Wo ist die Linie? NASCAR-Chef Brian France erklärt...

Zum Saisonende stellt NASCAR-Chef Brian France traditionell seinen Standpunkt zu den aktuellen Themen dar. So auch am Freitag in Homestead.

Zentraler Punkt war in diesem Jahr natürlich der Streit zwischen Joey Logano (Penske-Ford) und Matt Kenseth (Gibbs-Toyota), der in einem Revanchefoul und einer Sperre für Kenseth endete.

France hatte vor einigen Tagen den ersten Kontakt der beiden Kontrahenten in Kansas mit den Worten: „Das ist die Quintessenz der NASCAR‟ kommentiert und lies Logano straffrei. Das Kenseth-Revanchefoul von Martinsville aber nicht.

In Homestead unterfütterte France nun seine damaligen Ausführungen und führte auch das Beispiel Jeff Gordon gegen Brad Keselowski vor einem Jahr in Texas ins Feld. Damals endete der Zwist in einer handfesten Keilerei. Wie Kansas war Texas damals der finale Kampf um den Sieg.

„Es ist spät im Rennen und sie riskieren alles, dann kracht es‟, sagte France. „Das sind wir. Das ist die Quintessenz der NASCAR.‟

„Ein Kontakt spät im Rennen ist einfach ein Teil von uns und wir sollten nicht überrascht sein, wenn so etwas geschieht. Das war auch immer so.‟

„Klar hatten wir nach Kansas alle Mitgefühl für Matt, denn er hat einfach den Kürzeren gezogen. Aber für NASCAR war dies ein simpler Rennunfall, der jederzeit passieren kann.‟

Nicht aber das Revanchefoul von Martinsville, als Kenseth bereits chancenlos zurücklag und Leader Logano abschoss.

„Die Linie ist dann überschritten, wenn du absichtlich einen Banzai-Move startest mit der einzigen Intention, jemanden aus dem Rennen zu nehmen. Dann greifen wir ein, so wie wir es nach Martinsville gemacht haben.‟

Diese unsichtbare Linie sei, so France weiter, den Fahrern bekannt: „Kein einziger Pilot kam in den letzten Wochen zu uns und hat nachgefragt. Warum? Weil sie es alle wissen.‟

Übrigens: Kenseth und Logano wurden vor dem ersten Freien Training in Homestead noch einmal zur Ausspreche mit dem NASCAR-Chef zitiert.

Viel Lob für das neue Chase-Format

Mit dem neuen Chase-Format, das nun im zweiten Jahr existiert, ist France hochzufrieden.

„Das Format hat unsere Erwartungen übertroffen‟, sagte er. „Es hat unglaublich intensive Momente gebracht. Auch die Performance wurde gesteigert, weil jedes Wochenende mehr auf dem Spiel steht. Fahrer und Teams müssen darauf reagieren und heben so das Level, die Intensität und auch das Können nach oben.‟

Zudem deutete France an, dass ein Playoff-System auch in der Xfinity-Serie und bei den NASCAR-Trucks in Arbeit sei.

„Das wird von unseren Partnern in diesen Serien gewünscht. Aber dann in einer jeweils eigenen Version. Den perfekten Weg haben wir noch nicht gefunden, aber wir arbeiten daran.‟

Auch das lästige Thema Regen, das NASCAR seit vielen Jahren immer wieder beeinflusst, kam zur Sprache. Der Wetterbericht von Homestead ist nach wie vor schlecht, was die Titelentscheidung am Sonntagabend durchaus beeinflussen könnte.

„Wir gehen mit allen Optionen in dieses Wochenende. Wir werden versuchen, alle 267 Runden zu fahren. So wie es schon immer unsere Politik und unsere Philosophie war.‟

„Aber regenverkürzte Rennen und die damit verbundenen Konsequenzen sind Teil unseres Racings, Teil unseres Spiels. Ich hoffe nicht, dass dies am Sonntag so sein wird, aber es könnte sein.‟

Wobei France auch betonte, dass die neue Technologie der Air-Titans, wie zuletzt in Martinsville und Phoenix, NASCAR-Racing überhaupt erst möglich gemacht hat.

„Natürlich sind viele Dinge noch nicht perfekt, aber auch das war immer Teil unseres Spiels. In Phoenix hat man gesehen, dass dies dann auch zu einem Strategiespiel wird.‟

„Du musst das Wetter als einen entscheidenden Faktor einbeziehen, so leid mir das auch tut. Hoffentlich kommt es nicht soweit, dass dies auch am Sonntag ein Faktor werden wird.‟

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Rennserien NASCAR Cup
Fahrer Matt Kenseth , Joey Logano
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