Johnny Sauter gewinnt dramatischen Truck-Saisonauftakt in Daytona

Beim ersten Start nach dem Wechsel zu GMS Racing fährt Johnny Sauter zum Sieg – „Big One“ mit 13 Trucks und Überschlag von Christopher Bell.

Dramatischer Auftakt in die Saison 2016 der NASCAR-Trucks: Das NextEra Energy 250 in Daytona sah am Freitagabend unter Flutlicht sechs Gelbphasen, einen „Big One“ mit 13 Trucks und in der letzten Runde einen mehrfachen Überschlag von Christopher Bell (Busch-Toyota). Glücklicherweise blieb es in allen Fällen bei Blechschäden.

Als sich das Chaos der letzten Runde(n) gelegt hatte, war es Johnny Sauter (GMS-Chevrolet), der sich über den Sieg beim Saisonauftakt freuen durfte. Zum Zeitpunkt der letzten Gelben Flagge in Runde 100 hatte er die Nase seines grünen Chevrolet Silverado knapp vor den beiden - Stand heute - Teilzeitstartern Ryan Truex (Hattori-Toyota) und Parker Kligerman (Benton-Ford).

Fotogalerie: Truck-Saisonauftakt in Daytona

Für den glücklichen Sieger Johnny Sauter ist es ein Einstand nach Maß im neuen Team. Nach sieben Jahren in Diensten von ThorSport Racing trat der Truck-Routinier nun zum ersten Mal für GMS Racing an. „Als die 81 (Ryan Truex; Anm. d. Red.) beim letzten Restart die Innenbahn wählte, hatte ich alles, was ich wollte", lautete Sauters erster Kommentar in der Victory Lane.

"Ich wollte unbedingt die Außenbahn haben. Der richtige Schwung ist auf dieser Strecke alles", so der 37-jährige Neuzugang bei GMS Racing, für den es der erste Sieg seit August 2014 auf dem Michigan Speedway und nach 2013 der zweite beim Saisonauftakt in Daytona ist.

Keine Clock-Caution bei der Premiere der Caution-Clock

Das 100-Runden-Rennen unter Flutlicht sah insgesamt sechs Gelbphasen, die das Feld immer wieder zusammenführten. Dabei handelte es sich um fünf Cautions aufgrund von Crashs und eine aufgrund von Kleinteilen (Debris).

Die für diese Saison ausschließlich in der Truck-Serie eingeführte Caution-Clock brachte zumindest in Daytona noch keine Gelbphase hervor. Eines wurde dennoch deutlich: Die Neuerung ist nicht nur ein Show-Element, sondern vor allem auch ein strategisches.

Das Starterfeld der Truck-Saison 2016 in der Übersicht

Kurz vor Halbzeit der 100-Runden-Distanz tickte die jeweils auf 20 Minuten geeichte Caution-Clock bis auf wenige Sekunden herunter. In diesem Moment jedoch gab es aufgrund eines Crashs ohnehin Gelb.

Was war passiert? Christopher Bell und Cody Coughlin (beide Busch-Toyota) sowie Spencer Gallagher (GMS-Chevrolet) gerieten am Eingang der Boxengasse aneinander. Das Feld hatte versucht, im letzten Moment vor der zu erwartenden Clock-Caution an die Box zu kommen. Dabei ging den genannten Piloten am Eingang der Boxengasse der Platz aus.

„Big One“ mit 13 Trucks

Während das Rennen für Cody Coughlin gelaufen war, konnten Christopher Bell und Spencer Gallagher ihre Fahrt fortsetzen. Für Bell freilich sollte sie in der letzten Runde auf dramatische Weise enden. Bevor es jedoch in den letzten Umlauf gehen konnte, sorgte acht Runden vor Schluss ein „Big One“ mit 13 Trucks für eine Unterbrechung mit der Roten Flagge.

Auf der Innenbahn der Gegengerade hielt Ryan Truex die Führung, als der ihm folgende Cameron Hayley (ThorSport-Toyota) von seinem wiederum ihm im Nacken sitzenden Teamkollegen Timothy Peters auf eine Umlaufbahn geschickt wurde. Da der Kontakt in der absoluten Spitzengruppe des dichten Daytona-Pulks passierte, brach unweigerlich das Chaos aus.

 

 

 

 

Neben Hayley und Peters wurden deren ThorSport-Teamkollege Matt Crafton, die beiden Keselowski-Ford von Austin Theriault und Tyler Reddick, die Busch-Toyota von William Byron, Daniel Suarez und Rico Abreu sowie Cole Custer (JR-Chevrolet), John Wes Townley (Athenian-Chevrolet), John Hunter Nemechek (Nemco-Chevrolet), Ben Kennedy (Red-Horse-Toyota), Austin Self (AM-Toyota) und Chris Fontaine (Harmon-Toyota) in den Massencrash verwickelt.

Wilder Überschlag von Christopher Bell

Beim Restart nach der Roten Flagge wählte Spitzenreiter Ryan Truex zur Freude des späteren Siegers Johnny Sauter die Innenbahn. Auf der Anfahrt zu Turn 1 der letzten Runde wurde es dann im dichten Pulk erneut zu eng. Timothy Peters, der kurz zuvor den „Big One“ ausgelöst hatte, bog nach links in Richtung innerer SAFER-Barrier ab, während Christopher Bell nach oben abbog und dort zum wilden Überschlag ansetzte.

Bells schwarzer Toyota Tundra von Kyle Busch Motorsports blieb nach mehreren Rollen schwer beschädigt liegen, doch der 21-Jährige, der im vergangenen Jahr das Dirt-Track-Rennen der Trucks auf dem Eldora Speedway gewonnen hatte, gab nach wenigen Sekunden umgehend Entwarnung, indem er das Sicherheitsnetz im Seitenfenster selbst ausklinkte.

 

 

 

Da der Überschlag von Bell passierte, als die Weiße Flagge für die letzte Runde bereits geschwenkt wurde, kam die neue Overtime-Regel anders als noch am vergangenen Samstag beim Sprint-Unlimited der Sprint-Cup-Piloten nicht zum Einsatz.

Hinter den Top 3 Johnny Sauter, Ryan Truex und Parker Kligerman kamen Brandon Brown (Brown-Chevrolet) und Travis Kvapil (Make-Chevrolet) unter Gelb auf den Plätzen vier und fünf ins Ziel. Hier geht's zum kompletten Rennergebnis.

Das zweite Rennen der Truck-Saison 2016 (Saisonvorschau) steigt am kommenden Wochenende in Atlanta.

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