Kolumne von Cyndie Allemann: "Alonso hatte in Le Mans und in Indy mehr zu verlieren als zu gewinnen“

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Kolumne von Cyndie Allemann:
Cyndie Allemann
Autor: Cyndie Allemann
12.07.2018, 15:25

Unsere Kolumnistin schaut zurück auf die letzte Ausgabe der 24 Stunden von Le Mans, bei der Sébastien Buemi gemeinsam mit einem gewissen Fernando Alonso den ersten Sieg für Toyota einfahren konnte.

#21 Hitotsuyama Racing Audi R8 LMS, Cyndie Allemann name
Cyndie Allemann, Natacha Gachnang and Rahel Frey
Natacha Gachnang, Rahel Frey, Cyndie Allemann
Natacha Gachnang, Rahel Frey, Cyndie Allemann
Pit stop for #61 Matech Competition Ford GT: Natacha Gachnang, Rahel Frey, Cyndie Allemann
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Rahel Frey, Natacha Gachnang and Cyndie Allemann
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Cyndie Allemann and Natacha Gachnang
Cyndie Allemann and Natacha Gachnang
Cyndie Allemann and Natacha Gachnang
Helmet of Natacha Gachnang
Natacha Gachnang and Cyndie Allemann
Natacha Gachnang and Cyndie Allemann
Natacha Gachnang and Cyndie Allemann with a happy fan
Rahel Frey, Natacha Gachnang and Cyndie Allemann with a colorful fan
#61 Matech Competition Ford GT: Natacha Gachnang, Rahel Frey, Cyndie Allemann
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#61 Matech Competition Ford GT: Natacha Gachnang, Rahel Frey, Cyndie Allemann
Cyndie Allemann, Rahel Frey, Natacha Gachnang
Natacha Gachnang, Cyndie Allemann and Rahel Frey

Endlich haben sie es geschafft: Bravo Toyota Racing! Wenn man in Betracht zieht, was in der Vergangenheit alles passiert ist, ist es wirklich herzerwärmend, dass die Japaner endlich triumphieren konnten.

Natürlich lässt sich angesichts der Tatsache, dass sie der einzige Hersteller waren, über den Wert des Sieges diskutieren. Mich schmerzte es ein wenig, dass das Rennen ohne Porsche Team und Porsche stattfand, und es ist wirklich schade, dass nach all dem Geld, das in die Entwicklung der LMP1-Hybride gesteckt wurde, mit Toyota nun nur noch ein einziger Hersteller vertreten ist. 

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Ich denke allerdings, dass es niemals einfach ist, die 24 Stunden von Le Mans zu gewinnen. So vieles kann passieren, auf der Piste oder daneben – seien es Fahrfehler oder mechanische Defekte.

 

Toyota hatte natürlich zwei sehr starke Fahrertrios aufgestellt, aber trotzdem gehört immer noch einiges an Glück dazu, um es bei einem so langen Rennen bis zur Zielflagge zu schaffen. Nicht umsonst wird ja oft gesagt, Le Mans suche sich seine Sieger selber aus. Der japanische Hersteller kann ein Lied davon singen…

Nach der schrecklichen Ausgabe 2016 ist es auch super, dass Sébastien (Sébastien Buemi – Anmerkung der Redaktion) das Rennen nun endlich gewinnen konnte! Er fährt schon seit langem in Le Mans, er war Langstreckenweltmeister, er hat unheimlich viel zur Entwicklung des Autos beigetragen – er hat es mehr als verdient! Meiner Meinung nach war dieser Sieg längst überfällig!

Alonso hat bewiesen, wie stark er ist

Natürlich war also auch Glück im Spiel, dass Fernando Alonso das Rennen gleich bei seinem ersten Versuch gewinnen konnte, doch das Glück lässt sich bekanntlich provozieren. Man kann nur den Hut ziehen vor der Leistung des Spaniers. Immerhin konnte er auf Anhieb mit den Piloten, die seit Jahren mit diesen Autos fahren, mithalten. Er hat seine Chance genutzt, und das hat nichts mit Glück zu tun, auch wenn es davon natürlich auch eine Menge braucht, um Le Mans zu gewinnen. 

 

Ich könnte mir gut vorstellen, dass Alonso nun so schnell wie möglich ins Oval von Indianapolis zurückkehren möchte. Manche mögen die Triple Crown vielleicht für einen Trostpreis halten für jemanden, der nicht mehr um den Titel in der F1 kämpfen kann, doch wer so denkt, liegt definitiv falsch. Fernando Alonso hat viel zu verlieren, wenn er an Wettkämpfen teilnimmt, die er nicht kennt. Stellt euch mal vor, wie er kritisiert worden wäre, wenn er nicht konkurrenzfähig gewesen wäre – egal ob im IndyCar oder im LMP1. Im Grunde hatte er mehr zu verlieren als zu gewinnen!

Nun haben wir aber einen Piloten gesehen, der auf höchstem Niveau agiert, der liebt, was er tut, der hungrig nach Siegen ist, und der ganz einfach den Motorsport liebt. Er kam problemlos mit ganz unterschiedlichen Autos zurecht und ging dabei sehr kontrolliert und mit grosser Freude ans Werk – das beweist, wie stark er wirklich ist! 

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Es gehört auch Mut dazu, sich einem solchen Monsterprogramm mit so vielen Rennwochenenden zu stellen. Dabei werden es wohl noch nicht mal die Rennen an sich sein, die an seinen Kräften zehren, sondern vielmehr der Druck, der jeweils damit verbunden ist – all die Verpflichtungen gegenüber dem Team und der Presse. Dazu die ganzen Reisen. Das kann sehr schnell sehr anstrengend werden. 

Im Auto ist er ja von der Umwelt abgeschnitten. Er ist via Funk mit dem Team verbunden, er ist komplett auf die Strecke fokussiert, der Rest existiert in dem Moment nicht mehr. Aber abseits der Strecke mit all den Anfragen und Verpflichtungen klarzukommen, ist ganz sicher nicht einfach – auch wenn er in der Formel 1 momentan wohl nicht mehr so viel Druck verspüren dürfte, da sein Auto es ihm nicht erlaubt, ganz vorne mitzumischen. 

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Nichtsdestotrotz musste er sich innerhalb von drei oder vier Tagen von den 24 Stunden von Le Mans erholen, und das ist sehr schwierig. Im Verlaufe des Rennens verliert man aufgrund der Länge der Stints und der Hitze im Auto sehr viel Wasser. Es ist für einen Piloten wie ihn, der 2018 so viele Rennen bestreitet, wichtig, dass er medizinisch sehr gut betreut wird.

Die Logik der Konstrukteure ist nicht immer nachvollziehbar

Daneben wirft die aktuelle Situation der Langstrecken-WM einige Fragen auf. Es ist einerseits klar, dass es Hersteller braucht, doch momentan zieht es alle in die Formel E. Ich kann diese Logik nicht wirklich nachvollziehen. Porsche Team beispielsweise hat ein immenses Budget in die Entwicklung seiner Hybrid-Technologie für die LMP1 gesteckt, bloss um der Meisterschaft kurz darauf in Folge des Dieselgates wieder den Rücken zu kehren. Und das ist nur ein Beispiel unter vielen. 

 

In diesem Jahr hat Le Mans in erster Linie so gut funktioniert, weil es unter den Piloten einige interessante Persönlichkeiten gab, doch in einer Langstrecken-Meisterschaft sollte doch der Wettbewerb zwischen namhaften Herstellern im Mittelpunkt stehen. Das Beispiel 2018 hat es ganz klar gezeigt: Das Niveau des Wettbewerbs war nicht auf demselben Niveau wie in anderen Jahren, weil Rebellion Racing oder SMP sich nicht wirklich mit Toyota messen konnten. 

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Ich bin keine Befürworterin einer Meisterschaft, bei der nur Privatteams gegeneinander antreten, da so etwas nicht der DNA des Langstreckensports entspricht. Die Leute wollen doch Duelle zwischen grossen Herstellern wie beispielsweise Audi und Porsche sehen. Die grossen Schlachten finden zwischen den grossen Marken statt, die ihre Autos selber entwickeln, während die Privatteams gezwungen sind, Kunden-Chassis einzusetzen.  

Fernando Alonso avec Jacky Ickx
Fernando Alonso avec Jacky Ickx

Photo de: Toyota Racing

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