"Eine andere Ära": Rea für Davies nicht der neue Fogarty

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Autor: Gerald Dirnbeck
Co-Autor: Sebastian Fränzschky
29.09.2018, 15:38

Kawasaki-Ass Jonathan Rea ist nun der erfolgreichste Superbike-Fahrer der Geschichte. Für seine Gegner ist er aber nicht der neue "Foggy", denn es ist eine ganz andere Ära.

Jonathan Rea hat in der Saison 2018 die Geschichtsbücher der Superbike-WM umgeschrieben. Mit seinem Triumph in Magny-Cours hält der Nordire nun bei 67 Siegen. Kein anderer Fahrer hat so viele Rennen wie Rea gewonnen. Und nun ist er auch zum vierten Mal hintereinander Weltmeister. Dieses Kunststück schaffte auch kein anderer Fahrer vor ihm. Carl Fogarty hält zwar ebenfalls bei vier WM-Titeln, aber der Brite wurde nicht in Serie Champion.

Statistisch gesehen ist Rea nun der erfolgreichste Superbike-Fahrer aller Zeiten. "Er hat das Beste aus dem Paket herausgeholt und alles aus seinen Möglichkeiten gemacht", sagt Rivale Chaz Davies. "Er ist die Referenz. Alle versuchen das eigene Paket näher an ihres heranzubringen." Davies war in den vergangenen Jahren ein hartnäckiger Gegner, doch Rea und Kawasaki waren insgesamt stärker. Das bedeutet auch, dass die Ducati Panigale R ohne WM-Titel ins Museum wandern wird.

Eine andere Ära als zu den Zeiten von "King Carl"

Rea ist ein Ausnahmekönner und einer der besten Motorradrennfahrer seiner Generation. Allerdings zieht er die Fanmassen nicht so in seinen Bann wie beispielsweise Valentino Rossi. Selbst in Großbritannien steht Rea im Schatten anderer Motorsportler wie zum Beispiel von Formel-1-Star Lewis Hamilton. Der Superbike-Boom der 1990er-Jahre ist vorbei. Fogarty konnte damals mit seinem schillernden Charakter viele Fans begeistern.

Im Vergleich zu Fogarty ist Rea ein ganz anderer Typ. In Magny-Cours hielt er fest, dass er kein Zirkusclown ist und es seine einzige Aufgabe ist, zu gewinnen. "Natürlich ist er nicht jemand wie Fogarty, aber jeder ist anders", meint Yamaha-Fahrer Michael van der Mark. "Es ist egal wie man vom Charakter her ist. Wenn man der beste Fahrer ist, dann ist man der beste Fahrer." Die Erfolge geben Rea recht. Das sinkende Interesse an der Superbike-WM ist für ihn nicht seine Schuld.

1. und Weltmeister: Jonathan Rea, Kawasaki Racing

1. und Weltmeister: Jonathan Rea, Kawasaki Racing

Foto: Gold and Goose / LAT Images

Davies, der als Jugendlicher in Großbritannien mit den Erfolgen von Fogarty aufgewachsen ist, vergleicht: "Für die Superbike-WM ist es eine andere Ära. Als Foggy gefahren ist, hat man in Großbritannien eher für Superbike den Fernsehen angeschaltet als für die Grands Prix. Aber jetzt ist es eine andere Zeit. Es wäre schön, wenn es wie in den alten Tagen wäre, als die Superbike-WM in Großbritannien die Referenz war. Foggy war eine andere Ära. Und die Zeiten zu vergleichen ist schwierig und wahrscheinlich sinnlos." 

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Die Alleingänge von Rea haben auch mit der Konkurrenz zu tun. Davies und Ducati waren in den vergangenen Jahren nie konstant genug, um ernsthaft ein Herausforderer zu sein. Die Erfolge von Rea sind auch die Niederlagen von Davies. "Ich habe das Gefühl, dass wir mehr tun können", meint Davies. "Wir haben das Potenzial, ihm das Leben schwerer zu machen. Es hängt aber von vielen Faktoren ab. Nicht nur in den vergangenen vier Jahren hat das grüne Team die Messlatte in diesem Paddock gelegt. Es liegt an uns, aufzuholen."

Ducati stellt den Zweizylinder mit Saisonende ins Museum und bringt 2019 erstmals ein V4-Superbike an den Start. Mit diesem Konzeptwechsel und MotoGP-Erfahrungswerten will man Kawasaki die Stirn bieten. "Ich hoffe, dass wir nächstes Jahr etwas ausrichten können. Nichts ist garantiert. Johnny hat weder von mir das Beste gesehen noch von Ducati", gibt sich Davies kämpferisch. "Deswegen halte ich für das nächste Jahr die Daumen." Dann muss es besser laufen, denn aktuell hat Davies fünf Rennen vor Saisonende 130 Punkte Rückstand auf Rea. 

 
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