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Michael Ammermüller: Mit neu entdeckter Lockerheit zur Titelverteidigung

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Michael Ammermüller: Mit neu entdeckter Lockerheit zur Titelverteidigung
28.10.2018, 17:35

Mission Titelverteidigung im Porsche-Supercup erfolgreich abgeschlossen: Wir stellen den alten und neuen Meister Michael Ammermüller vor

Michael Ammermüller aus der Ruhe bringen – an dieser Herausforderung beißen sich regelmäßig all seine Konkurrenten die Zähne aus. Selbst wenn er einmal nicht der Schnellste ist, verliert der 32-jährige Routinier aus dem bayrischen Rotthalmünster nicht die Nerven und sammelt so viele Meisterschaftspunkte wie nur möglich. Mit einer solchen Besonnenheit gewinnt man Titel. Und da dem ehemaligen Formel-1-Testfahrer mit den eckigen Brillengläsern dies im Porsche-Supercup bereits 2017 gelungen war, gesellte sich 2018 zum Projekt Titelverteidigung des Ammermüller auch noch eine neu entdeckte Lockerheit hinzu. 

Gerade beim Saisonfinale in Mexiko war dieser betont lockere Umgang mit dem Druck der Schlüssel zum Erfolg. Die nahezu fehlerlose Leistung in beiden Rennen mit einem zweiten sowie einem dritten Platz war es, die den Weg zum Champion im Porsche-Supercup ebnete. Nach Patrick Huisman, Richard Westbrook, Jeroen Bleekemolen und Rene Rast ist Ammermüller erst der fünfte Fahrer, der die Meisterschaft im internationalen Markenpokal verteidigen konnte.

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Ruhig und stets geordnet präsentierte sich der Routinier seit 2012 im internationalen Markenpokal sowie im deutschen Porsche-Carrera-Cup. Ammermüller entwickelte sich im Umfeld der Porsche-Markenpokale zu einem der Fahrer, die es zu schlagen galt. Doch mit der Favoritenrolle stieg auch der Druck. In den Jahren 2014 bis 2016 wurde er zweimal in Folge Dritter und einmal Vierter in der Meisterschaft. Im Jahr 2017 platzte dann der Knoten: Der Lohn für seine Zielstrebigkeit folgte 2017 mit der Meisterschaft im Porsche-Supercup – Ammermüllers erster Titel im GT-Sport.

Mit Konstanz zum erneuten Erfolg

Der Erfolg im internationalen Markenpokal veränderte den Fahrer aus Rotthalmünster. Bodenständigkeit und Geduld zeichnen den Lechner-Piloten weiterhin aus, doch im Paddock des Porsche-Supercup zeigte Ammermüller auch bisher unentdeckte Charaktereigenschaften. Eine neue Lockerheit war Teil seines Auftretens. Ob in Gesprächen mit seinem Team oder bei Interviews vor TV-Kameras: Von nun an prägte meist ein smartes Lächeln das Gesicht des erfahrenen Rennfahrers.

Michael Ammermüller, BWT Lechner Racing

Michael Ammermüller, BWT Lechner Racing

Foto: Porsche Motorsport

Im Cockpit seines Porsche 911 GT3 Cup agierte Ammermüller aber weiterhin kompromisslos. Seinen Anspruch auf den Titel unterstrich er mit seinem Sieg im spanischen Barcelona direkt zum Auftakt – sein einziger Spitzenplatz in dieser Saison. Vor allem aber überzeugte Ammermüller mit Konstanz: Bei sieben Rennen erreichte der Routinier eine Platzierung auf dem Podium. Auf dem Straßenkurs in Monaco, im britischen Silverstone und in Monza sicherte sich Ammermüller jeweils Rang zwei. Beim Heimrennen in Hockenheim belegte er Rang drei. Dank dieser Beständigkeit war der Fahrer von Lechner Racing über die ganze Saison Tabellenführer im Porsche-Supercup.

Trotzdem hielten seine Verfolger den Abstand bis zum Saisonfinale eng: In Mexiko-Stadt kämpften Titelverteidiger Ammermüller, Formel-1-Simulatorfahrer Nick Yelloly und Porsche-Junior Thomas Preining um den Sieg in der Meisterschaft. Ammermüller kombinierte in den entscheidenden beiden Läufen Erfahrung und die neu gewonnen Lockerheit. Es waren zwei Zutaten, die das Erfolgsrezept maßgeblich beeinflussten. Mit Platz zwei und drei in Mexiko-Stadt sicherte sich Ammermüller seinen zweiten Titel im Porsche-Supercup.

Karriere mit Höhen und Tiefen

Dabei erlebte der Rennfahrer in seiner Karriere durchaus Höhen und Tiefen. Als talentierter Formel-Pilot stieg Ammermüller bis in die GP2-Serie auf und wurde zum Formel-1-Testfahrer bei Red Bull. Im Jahr 2007 erfuhr der in Passau geborene Sportler allerdings einen Rückschlag, nachdem er sich bei einem Rennen schwer an der Hand verletzte. Die Folgen: Ein operativer Eingriff und eine Karriere am Scheideweg.

Doch Ammermüller gab sich kämpferisch, um den Traum vom Profi-Rennfahrer wahr werden zu lassen. Täglich trainierte er im Fitnessstudio, dazu arbeitete er intensiv mit einem Physiotherapeuten. Im Jahr 2010 wechselte Ammermüller in den GT-Sport und startete im GT-Masters. 2012 folgte der Wechsel in die Porsche-Markenpokale, in denen er sich seit dieser Saison zum zweiten Mal "Champion" nennen darf.

Auch abseits der Rennstrecke lässt sich das Leben von Michael Ammermüller als abwechslungsreich beschreiben. Der gelernte Kfz-Meister und Betriebswirt arbeitet unter der Woche im Entsorgungsunternehmen seiner Eltern in Neuburg am Inn. Abschalten kann der Südbayer am besten auf zwei Rädern. Sein Rennrad ist bei jedem Supercup-Wochenende dabei. Pro Jahr strampelt er dadurch rund 10.000 Kilometer.

Seit einiger Zeit gibt es für Ammermüller aber einen Grund, das Fahrrad in der Freizeit auch mal stehen zu lassen. Denn Ende des Jahres 2017 erblickte Tochter Leni Marie das Licht der Welt. Für den jungen Vater der Beginn eines herausfordernden Spagats: Professioneller Rennfahrer, Angestellter im elterlichen Betrieb und Familienvater. 

 
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Artikel-Info

Rennserie Porsche-Supercup
Event Mexiko-Stadt
Fahrer Michael Ammermüller
Teams Lechner Racing