Für den Formel-E-Nachwuchs: Junior-Serie "Formulino E" vorgestellt

Die neue Elektrorennserie "Formulino E" könnte für die Formel E das werden, was die Formel 2 für die Formel 1 ist.

Das Formulino-E-Auto ist aus einer Zusammenarbeit des Chassis-Herstellers Dallara und der belgischen Firma Punch Powertrain entstanden und der Shakedown des neuen Renners fand Anfang der Woche in Zolder statt.

Vorgestellt wurde das Auto am Mittwoche beim European Electric & Hybrid Vehicle Congress in Genf. Die Formel E und die FIA sind an dem Projekt nicht beteiligt. Es zielt vorerst nur auf kleinere Teams und Rennfahrerschulen ab.

Der Vorsitzende des Konsortiums hinter Formulino E, der ehemalige Geschäftsführer der Strecke in Zolder, Thierry Deflandre, sieht die neue Serie als Rahmenserie der Formel E oder der neuen elektrischen GT-Kategorie. Unterstützt wird die Idee aber auch von Audi-Formel-E-Fahrer Lucas di Grassi.

"Es ist sehr gut, eine Schule oder ein Basis-Auto zu haben", sagte Di Grassi gegenüber Motorsport.com. "Momentan ist der beste Weg der Vorbereitung, den normalen Weg zu gehen – F3, F2, vielleicht DTM."

"Nachdem sich die Formel E weiterentwickelt und vorankommt, ist es natürlich, dass die Fahrer woanders darauf vorbereitet werden. Es ist sehr positiv zu hören, dass sie bald kommt. Sie ist eine gute Vorbereitung, wie die Formel 2 für die Formel 1 und sie wird viel billiger sein und weniger komplex."

Außerdem sei Formulino E auch gut, wenn ein Reservefahrer im Training bleiben und mehr Erfahrung sammeln wolle, sagte er weiter. "Das ist ein sehr positiver Schritt von den Konstrukteuren."

Dem Auto liegt das Konzept des Dallara-Chassis von 2007 zugrunde, das in der Formel Masters und der indischen MRF Challenge eingesetzt wird.

Die Autos in der Formulino E werden zwischen 120 kW und 200 kW leisten, eine Höchstgeschwindigkeit von 193 km/h haben und ohne Fahrer 545 Kilogramm wiegen. Ein Formel-E-Auto wiegt mit Fahrer dagegen 880 Kilogramm.

Die Kosten bewegen sich bei 80.000 Euro und Deflandre sagte, das Auto sei das Resultat einer dreijährigen Arbeit. "Wir wollen dieses Jahr 20 Autos bauen. Danach können wir die Produktion hochfahren", sagte er gegenüber Motorsport.com. "Wir befinden uns in Verhandlungen, das 1. Rennen schon in diesem Jahr zu veranstalten."

Die Laufzeit der 15kWh-Batterie soll bei 15 Minuten liegen. In Zolder wären das 7 oder 8 Runden. Das aktuelle 5-Gang-Getrieb könnte durch ein 1- oder 2-Gang-Getriebe ersetzt werden, die es in der Formel E gibt.

Anders als in der Formel E, bei der im Rennen die Autos gewechselt werden, wenn die Batterien leer sind, soll in der Fomulino E die Batterie gewechselt und schnell wieder aufgeladen werden, damit kein Autowechsel nötig ist.

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Tags formel e, junior-kategorie, nachwuchsfahrer, nachwuchsserie, rahmenrennen