400 in Richmond

Weil das Furniture-Row-Team, mit dem er 2017 den NASCAR-Titel errungen hatte, nach Saisonende 2018 zusperren musste, dockte Truex Jr. für 2019 beim Gibbs-Team an. Nach durchwachsenen ersten Rennen hat für ihn nun beim neunten Saisonrennen alles gepasst.

Mit 186 Führungsrunden verbuchte Truex Jr. einmal mehr die meisten in Richmond, diesmal aber führte er endlich auch in der entscheidenden letzten Runde. Die Serie, wonach in der Saison 2019 bislang nur Penske- oder Gibbs-Piloten gewonnen haben, geht damit weiter.

Rennergebnis: Toyota Owners 400 in Richmond

"Ich hatte heute Abend das beste Auto, aber ich habe gerade hier auch schon Rennen mit dem besten Auto verloren. Diesmal hat es gepasst", so der erste Kommentar von Sieger Truex Jr.

 

Doch es war knapp. Im Ziel hatte Truex Jr. gerade mal 0,178 Sekunden Vorsprung auf den Zweitplatzierten Joey Logano (Penske-Ford). Und auch der Dritt- und Viertplatzierte - die Stewart/Haas-Piloten Clint Bowyer und Kevin Harvick - kamen trotz eines langen finalen Green-Flag-Runs innerhalb einer halben Sekunde zum Sieger ins Ziel.

Stage 1: Acht Rückversetzungen - Kyle Busch vorn

Bei der Technischen Inspektion nach dem Qualifying waren diesmal gleich acht der 37 Autos durchgefallen. Somit ging es für acht Piloten auf die hinteren Startplätze, darunter für vier, die sich in den Top 10 qualifiziert hatten: Erik Jones (Gibbs-Toyota), Chase Elliott (Hendrick-Chevrolet), Daniel Suarez (Stewart/Haas-Ford) und Jimmie Johnson (Hendrick-Chevrolet).

Von der Pole-Position ging unabhängig davon zum zweiten Mal in dieser Saison Kevin Harvick (Stewart/Haas-Ford) ins Rennen. Damit wurde der Serie von zuvor acht unterschiedlichen Pole-Inhabern beim neunten Qualifying 2019 ein Ende gesetzt. Harvick führte im Rennen aber nur bis zur angekündigten Competition-Caution, die es nach 40 Runden aufgrund vorangegangener Regenfälle gab.

An der Box wurde nicht Harvick, sondern Kyle Busch (Gibbs-Toyota) am schnellsten abgefertigt. So übernahm der dreifache Saisonsieger die Führung. Und diese gab er bis zum Ende des ersten Rennsegments (Stage 1) nicht mehr ab. Kyle Busch holte sich den ersten Stage-Sieg des Abends vor Joey Logano und Martin Truex Jr.

Stage 2: Larson crasht, Busch bestraft, Logano vorn

In Stage 2 machte Kyle Busch zunächst da weiter, wo er in Stage 1 aufgehört hatte: in Führung liegend vor Joey Logano. In der 125. von insgesamt 400 Rennrunden kam dann das Aus für Kyle Larson. An seinem Ganassi-Chevrolet gab es nach einer Berührung mit Daniel Hemric (Childress-Chevrolet) einen Reifenschaden hinten links. Was folgte, war ein Dreher mit heftigem Einschlag auf Höhe Start/Ziel.

 

Im September 2017 hatte Larson eben in Richmond zuletzt gewonnen. Seither kam bei ihm wieder und wieder etwas - oder jemand - dazwischen. Hin und wieder vergab er auch selbst die Chance auf seinen nächsten Sieg.

Derweil wurde Spitzenreiter Kyle Busch beim Verlassen seiner Box nach dem Boxenstopp unter Gelb "geblitzt" und musste sich am Ende der Führungsrunde (P26) einsortieren. So erbte Gibbs-Teamkollege Martin Truex Jr. die Spitze. Auf der Jagd nach seinem längst überfälligen ersten Short-Track-Sieg schien ihm der Stage-Sieg schon sicher.

Doch fünf Runden vor der grün/weiß karierten Flagge wurde Truex Jr. noch abgefangen. Joey Logano zog vorbei, als ausgerechnet sein Penske-Teamkollege Ryan Blaney zur Überrundung durch Truex Jr. anstand. So war es Logano, der sich den Stage-Sieg holte, gefolgt von Truex Jr. und Kevin Harvick.

Finaler Dreikampf um den Sieg

Beim Boxenstopp während des Übergangs zum entscheidenden Rennsegment behielt Joey Logano die Führung und verteidigte diese auch beim Restart souverän. Während Martin Truex Jr. dem Penske-Piloten auf den Fersen blieb, lag dessen durch Strafe zurückgefallener Gibbs-Teamkollege Kyle Busch zu diesem Zeitpunkt schon wieder in den Top 10.

Ein Crash von Michael McDowell (Front-Row-Ford) nach Reifenschaden in Turn 1 sorgte gut 150 Runden vor Schluss für die letzte Gelbphase. Und bei dieser Gelegenheit holte sich Truex Jr. dank schneller Arbeit seiner Gibbs-Crew die zuvor an Logano verlorene Führung zurück. Der Penske-Pilot wiederum fiel beim Restart auch noch hinter seinen Teamkollegen Brad Keselowski zurück. Indes knackte Kyle Busch bereits die Top 5.

Wenig später war es Keselowski, der Truex Jr. an der Spitze ablöste. Nach wenigen Runden kam es aber erneut zum Platztausch und auch nach dem letzten (und gleichzeitig ersten) Green-Flag-Stop des Abends lag der #19 Gibbs-Toyota in Front.

In der Schlussphase aber setzte ihm Clint Bowyer (Stewart/Haas-Ford) mächtig zu. Doch nachdem Bowyer mehrfach fast auf gleicher Höhe lag, fiel er seinerseits in die Hände von Verfolger Logano. So nahmen die Top 3 die letzten zehn Runden nur durch etwas mehr als eine halbe Sekunde getrennt unter die Räder.

Logano und Bowyer knapp geschlagen

Vier Ruden vor Schluss verlor Bowyer die zweite Position an Logano, der in Turn 2 außen vorbeizog. Der Penske-Pilot machte sich daraufhin auf die Verfolgung von Spitzenreiter Truex Jr. Doch anders als noch im Oktober 2018 in Martinsville kam Logano diesmal nicht nahe genug.

Logano kreuzte die Linie als Zweiter vor Bowyer, während Truex Jr. im 80. Anlauf endlich seinen ersten Short-Track-Sieg eintütete. Dessen Teamkollege Kyle Busch rutschte im letzten Green-Flag-Run noch bis auf P8 ab. Derweil fuhr Denny Hamlin mit seinem Gibbs-Toyota vom Ende des Feldes gestartet auf P5.

Im NASCAR Cup-Kalender 2019 steht nun das erste von nur zwei rennfreien Wocheneden an. Da am Osterwochenende traditionell nicht gefahren wird, geht es erst in zwei Wochen weiter - und zwar auf dem Talladega Superspeedway.

Im Unterschied zum Saisonauftakt, dem Daytona 500, ist dieses zweite Superspeedway-Rennen der Saison das erste, das nicht mit Restrictor-Plates gefahren wird. Stattdessen kommen ab sofort auch in Talladega und Daytona im Sinne der Begrenzung der Motorleistung die sogenannten Tapered-Spacer zum Einsatz.

Mit Bildmaterial von LAT.

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Rennserie NASCAR Cup
Event Richmond
Autor Mario Fritzsche