Ducati in Barcelona: Rinaldi triumphiert, Redding doch noch ein WM-Anwärter?

Michael Ruben Rinaldi fährt sich in Barcelona aus dem Formtief heraus - Scott Redding erlebt einen ereignisreichen Sonntag mit versöhnlichem Ende

Ducati in Barcelona: Rinaldi triumphiert, Redding doch noch ein WM-Anwärter?

Nach dem überraschenden Ducati-Dreifach-Erfolg am Samstag (zu den Reaktionen) ging der Sieg auch im zweiten WSBK-Rennen in Barcelona am Sonntag an Ducati (zum Rennbericht). Michael Ruben Rinaldi setzte sich gegen Yamaha-Pilot Toprak Razgatlioglu durch. Scott Redding kam als Dritter ins Ziel und rückte in der Meisterschaft bis auf 53 Punkte an den Führenden heran.

Die Wahl des harten Hinterreifens (Pirelli SC0) war für Rinaldi der Schlüssel zum Sieg, denn Rivale Razgatlioglu wurde in der Schlussphase des Rennens mit dem weichen Reifen (Pirelli SCX) immer langsamer und verlor in den finalen Runden den Anschluss. Aber auch der Leistungsüberschuss der Panigale V4R half Rinaldi beim Weg zum Sieg, denn auf der Geraden zog der Ducati-Pilot mühelos an der Yamaha R1 mit der Nummer 54 vorbei.

"Ich freue mich sehr über diesen Sieg, denn er kam nach einer schwierigen Phase zustande", kommentiert Rinaldi. Nach den Siegen beim Heimspiel in Misano durchlebte der junge Italiener einige enttäuschende Rennen. Am Samstag fuhr er im Regen aufs Podium und deutete an, dass im Trockenen noch mehr drin gewesen wäre.

Erinnerungen an 2020 helfen Michael Rinaldi bei der Reifenwahl

"Gestern ärgerte ich mich vor dem Start über den Regen, weil ich wusste, dass wir im Trockenen richtig schnell sind. Wir holten Platz drei, was nicht schlecht ist. Heute sagte ich mir, dass mein Tag gekommen ist", berichtet Rinaldi.

Michael Ruben Rinaldi

Richtige Reifenwahl: Michael Ruben Rinaldi fuhr mit dem SC0-Reifen

Foto: Ducati

"Die Reifenwahl war schwierig. Alle tendierten zum weichen Reifen, doch ich erkannte im vergangenen Jahr, dass dieser Reifen am Ende des Rennens zu stark abbaut. Ich ging ein Risiko ein und das zahlte sich aus", freut sich Rinaldi.

"Ich widme diesen Sieg meinem Team, denn auch bei den schwierigen Rennen standen sie hinter mir. Sie haben sich nie über mich beschwert. Wir haben immer versucht, zu verstehen, was passiert war. Es war ein toller Tag für uns. Ich freue mich auf Jerez, denn ich mag den Kurs sehr", schaut Rinaldi auf das kommende Wochenende in Andalusien.

Scott Redding im Sprintrennen zur falschen Zeit am falschen Ort

Teamkollege Scott Redding war mit Platz drei nicht unzufrieden. "Ich habe mich gefreut, es aufs Podium zu schaffen, wenn ich mir vor Augen führe, wie es im vergangenen Jahr hier lief. Ich verliere auf dieser Strecke in einigen Bereichen viel Zeit", stellt der Brite fest.

Am Vormittag hatte Redding großes Pech. In Kurve 10 verlor er viel Zeit, weil er Yamaha-Pilot Andrea Locatelli ausweichen musste. "Die anderen Fahrer gingen im Superpole-Rennen ziemlich wild zur Sache. Johnny und Toprak gerieten zehn Meter nach dem Start aneinander. Die ganze erste Runde über rammten sich die Fahrer gegenseitig aus dem Weg. Es war eine Frage der Zeit, bis etwas passiert", kommentiert Redding.

"Ich war einer der Leidtragenden. Dadurch war mein Superpole-Rennen gelaufen", bemerkt Redding, der mit großem Rückstand außerhalb der für die Startaufstellung wichtigen Top 9 ins Ziel kam. "Ich musste Lauf zwei von Startplatz elf in Angriff nehmen. Das war nicht ideal", so Redding.

Scott Redding beißt sich an Alvaro Bautista die Zähne aus

Im zweiten Rennen hing Redding lange Zeit hinter der Honda Fireblade von Alvaro Bautista fest. "Ich kam nicht an Alvaro vorbei. Ich probierte alles und versuchte es an allen Stellen, an denen es möglich war. Ich kämpfte sechs Runden lang gegen ihn. Ich war nicht schnell genug, um mich neben ihn zu setzen. Er ist stark auf der Bremse", erklärt Redding.

Scott Redding

Kann Scott Redding noch um den Titel kämpfen?

Foto: Motorsport Images

"Es ging immer wieder hin und her. Ich atmete durch. Dann sah ich, wie er die Fahrer vor uns einholte. Ich ließ ihn die Arbeit machen und blieb ruhig", berichtet Redding, der das Duell von Alvaro Bautista mit Jonathan Rea nutzte, um vorbeizugehen. "Danach konnte ich meinen Rhythmus finden", so Redding. "Ich bin happy."

"Ich kann mit erhobenem Kopf hier abreisen", stellt Redding klar. In der Meisterschaft liegt der Vize-Champion der vergangenen Saison nach dem Wochenende in Barcelona 53 Punkte zurück. Am kommenden Wochenende geht es in Jerez weiter. Im Vorjahr holte Redding in Jerez zwei Siege und übernahm die Führung in der WM.

Mit Bildmaterial von Ducati.

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