Rallye Pays du Gier: Siege für Lathion und Schmid in der Junior-SM

Bei der Rallye Pays du Gier zeigte sich in der Junior-SM, dass es nicht nur auf den Speed ankommt. Nach Fehlern der drei Schnellsten holten Thomas Schmid und Nicolas Lathion die Klassensiege.

Rallye Pays du Gier: Siege für Lathion und Schmid in der Junior-SM
Nicolas Lathion, Gaëtan Lathion, Peugeot 208 R2
Thomas Schmid, Cornel Frigoli, Renault Twingo
Sacha Althaus, Lisiane Zbinden, Citroën DS3 R1
Niki Bühler, Julian Stella, Peugeot 208 R2
Nicolas Lathion, Gaëtan Lathion, Peugeot 208 R2
Sébastien Carron, Vincent Landais, Ford Fiesta R5, Team Balbosca, podiun

Auf der ersten Etappe am Freitagabend überraschten Sacha Althaus/Lisiane Zbinden mit ihrem Rhythmus in der Klasse R1. Immerhin nahmen sie in Frankreich ihre erste Rallye in Angriff und lagen bis zur Halbzeit des ersten SM-Laufs an der Spitze der vier Konkurrenten. Auf der fünften von acht Sonderprüfungen liess sich der Sohn des ehemaligen Rallyemeisters Nicolas Althaus aber von einer nassen Stelle überraschen, die ein kurzer Regenschauer vor seinem Start verursacht hatte. Althaus jr. rutschte mit dem Citroën DS3 R1 von der Strecke und musste aufgeben.

Sein Auftritt bis dahin lässt aber für die Zukunft viel erwarten. Seit ihrem Unfall bei der Rallye Mont-Blanc Morzine im September bestritten Thomas Schmid/Cornel Frigoli kein Rennen mehr, und so liessen sie es am Anfang eher ruhig angehen. Mit mehr Vertrauen erhöhten die St. Galler am Samstag ihr Tempo am Steuer des Renault Twingo RS und feierten nach dem Ausfall von Althaus den Klassensieg.

Yoan Loeffler/David Rappaz, die wie Althaus/Zbinden noch wenig Rallye-Erfahrung aufweisen, belegten am Freitagabend den zweiten Zwischenrang. Einen wilden Schlenker empfanden sie am Samstagmorgen als Warnung, worauf sie Zeitverlust in Kauf nahmen und sich mit dem zweiten Platz begnügten. 

Als glückliche Dritte kamen Audrey Dauphin und Santana Chesaux mit ihrem Renault Twingo RS ins Ziel. Für die beiden jungen Frauen gestaltete sich ihre erste Rallye überhaupt bei teilweise schwierigen Verhältnissen zu einem Abenteuer und einer grossen Herausforderung. Sie nahmen daher keinerlei Risiken auf sich und störten sich am Ende auch nicht daran, dass sie mit einem Riesenrückstand als Letzte aller Klassierten ins Ziel kamen – immerhin ergab dies den dritten Podestplatz in der R1-Klasse.

In der Klasse der schnelleren R2-Autos führten Niki Bühler/Julian Stella am Freitagabend mit einem Vorsprung von nur zehn Sekunden auf die Favoriten Nicolas und Gaëtan Lathion. Als Dritte mit bloss 16,8 bzw. 23,7 Sekunden Rückstand lauerten Jean-Marie Renaud/Yannick Schriber und Jonathan Michellod/Stéphane Fellay ebenfalls auf ihre Chancen. 

 

Auf der ersten Sonderprüfung der zweiten Etappe baute Niki Bühler seinen Vorsprung mit einer Bestzeit leicht aus, ehe der junge Tessiner mit seinem Peugeot 208 in einen Acker rutschte. Mit Hilfe der Zuschauer konnte er sich zwar daraus befreien, büsste aber rund Minuten Zeit und jegliche Chance auf den Sieg ein. Das Ziel erreichten Bühler/Stella nach dem Ausfall von Jonathan Michellod/Stéphane Fellay noch an dritter Stelle.

Jonathan Michellod schob sich mit der Bestzeit auf der SP4 von der dritten an die erste Position vor. Wie Sacha Althaus rutschte auch er an einer nassen Stelle von der Fahrbahn und beschädigte dabei die Hinterradaufhängung seines Peugeot 208 R2. Auch seine Vorstellung lässt erahnen, dass er bei den nächsten Rallyes ein Sieganwärter sein wird. 

Besser als Bühler und Michellod machten es Nicolas und Gaëtan Lathion. Auf der ersten Etappe suchten sie erst das richtige Gefühl mit ihrem Peugeot 208 R2, blieben aber auf Tuchfühlung zur Spitze. Durch die Zwischenfälle seiner beiden härtesten Gegner nach vorne gekommen, liessen sich die Meisterschaftszweiten des Vorjahres den ersten Saisonsieg nicht mehr entreissen. Zuletzt hatten sie schon bei der Rallye du Valais im Oktober 2016 die Juniorwertung gewonnen und damit die Siegesserie von Aurélien Devanthéry beendet. Der letztjährige Junior-Meister greift erst beim nächsten SM-Lauf mit einem Renault Clio R3T, der ihm samt Service von Renault Sport, Michelin und anderen Partnern als Belohnung für den Titelgewinn zur Verfügung gestellt wird, ins Geschehen ein.

Als gute Zweite erzielten Jean-Marie Renaud/Yannick Schriber ihr bisher bestes Resultat im Rallyesport. Ihr Rückstand auf die Klassensieger betrug allerdings schon 3:20 Minuten. Beim nächsten Meisterschaftslauf, dem Critérium Jurassien am 7. und 8. April, wird ein weiteres R2-Team in der Junior-Wertung dazukommen.

Informationen gesammelt von Brice Zufferey

Swiss Junior Rally Championship - standing after 1 round

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