Althea: Was die Dorna in der WSBK verändern muss

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Althea: Was die Dorna in der WSBK verändern muss
Autor: Sebastian Fränzschky
18.05.2018, 10:46

Laut Genesio Bevilacqua muss die Dorna sicherstellen, dass die Unterschiede zwischen den Werks- und Privatteams geringer werden, um die WSBK zukunftssicher zu machen.

Jonathan Rea, Kawasaki Racing
Jordi Torres, MV Agusta Reparto Corse
Eugene Laverty, Milwaukee Aprilia
Alex Lowes, Pata Yamaha
Marco Melandri, Aruba.it Racing-Ducati SBK Team
Xavi Fores, Barni Racing Team
Leon Haslam, Kawasaki

Die Superbike-WM steht klar im Schatten der MotoGP. Seit Jahren begeistert die Königsklasse mit tollem Sport, starken Charakteren und Rad-an-Rad-Duellen. Die Dorna ist für beide Serien verantwortlich und bemüht sich, die Zuschauer für die Superbike-WM zu begeistern. Während die Fans die Superstars in der MotoGP nur selten zu Gesicht bekommen, gibt es in der WSBK Motorsport zum anfassen. Althea-BMW-Chef Genesio Bevilacqua ist ein Urgestein im Fahrerlager. Der Italiener holte 2011 mit Ducati und Carlos Checa den WM-Titel und möchte auch in Zukunft mit seinem Team in der Superbike-WM antreten. Doch für eine sichere Zukunft muss sich etwas Gravierendes ändern, meint Bevilacqua.

"Ich bin gern in der Superbike-WM. In der Vergangenheit war ich auch in der MotoGP aktiv", blickt Bevilacqua im Gespräch mit 'Motorsport.com' zurück und berichtet, was sich ändern muss: "Die Dorna muss sich mit den Herstellern an einen Tisch setzen, um klar zu machen, dass die Privatteams gleichwertiges Material erhalten. Dann macht nur noch die Erfahrung der jeweiligen Techniker einen Unterschied aus."

"Neben der Verfügbarkeit der Werksmaschinen muss die Dorna auch noch festlegen, wie die Motorräder bezahlt werden, zum Beispiel mit einer festgelegten Gebühr. Das würde dazu führen, dass die Privatteams sofort konkurrenzfähig wären", ist der Althea-Chef überzeugt. "Voraussetzung wäre natürlich, dass sie gute Fahrer verpflichten."

Bevilacquas Modell erinnert an die MotoGP. "Wenn alle eng beieinander liegen, wird die Show besser und alles wächst. Die Sponsoren zeigen mehr Interesse und die Fans auch. Diese Probleme müssen von der Dorna angegangen werden. Sie müssen mit den Herstellern sprechen", fordert der Italiener.

Während BMW, Kawasaki und Ducati gern an ihren Elektronik-Lösungen festhalten möchten, kann sich Bevilacqua die Einführung einer Einheitselektronik gut vorstellen: "Man könnte eine einheitliche Dorna-ECU vorschreiben. Das wäre richtig für alle. BMW will das aber überhaupt nicht. Es ist sehr kompliziert", weiß der Althea-Verantwortliche.

Zuletzt gelang es 2011 einem Privatteam, die Superbike-WM zu gewinnen. Althea trat in die Fußstapfen des Ende 2010 geschlossenen Ducati-Werksteams und holte mit Checa die WSBK-Krone. "2010 war für uns ein wichtiges Jahr. Klar, 2011 wurden wir Weltmeister, doch 2010 war wichtig für uns. Althea war erfolgreicher als das offizielle Werksteam von Ducati. Wir holten Siege und Podestplätze. Carlos Checa wurde WM-Dritter, während Haga und Fabrizio nur auf den Positionen sechs und acht landeten."

"Wir waren technisch beinahe auf dem gleichen Niveau wie das Werksteam. Dann kann man kämpfen. Das ist eine wichtige Voraussetzung. Andernfalls bekommt die Superbike-WM Probleme. Auch die Privatfahrer müssen konkurrenzfähig sein. Die Superbike-WM muss sich um dieses Problem kümmern, wie es in der MotoGP vorgemacht wird. Wenn der Wettbewerb besser ist, dann haben alle etwas davon", so Bevilacqua.

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Rennserie Superbike-WM
Autor Sebastian Fränzschky
Artikelsorte News