Peugeot 306 Maxi von Sebastien Loeb: Der Neustart

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Peugeot 306 Maxi von Sebastien Loeb: Der Neustart
Autor: Emmanuel Rolland
Übersetzung: Markus Lüttgens
18.12.2017, 09:33

Die Wiedergeburt einer Rallye-Legende - Teil 1: Warum das Team von Sebastien Loeb einen Peugeot 306 Maxi zu neuem Leben erweckt.

Ende 2011 gründeten Rallye-Rekordweltmeister Sebastien Loeb und sein langjähriger Freund Dominique Heintz das Team Sebastien-Loeb-Racing. Schnell wurde der Rennstall in verschiedenen Serien aktiv - und erfolgreich: Im Porsche-Carrera-Cup, der FIA GT-Serie, in der LMP2 bei den 24 Stunden von Le Mans im Rallyesport und natürlich in der WTCC, wo SLR seit drei Jahren mit seinen Citroen C-Elysee regelmäßig um Siege kämpft.

In diesem Jahr stellte sich das französische Team aber einer ganz anderen Herausforderung. Einem Projekt, dem Loebs Liebe zum Peugeot 306 Maxi zu Grunde lag. "Der Peugeot 306 Maxi ist ein legendäres Rallyeauto", sagt Heintz, der sich bei SLR um das operative Geschäft kümmert, im Gespräch mit 'Motorsport.com'. "Es wurde bis in die frühen 2000er-Jahre, dem Beginn von Sebs Karriere gefahren und war immer ein Traum von ihm."

Doch den Traum, ein solches Auto zu besitzen und im Rallyesport einzusetzen, konnte sich Loeb lange nicht erfüllen. "Während seines Engagements für Citroen durfte er ihn nicht fahren. Aber sobald sich die Chance ergab, vor allem nachdem er Peugeot-Fahrer wurde, hat er nicht lange abgewartet und versucht, eines dieser Autos zu kaufen", sagt Heintz. "Es gab dabei aber zwei Bedingungen: Es musste in gutem Zustand sein und über die damals aktuellsten Updates des Werks verfügen."

Ein kompletter NeuaufbauSébastien Loeb Racing Peugeot 306 Maxi rebuilding

Der Peugeot 306 Maxi wird von Sebastien-Loeb-Racing neu aufgebaut.

Foto: Sebastien Loeb Racing

Nachdem Loeb ein passendes Auto gefunden hatte und damit beim ersten Start bei der Rallye de Haute-Provence im März gleich gewann, kehrte der neunmalige Rallye-Weltmeister im September beim Bergrennen von Turckheim mit seinem Peugeot 306 Maxi für einige Showruns auf die Straße zurück.

"Das hat den Zuschauern richtig gut gefallen. Das war der Grund, warum wie dieses Jahr an der Rallye du Var teilnehmen werden", so Heintz über das Saisonfinale der französischen Rallye-Meisterschaft Ende November. "Davor haben wir versucht, ihn so gut wie möglich vorzubereiten und damit die Leistung zu steigern."

Bildergalerie Peugeot 306 Maxi von Sebastien Loeb

Dabei ging Sebastien-Loeb-Racing sehr gründlich vor und zerlegte das Auto komplett. Das Ziel war, ein völlig neues Auto aufzubauen. Durch eine Art Sandstrahlen mit Wasser, das sogenannte Hydroblasting, sollte das Chassis so leicht wie möglich gemacht werden. Anschließend wurde es teilweise neu verschweißt. Auch die Kotflügel wurden völlig neu aufgebaut.

Auf Diät gesetzt

Sébastien Loeb Racing Peugeot 306 Maxi rebuilding
Das Auto wurde bis auf die Rohkarosse auseinandergebaut.

Foto: Sebastien Loeb Racing

Bereits zu diesem Zeitpunkt des Projekts waren mehrere Partner beteiligt. Pam Sport lieferte einige Originalteile, Matter und Vaison Sport unterstützen bei der Arbeit am Chassis. Andere Partner stiegen später im Laufe des Projekts sein.

All diese Arbeiten dienten aber nicht nur dem Freizeitvergnügen von Firmenboss Loeb, sondern hatten auch einen geschäftlichen Hintergrund. "Wir wollten die Fähigkeiten von Sebastien-Loeb-Racing unter Beweis stellen und ein Auto völlig neu aufbauen. Das hatten wir bisher noch nie gemacht", sagt Loebs Kompagnon Heintz. "Wir haben daher das Auto zunächst komplett zerlegt und dann mit den neuesten Techniken an jedem Detail gearbeitet."

"Wir haben vor allem das Gewicht reduziert und dabei mit den renommiertesten Partnern auf diesem Gebiet zusammengearbeitet. Das war sehr wichtig. Damit wollten wir zeigen, dass Sebastien-Loeb-Racing ein Autobauer ist. Im Porsche-Carrera-Cup, der WTCC oder bei Rallyes sind wir aufgrund der Regeln mehr ein reines Einsatzteam. Wir wollten aber ein Programm aufbauen, das weiter geht", erklärt Heintz.

Sébastien Loeb Racing Peugeot 306 Maxi rebuilding

Arbeiten am Chassis des Peugeot 306 Maxi

Foto: Sebastien Loeb Racing

"Einen Peugeot 208 R5 kann man beispielsweise anhand der Herstellervorgaben perfekt aufbauen. Man kann aber kaum mehr machen und damit auch nichts Neues lernen. Durch den 306 Maxi haben wir unser Portfolio erweitert", so Heintz weiter. "Zukünftig wollen wir diesen Service auch anderen Fahrern anbieten, die ein Kit-Car aus dieser Generation fahren wollen. Das ist auf jeden Fall der Beginn einer neuen Ära bei Sebastien-Loeb-Racing."

Lesen Sie morgen im zweiten Teil unserer Serie über das Projekt "Peugeot 306 Maxi", warum der Neuaufbau des Autos zu einem Rennen gegen die Zeit wurde.

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Artikel-Info

Rennserie Rallye
Autor Emmanuel Rolland
Artikelsorte Interview