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Kolumne von Cyndie Allemann: "Es bewegt sich was, die FIA will den Frauen bessere Chancen geben"

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Kolumne von Cyndie Allemann:
Cyndie Allemann
Autor: Cyndie Allemann , Pilote chroniqueur Switzerland
25.05.2018, 08:00

Die Rennfahrerin aus Moutier stellt in ihrer neuen Kolumne das FIA European Young Women Programm vor – ein Auswahlprojekt für junge Frauen, das sich über die Jahre 2018 und 2019 erstrecken soll.

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Die Motorsportsaison 2018 hat sehr gut begonnen - in vielen unterschiedlichen Kategorien. Ich möchte diese Kolumne mit einer Meisterschaft beginnen, die ich sehr gerne verfolge: Die TCR (Touring Car Racing). Seitdem die Serie mit der WTCC fusioniert hat, ist sie in dieser Saison noch spannender geworden.

Es gibt einige interessante Piloten in dieser Serie, die unterhaltsam sind und für jede Menge Spektakel sorgen. Ich hoffe, dass die TCR in Zukunft mehr Aufmerksamkeit bekommt, denn es sind sehr interessante Autos. Ich hatte kürzlich die Gelegenheit, für das Fernsehen eines in Vallelunga zu testen.

 

Der Spirit in dieser Meisterschaft erinnert mich ein wenig an den Kartsport - es wird mit harten Bandagen gekämpft! Das Auto ist sehr angenehm zu fahren. Natürlich hat es nicht 600 PS unter der Haube und es kostet nicht Millionen, aber es hat Frontantrieb und sieht sehr gut aus.

Die Rolle von Michèle Mouton in der FIA ist sehr wichtig

Die FIA lanciert 2018 und 2019 ein Auswahlverfahren für junge Pilotinnen im Alter zwischen 13 und 18 Jahren aus acht Partnerländern (Belgien, Finnland, Deutschland, Niederlande, Polen, Portugal, Slowakei und Schweden). 

 

Bei diesem "FIA European Young Women Programme" werden 24 junge Frauen selektioniert, die anschliessend beim grossen Europafinale 2019 gegeneinander antreten werden. Am Ende bleiben sechs Pilotinnen übrig, die gemeinsam das europäische Team bilden und an den "FIA Driver Training Camps", einem speziell entwickelten Sport- und Bildungsprogramm, teilnehmen werden. 

Meiner Ansicht nach ist das ein wirklich grossartiges Projekt und ich hoffe, dass dadurch möglichst viele Mädchen die Möglichkeit bekommen, in den Motorsport einzusteigen. So können sie wirklich darauf hoffen, dass ihr Talent entdeckt wird. Das ist mit Sicherheit eine grosse Motivation.

 

Es ist für niemanden leicht, den Durchbruch zu schaffen, doch für so junge Mädchen, die oftmals auch nicht die nötige Unterstützung ihrer Eltern haben, ist eine solche Initiative unheimlich wertvoll.

Ich denke, dass jede Form von Hilfe, die man den Frauen bietet, dankbar angenommen wird, und dass solche Aktionen wirklich wichtig sind. Man sieht, dass sich was tut, dass die FIA den Frauen eine Chance geben will, und dass es ihnen auch wichtig ist, dass es auch wirklich funktioniert. 

Ich glaube, die FIA würde sich wünschen, dass es eine Frau bis nach ganz oben schafft, und deswegen öffnet man ihnen alle möglichen Türen und gibt ihnen damit gleichzeitig zu verstehen, dass sie im Motorsport akzeptiert sind.

Nun sollten sich noch ein paar grosse Namen engagieren. Es freut mich, dass Michèle Mouton, ehemalige Rallye-Pilotin und mittlerweile 66 Jahre alt, an der Spitze der FIA-Kommission "Women in Motorsport" steht.

Natacha Gachnang und Rahel Frey 2010 gemeinsam mit mir

Ich hatte 2010 die Gelegenheit, sie beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans zu treffen. Ich bildete damals mit Natacha Gachnang und Rahel Freydas seit langer Zeit erste komplett weibliche Fahrer-Gespann, das bei dem Langstreckenklassiker an den Start ging. Das war schon ziemlich speziell!

 

Bei diesem Treffen wurde mir all die Erfahrung, die Michèle hat, erst richtig bewusst. In der Folge sind wir uns noch bei einigen anderen Gelegenheiten über den Weg gelaufen. Dass eine Frau wie sie ein solches Projekt unterstützt, ist sehr wichtig. Ich hoffe, dass andere grosse Namen diesem Beispiel folgen werden. 

 

Mich würde das persönlich auch interessieren, auch wenn ich mich unter keinen Umständen aufdrängen will. Ich unterstütze bereits junge Mädchen im Kartsport; sollte ich aber die Gelegenheit bekommen, es auf einem höheren Niveau zu tun, werde ich mir das natürlich nicht entgehen lassen. 

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