Romain Grosjeans NASCAR-Pläne nehmen Gestalt an

Nach Romain Grosjean selbst bekräftigt nun auch das Haas-Imperium das große Interesse an einem NASCAR-Auftritt des Formel-1-Piloten.

Anlässlich seines ersten Besuchs im Headquarter des Haas F1 Teams in Kannapolis (North Carolina) ist Romain Grosjean im Herbst 2015 auf den Geschmack gekommen. Die NASCAR-Boliden im direkt nebenan befindlichen Headquarter von Stewart/Haas Racing haben es dem Formel-1-Piloten sofort angetan.

So sprach Grosjean bereits vor Wochen davon, einen NASCAR-Boliden mindestens testen zu wollen – anschließende Gaststarts bei Rennen nicht ausgeschlossen. Nur eine Bedingung möchte der Franzose erfüllt sehen. „Ein Oval kommt für mich nicht in Frage. Da hätte ich zu viel Angst, denn das ist eine ganz eigene Disziplin", sagte Grosjean im März dieses Jahres.

NASCAR-Gaststart in Sonoma oder Watkins Glen?

Doch in Sonoma oder Watkins Glen, den beiden Rundkursen im Kalender der NASCAR-Topliga Sprint-Cup, könnte Grosjean sehr wohl ins Lenkrad greifen. Dies wird nun auch im Haas-Lager bestätigt. "Das Thema steht ganz klar auf unserer Wunschliste", bekennt Joe Custer, Betriebsleiter bei Stewart/Haas Racing, im Gespräch mit Motorsport.com.

Bildergalerie: Neuer Asphalt in Watkins Glen

"Wir müssen das Ganze einfach auf die Beine stellen. Ob es in diesem Jahr, im nächsten Jahr oder wann auch immer passiert, weiß ich nicht", sagt Custer, der in diesem Zusammenhang weiter denkt als nur daran, Grosjean einen persönlichen Wunsch zu erfüllen: "Nichts wäre interessanter als einen Formel-1-Fahrer bei einem NASCAR-Rennen starten zu lassen. Das wäre für alle eine tolle Geschichte, denn es würde mehr Interesse generieren."

Fotos: Romain Grosjean mit Haas F1 in der Formel-1-Saison 2016

Die Sprint-Cup-Rennwochenenden 2016 auf den beiden Rundkursen überschneiden sich nicht mit dem Formel-1-Kalender. In Sonoma wird am 26. Juni (eine Woche nach dem Grand Prix von Europa in Baku) gefahren. Der Watkins-Glen-Termin (7. August) liegt in der Formel-1-Sommerpause.

"Ich bin mir nicht sicher, wann es klappen könnte, aber das Thema steht auf unserer Wunschliste", unterstreicht Custer nachdrücklich. Dabei möchte man Schritt für Schritt vorgehen. "Zunächst einmal wollen wir ihm einen Test ermöglichen. Er wäre ja ein Rookie. Also müssen wir einfach einen Termin finden", so der Betriebsleiter von Haas F1.

Das NASCAR-Team Stewart/Haas Racing, das in den Jahren 2011 (Tony Stewart) und 2014 (Kevin Harvick) den Sprint-Cup-Titel gewann, setzt derzeit vier Autos auf Vollzeitbasis ein (Stewart, Harvick, Kurt Busch und Danica Patrick). Damit ist das im NASCAR-Reglement festgeschriebene Maximalaufgebot eines Teams ausgereizt.

Im Reglement ist aber auch festgehalten, dass bei bis zu sieben Rennen pro Saison ein fünftes Auto für einen Rookie eingesetzt werden darf. "Fünf Autos oder vier Autos? Oder tritt er für ein anderes Team an? All dieses Details müssen wir klären. Dafür haben wir genügend Zeit", bemerkt Custer ebenso entspannt wie entschlossen.

Grosjean wäre nicht der erste Fahrer mit Formel-1-Erfahrung, der einen Fuß in die NASCAR-Tür setzt. Zuletzt vollzog Kimi Räikkönen diesen Schritt als er im Mai 2011 in Charlotte je ein Rennen in der zweiten und dritten NASCAR-Liga (Xfinity-Serie und Truck-Serie) bestritt. Der Finne befand sich damals inmitten einer zweijährigen Formel-1-Auszeit, die er in erster Linie mit Einsätzen in der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) überbrückte.

Juan Pablo Montoya vollzog gar den direkten Umstieg aus der Formel 1 in die NASCAR. Im Anschluss an seine im Sommer 2006 unrühmlich zu Ende gegangene Grand-Prix-Karriere fuhr der Kolumbianer sieben Jahre lang auf Vollzeitbasis im Sprint-Cup und gewann dabei zwei Rennen – bezeichnend, dass Montoyas Siege nicht im Oval, sondern in Sonoma (2007) und Watkins Glen (2010) zustande kamen.

Das Gespräch führte Lee Spencer

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Fahrer Romain Grosjean
Teams Stewart-Haas Racing , Haas
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