Kolumne von Cyndie Allemann: "Ich bezweifle, dass die Formel E die Tür für andere Rennen in der Schweiz öffnet"

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Kolumne von Cyndie Allemann:
Cyndie Allemann
Autor: Cyndie Allemann
09.08.2018, 08:00

Unsere Kolumnistin blickt auf zwei Grossereignisse des vergangenen Frühlings zurück: die legendären 500 Meilen von Indianapolis und den Zürich E-Prix, die Rückkehr des Rundstreckensports in der Schweizerische Eidgenossenschaft.

Matthias Malmedie und Cyndie Allemann
Matthias Malmedie and Cyndie Allemann
LIvestream, Oliver Sittler, Cyndie Allemann, Matthias Malmedie
Lucas di Grassi, Audi Sport ABT Schaeffler, wins the Zurich ePrix, with Sam Bird, DS Virgin Racing,
Sébastien Buemi in den Strassen von Zürich
Sébastien Buemi in den Strassen von Zürich
Sébastien Buemi in den Strassen von Zürich
Sébastien Buemi in den Strassen von Zürich
Sébastien Buemi in den Strassen von Zürich
Corine Mauch, Stadt Presidentin Zürich, Lino Guzzella, President ETH Zürich, Alberto Longo, Co-Founder und Chief Championship Officer, Formula E Holdings, Gian Rossi, Leiter Region Schweiz, Julius Bär
Corine Mauch, Stadt Presidentin Zürich, Lino Guzzella, President ETH Zürich, Alberto Longo, Co-Founder und Chief Championship Officer, Formula E Holdings, Gian Rossi, Leiter Region Schweiz, Julius Bär
Fernando Alonso, Andretti Autosport, Honda
Fernando Alonso, Andretti Autosport, Honda
Fernando Alonso, Andretti Autosport, Honda
Auto von Fernando Alonso, Andretti Autosport, Honda
Fernando Alonso, Andretti Autosport, Honda
Fernando Alonso, Andretti Autosport, Honda
Fernando Alonso, Andretti Autosport, Honda
Auto von Fernando Alonso, Andretti Autosport, Honda
Fernando Alonso; Michael Andretti, Andretti Autosport; Ryan Hunter-Reay, Andretti Autosport, Honda
Fernando Alonso, Andretti Autosport Honda, Motorschaden
Fernando Alonso, Andretti Autosport, Honda
Fernando Alonso, Andretti Autosport, Honda
Fernando Alonso, Andretti Autosport, Honda
Fernando Alonso, Andretti Autosport, Honda
Fernando Alonso, Andretti Autosport, Honda

Nachdem ich mich bei unserem letzten Treffen bei Motorsport.com ausführlich über die 24 Stunden von Le Mans ausgelassen habe, möchte ich dieses Mal auf das Indy 500 und das erste Rennen der Formel E in unserem Land zu sprechen kommen.

Ich bin viel unterwegs und konnte deswegen beim Rennen in Zürich nicht persönlich anwesend sein, doch ich habe die Medien-Berichterstattung dazu verfolgt und mich von Freunden, die vor Ort waren, informieren lassen. Es gab natürlich einige Beschwerden von Anwohnern, die unter den Beeinträchtigungen in der Stadt litten, aber im Allgemeinen war die Veranstaltung wohl ein grosser Erfolg. 

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Das wichtigste ist natürlich, dass das Rennen, wenn alles nach Plan verläuft, auch in den nächsten fünf Jahren stattfinden wird. Wenn man bedenkt, welchem Widerstand der Motorsport in der Schweiz ausgesetzt ist, hätte ich damit gerechnet, dass die Organisatoren viel mehr Schwierigkeiten haben würden. Ich bin wirklich froh, dass es die Veranstaltung auch in Zukunft geben wird! 

Natürlich ist das nicht zuletzt auch der Tatsache geschuldet, dass die Formel E sehr sauber ist, wenig Lärm macht und damit das Automobil in ein positives Licht rückt. Eine andere Motorsportveranstaltung, mit anderen Autos, hätte es da mit Sicherheit viel schwerer gehabt. 

 

Ich bezweifle aber ernsthaft, dass der Auftritt der Formel E die Türen für andere Rennen hierzulande öffnet. Auch die Teilnahme von Sébastien (Buemi, Anmerkung der Redaktion) spielt eine gewichtige Rolle. Er ist ein Fahrer, der in der Schweiz ein hohes Ansehen geniesst, der einen gewissen Wert hat, der einige Saisons in der Formel 1 bestritten hat, und der sehr konkurrenzfähig ist. Er wurde in der Formel E bereits Meister und das gefällt natürlich den Leuten hier in der Schweiz. 

 

Die 500 Meilen von Indianapolis – ein einzigartiges und mental sehr herausforderndes Rennen

Das Indianapolis 500 ist eines der Rennen, das meiner Meinung nach jeder Rennfahrer in seinem Leben mindestens ein Mal gefahren haben sollte. Le Mans und Indianapolis sind die grössten Rennen überhaupt. Die Atmosphäre im Fahrerlager beim Indy 500 ist einfach unglaublich!

Das Rennen ist sehr lang und es ist beeindruckend, wie die Fahrer ihre Konzentration die ganze Zeit über dermassen hoch halten können. Das ist bei Geschwindigkeiten von bis zu 350 km/h aber auch bitter nötig, denn bereits der kleinste Fehler kann in einem Drama enden. Um gewinnen zu können, muss man also in erster Linie mental unheimlich stark sein. 

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Ich konnte das Rennen 2009 vor Ort sehen, als ich Indy Lights fuhr, und ich war wirklich sehr beeindruckt. Die Strategien, sei es im Zusammenhang mit Positionskämpfen auf der Strecke, mit der Aerodynamik oder mit der Benzintaktik, sind sehr ausgefeilt. Und wie gesagt, die Atmosphäre im Fahrerlager und auf den Tribünen ist einfach unglaublich! Das muss man mal erlebt haben!

Damals, als ich drüben war, hatte ich mir zum Ziel gesetzt, eines Tages selber beim Indy 500 anzutreten. Ich fuhr Indy Lights und wollte im Verlaufe des Jahres viele Erfahrungen sammeln, doch dann kam die Wirtschafts- und Finanzkrise, und einige Sachen wurden plötzlich verunmöglicht. 

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Ich wäre aber nicht einfach nur das Indy 500 gefahren, das wäre relativ sinnlos gewesen. Es braucht viel Erfahrung, um auf einer solchen Strecke, bei diesen Geschwindigkeiten und über eine so lange Zeit konstant schnell zu sein. Ich denke, man muss im Vorfeld mindestens ein oder zwei Oval-Rennen absolviert haben, und zwar in einem IndyCar.

Klar, Fernando Alonso ist 2017 auch nur das Indy 500 gefahren, aber das ist ja auch Alonso… Man kann nicht genug Respekt haben vor dem, was er geleistet hat. 

 

Natürlich spielen auch die Erfahrung und das Budget des Teams eine grosse Rolle, denn in einem Oval ist die Leistung des Autos entscheidend. Aber ein Team braucht eben auch einen talentierten Piloten, der mutig genug ist für enge Rad-an-Rad-Kämpfe bei horrenden Geschwindigkeiten. 

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Im Windschatten zu fahren verändert nicht nur die Geschwindigkeit, sondern auch das Fahrverhalten des Autos. Wenn man hingegen abseits der Ideallinie fährt, kann man nicht mit Vollgas unterwegs sein. Es braucht wirklich enormes Talent, um all das im Kopf zu behalten und umzusetzen – bei 350 km/h und während 200 Runden!

Körperlich ist das wahrscheinlich kein allzu grosses Problem, aber auf der mentalen Ebene und in Bezug auf die Strategie ist ein solches Rennen äusserst anspruchsvoll.

Ihr hört sehr bald wieder von mir – dann werde ich die laufende Formel-1-Saison unter die Lupe nehmen.

Habt einen schönen Sommer! 

 

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