Plädoyer für mehr Short-Tracks im NASCAR-Kalender

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Plädoyer für mehr Short-Tracks im NASCAR-Kalender
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09.04.2019, 08:38

Das Rennen der NASCAR-Serie am Bristol Motor Speedway beweist: Short-Tracks sind eine wichtige Zutat für die Zukunft von NASCAR

Liebe Leserinnen und Leser,

das Rennen der NASCAR in Bristol am vergangenen Sonntag hat wieder bewiesen, wie wichtig Short-Tracks für die Serie sind. In einem äußerst spannenden 500 Runden langen Rennen zeigten die Fahrer genau das, was viele NASCAR-Fans sehen wollen: spannendes, hartes Racing, in dem Kontakt erwünscht ist. Im Rahmen der Kalender-Revolution im Jahr 2021 hat NASCAR die Chance, weitere Short-Tracks in das Programm aufzunehmen und sich somit auf seine Wurzeln zu besinnen.

Ein Short-Track ist ein Oval mit einer Länge von weniger als einer Meile (1,6 Kilometer). Diese Strecken sind in der NASCAR-Geschichte immer ein Garant für Spannung und Action gewesen. Im aktuellen Kalender sind jedoch nur noch drei dieser Strecken übrig: Bristol, Martinsville und Richmond. Im Laufe der Jahre haben sich immer mehr 1,5-Meilen-Oval in den Kalender etabliert, weshalb viele traditionelle Strecken - auch Short-Tracks - weichen mussten.

Den Short-Tracks ging es bereits im Jahr 1972 richtig an den Kragen: Damals verkürzte NASCAR den Kalender heftig und strich 13 Short-Tracks aus dem Programm der drei nationalen Ligen. Ein weiterer berühmter Kurs, der nicht mehr dabei ist, ist der North Wilkesboro Speedway, der im Jahr 1996 zuletzt befahren wurde. Ganze 93 Rennen wurden dort auf Cup-Ebene gefahren.

Die Chance im Jahr 2021

Mit der Revolution des Kalenders im Jahr 2021 hat NASCAR eine große Chance, sich wieder auf sein starkes Fundament zu fokussieren. Die 1,5-Meilen-Ovale, also die sogenannten Cookie Cutter, geraten immer mehr in die Kritik, weil viele Rennen auf diesen Kursen nicht die gewünschte Spannung generieren. Bristol hat am vergangenen Sonntag wieder gezeigt, dass Short-Tracks genau das Racing liefern, das viele NASCAR-Fans so lieben.

Auch Martinsville und Richmond waren in den vergangenen Jahren immer wieder Schauplätze für das besondere Etwas, das NASCAR ausmacht. Die Fahrer können sich in der Regel an der Spitze nicht allzu sehr absetzen, der Verkehr garantiert spannende, haarige Situationen und ganz wichtig: es gibt eine Menge Kontakt, ohne dass es zu brutalen Crashs kommt. Es muss nicht immer knallen, aber ein gekonnter "bump and run" versüßt jedes NASCAR-Rennen.

Für die Saison 2021 bietet sich ein Short-Track gerade zu an, um in den Kalender aufgenommen zu werden: der Iowa Speedway. Das Oval ist seit Jahren Teil der Xfinity- und Truck-Serie und hat damit die nötige Infrastruktur, ein Cup-Rennen zu veranstalten. Aber es gibt noch viele weitere Kandidaten, die eines Tages für ein Rennen im NASCAR-Oberhaus geeignet sein könnten, wenn die nötigen Investitionen getätigt werden - wie das Oval in Nashville.

Iowa

Der Iowa Speedway ist ein möglicher Kandidat für die Cup-Serie

Da lohnt sich ein Blick in die ARCA-Serie oder vierte NASCAR-Liga. In diesen Nachwuchsmeisterschaften werden viele kleinere Ovale besucht, die das Potenzial haben, auch für die nationalen Ligen in Betracht gezogen zu werden.

Zurück zu den Wurzeln

Außerdem bildet das Short-Track-Racing in Amerika das Fundament für den Stockcar-Sport. Viele junge Talente starten ihre Karriere auf den lokalen Short-Tracks, auf denen unter anderem mit Late-Models oder Legend-Cars gefahren wird.

Mit der Aufnahme von mehr kurzen Ovalen könnte NASCAR also gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen: Die Anzahl der weniger beliebten 1,5-Meilen-Ovale könnte reduziert werden und NASCAR könnte sich wieder seiner Basis annähern. Das Ergebnis: Es gibt eine größere Anzahl an echten Saisonhighlights.

Die Rennen in Bristol, Martinsville und Richmond sprechen Jahr für Jahr für sich! NASCAR hat mit den Short-Tracks genau die richtigen Zutaten, auch in Zukunft eine Rennserie mit eigenem Charme und einem besonderen Charakter zu bleiben. Ich denke: schmeißt alle doppelten 1,5-Meilen-Ovale aus dem Kalender heraus und ersetzt sie mit Short-Tracks und ein bis zwei Rundkursen und die Einschaltquoten steigen wieder!

Aufgrund der Vertragslage mit den Strecken waren im Jahr 2020 noch keine großen Veränderungen am Kalender möglich. NASCAR sagt jedoch, dass das neue Programm nur ein erster Schritt der Kalender-Revolution sei. Es bleibt also viel Hoffnung, dass es im Jahr 2021 einige Überraschungen im Fahrplan der Cup-Serie geben wird.

André Wiegold

Mit Bildmaterial von LAT.

 
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