Xfinity: Chase Elliott gewinnt Generalprobe in Daytona

Beim Saisonauftakt der zweiten NASCAR-Liga fährt Chase Elliott für das Team von Dale Earnhardt Jr. zum Sieg – Joey Logano verpasst historischen Penske-Sieg knapp.

Beim Daytona 500 der NASCAR-Topliga Sprint-Cup startet er am Sonntag von der prestigeträchtigen Pole-Position, am Samstag holte er sich beim Saisonauftakt der zweiten NASCAR-Liga – der Xfinity-Serie – den Sieg: Chase Elliott (JR-Chevrolet) ist der Sieger des Powershares QQQ 300 auf dem Daytona International Speedway.

Anders als beim wilden Truck-Rennen am Freitagabend blieben beim Xfinity-Rennen erfreulicherweise die ganz großen Crashs aus. Die Anfangsphase des 120-Runden-Rennens mit Restrictor-Plates stand zunächst klar im Zeichen von Joey Logano (Penske-Ford).

Der letztjährige Sieger des Daytona 500 war drauf und dran, „Captain“ Roger Penske an dessen 79. Geburtstag den ersten Daytona-Sieg in der Xfinity-Serie zu schenken. Am Ende sollte Logano und Penske die Winzigkeit von 0,043 Sekunden fehlen.

Weil Logano im Zuge des ersten Boxenstopps etwas zurückgefallen war, übernahm etwa bei einem Viertel der Renndistanz Kasey Kahne (JR-Chevrolet) das Kommando. 20 Runden vor Schluss, während der letzten von vier Gelbphasen, kam Kahne jedoch anders als der Großteil der Spitzengruppe noch einmal an die Box, um vier frische Reifen für die Schlussattacke aufziehen zu lassen.

Joey Logano verpasst historischen Penske-Sieg knapp

So fand sich Logano beim finalen Restart außen neben Spitzenreiter Chase Elliott wieder. Elliott hatte auf der Innenbahn in Person von JR-Teamkollege Elliott Sadler den besseren Pusher. Indes tat sich Logano auf der Außenbahn schwer, Akzente zu setzen – bis zur letzten Runde.

Direkt im Windschatten von Chase Elliott schien der Penske-Pilot noch einen Schlussangriff im Köcher zu haben. Doch der 20-jährige Sohn von Bill Elliott, der sich in der Saison 2014 als Rookie auf Anhieb zum Xfinity-Champion gekrönt hatte, machte seinen JR-Chevy mit der Startnummer 88 so breit wie es nur ging. Logano fand keinen Weg vorbei und musste sich denkbar knapp geschlagen geben.

Fotos: Xfinity-Saisonauftakt in Daytona

Indes freute sich Chase Elliott in der Victory Lane über seinen ersten Daytona-Sieg. „Ein toller Kampf und ein tolles Auto. Am Ende war ich einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort, nämlich direkt vor Joey“, so der Kommentar des Daytona-500-Polesitters, der im Sprint-Cup die Nachfolge des zurückgetretenen Jeff Gordon antritt.

Gleichzeitig ist es auch für Dale Earnhardt Jr. ein weiterer Erfolg in dieser Woche: Als Fahrer hatte der Boss von JR Motorsports am Donnerstag für Hendrick Motorsports sein Cam-Am-Duel gewonnen und startet somit am Sonntag beim Daytona 500 von Position drei.

Hinter Sieger Chase Elliott und dem Zweitplatzierten Joey Logano kam Kasey Kahne beim Xfinity-Saisonauftakt als Dritter ins Ziel, gefolgt von Elliott Sadler und Austin Dillon (Childress-Chevrolet). Darrell „Bubba“ Wallace (Roush-Ford), Brandon Jones (Childress-Chevrolet), Daniel Suarez (Gibbs-Toyota), Blake Koch (Kaulig-Chevrolet) und Brendan Gaughan (Childress-Chevrolet) machten die Top 10 komplett.

Pech für Bobby Labonte beim Comeback

Derweil hatte Altmeister Bobby Labonte bei seinem Xfinity-Comeback kein Glück. Bei seinem ersten Start in der zweiten NASCAR-Liga seit fast acht Jahren war der Champion des Jahres 1991, der zudem in der Saison 2000 den Cup-Titel gewann, in der elften Runde einer von fünf Piloten, die in eine Kettenreaktion auf der Gegengerade verwickelt wurden.

Labontes Gibbs-Toyota mit der Startnummer 18 erhielt einen Schlag vom nachfolgenden Chase Elliott und wurde gegen das Auto seines Gibbs-Teamkollegen Erik Jones gedrückt. Auch Brandon Jones, Jeb Burton (Petty-Ford) und Brennan Poole (Ganassi-Chevrolet) gerieten in Bedrängnis und legten einen wilden Ritt über das Gras hin. Pooles Ganassi-Teamkollege Kyle Larson fiel kurz darauf mit einem am linken Vorderreifen scheuernden Kotflügel aus der Entscheidung heraus.

Nicht viel Glück auch für Anthony Kumpen: Bei seinem vierten Start in der Xfinity-Serie war der Belgier mit seinem Gdovic-Chevrolet mit der Startnummer 46 bereits in der fünften von 120 Runden in einen Zwischenfall mit Ryan Preece (JD-Chevrolet) und Bobby Gerhart (Gerhart-Chevrolet) verwickelt. Dennoch sah Kumpen die Zielflagge: Mit zwei Runden Rückstand beendete der Champion der NASCAR Euro-Serie 2014 das Rennen auf Platz 26.

Das zweite Rennen der Xfinity-Saison 2016 geht am kommenden Wochenende auf dem Atlanta Motor Speedway über die Bühne. Ex-Formel-1-Champion Jacques Villeneuve wird auch dieses Rennen noch auslassen. Mit dem neuen Team Wingut Racing plant der Kanadier, ab dem dritten Saisonrennen in Las Vegas (5. März) in der zweiten NASCAR-Liga mitzumischen.

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