Ducati: Erfolg des MotoGP-Projekts ein Problem für das WSBK-Team?

Die Entwicklung der Ducati Panigale V4R stockte in der Saison 2021: Technikdirektor Marco Zambenedetti widerspricht der These, dass das am MotoGP-Erfolg liegt

Ducati: Erfolg des MotoGP-Projekts ein Problem für das WSBK-Team?

Als Ducati in der WSBK-Saison 2019 die Panigale V4R präsentierte, schien eine neue Ära in der Superbike-WM zu beginnen. Nach vier Jahren, in denen Kawasaki mit Jonathan Rea den Weltmeister stellte, hatte Ducati zusammen mit Alvaro Bautista offensichtlich die passende Antwort gefunden.

Knapp drei Jahre später steht das V4-Superbike von Ducati noch immer ohne Titel da. Haben sich die Italiener in den vergangenen Jahren zu stark auf die MotoGP konzentriert und die Superbike-WM vernachlässigt?

"Es gibt keinen Zusammenhang", stellt Ducati-Technikdirektor Marco Zambenedetti im Exklusiv-Interview mit 'Motorsport.com' klar. "Ich freue mich ehrlich gesagt über den Erfolg in der MotoGP. Dieser Erfolg wird auch uns bei der Entwicklung der Maschine helfen."

Ducati: "Wir haben die beste Arbeitsweise"

Die MotoGP-Erfahrungen fließen bei Ducati direkt in das WSBK-Projekt mit ein. "Wir pflegen eine sehr enge Zusammenarbeit. Wir haben hier sicher nicht so ein großes Budget wie andere Hersteller. Aber ich bin mir sicher, dass wir die beste Arbeitsweise haben und die Situation am besten analysieren können. Das ist auf unsere Erfahrungen in der MotoGP zurückzuführen", stellt Zambenedetti klar.

Scott Redding

Scott Redding wurde 2020 Vize-Weltmeister und 2021 WM-Dritter

Foto: Aruba.it Racing - Ducati

Doch von den Fahrern hörte man in der vergangenen Saison nicht immer nur positive Stimmen. Chaz Davies äußerte seine Kritik bereits zum Start der WSBK-Saison 2021 (was der Waliser sagte) und behauptete, dass es von 2020 zu 2021 keine Änderungen gab. Scott Reddings Aussagen waren ebenfalls kritisch.

"Das Motorrad ist natürlich nicht identisch zu dem aus 2020. Manchmal sind die Unterschiede nicht so offensichtlich", rechtfertigt sich Zambenedetti. "Ich muss aber festhalten, dass wir von 2019 zu 2020 einen großen Schritt machen konnten. Es blieben einige kleine Bereiche offen, die verbessert werden konnten."

Marco Zambenedetti

Ducati-Technikdirektor Marco Zambenedetti sprach exklusiv mit uns

Foto: Ducati

"Manchmal ist es für die Fahrer schwierig, richtig zu beurteilen, wie stark die Bemühungen sind. Man probiert manchmal verschiedene Dinge, die einem aber nicht die erhofften Ergebnisse liefern. Bis die Fahrer nicht etwas bekommen, das für sie ein Fortschritt ist, erkennen sie oft nicht, wie groß die Bemühungen sind", versucht der Ducati-Technikdirektor die Aussagen der Fahrer zu erklären.

Die Coronavirus-Pandemie hat auch Ducati getroffen

"Zudem muss man festhalten, dass sich die Bedingungen für alle verändert haben", deutet er die Folgen der Coronavirus-Pandemie an. "In Europa mussten die Leute lange Zeit von Zuhause aus arbeiten. Weiterhin gab es Einschnitte bei den Budgets."

"Einerseits können wir froh sein, weiterhin ein Teil dieser Show zu sein. An dieser Stelle müssen wir der Dorna danken. Andererseits müssen wir uns vor Augen führen, dass es andere Bereiche gab, die nicht so viel Glück hatten in dieser Zeit wie wir", bemerkt der Ducati-Ingenieur.

"In der MotoGP wurde die Motorentwicklung für ein Jahr eingefroren. Es gab Leute, die in dieser Zeit ihr Leben verloren. Und wir spielen übertrieben gesagt nur mit Motorrädern", kommentiert Zambenedetti.

Mit Bildmaterial von Ducati.

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