"Etwas seltsam" - Ducati kritisiert den Umgang mit dem WSBK-Drehzahllimit

Ducati fragt sich, warum die Panigale V4R in der WSBK nach wie vor mit reduzierter Drehzahl antreten muss, obwohl sich die Rahmenbedingungen verändert haben

"Etwas seltsam" - Ducati kritisiert den Umgang mit dem WSBK-Drehzahllimit

Als Ducati-Pilot Alvaro Bautista zu Beginn der WSBK-Saison 2019 von Sieg zu Sieg fuhr, wurde FIM-Technikdirektor Scott Smart tätig und reduzierte die maximale Drehzahl der Panigale V4R um 250 U/min auf 16.100 U/min.

Seitdem muss Ducati mit der reduzierten Drehzahl antreten, obwohl Kawasaki, Yamaha, BMW und Honda mittlerweile neue Modelle an den Start bringen. In Bologna hinterfragt man das Drehzahllimit für die Panigale V4R kritisch.

Ducati-Technikdirektor Marco Zambenedetti bedauert im Exklusiv-Interview mit 'Motorsport.com', dass Ducati bei der Entwicklung die Hände gebunden sind: "Es gibt einen gewissen Spielraum in Sachen Entwicklung. Doch die Regeln geben vor, dass bestimmte Dinge und Teile eingefroren sind, wie die Drehzahl oder die Nockenwellen."

Scott Redding, Aruba.It Racing - Ducati
Scott Redding, Aruba.It Racing - Ducati
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Foto: : Gold and Goose / Motorsport Images

Scott Redding, Aruba.It Racing - Ducati
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Scott Redding, Aruba.It Racing - Ducati
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Scott Redding, Aruba.It Racing - Ducati
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Scott Redding, Aruba.It Racing - Ducati
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Scott Redding, Aruba.It Racing - Ducati
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Scott Redding, Aruba.It Racing - Ducati, Leon Haslam, Team HRC
Scott Redding, Aruba.It Racing - Ducati, Leon Haslam, Team HRC
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Scott Redding, Aruba.It Racing - Ducati
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"Aus diesem Grund ist es für uns schwieriger, weitere Verbesserungen zu erzielen. Das sind die Regeln. Wir müssen damit klarkommen und es akzeptieren", bemerkt Zambenedetti, der kein grundsätzliches Problem mit der Drehzahlbegrenzung hat. "Mit der Einführung der Regeln in den vergangenen Jahren konnte eine gute Chancengleichheit sichergestellt werden", stellt er fest.

Warum muss Ducati weiterhin mit der "Strafe" von 2019 antreten?

Dass Ducati nach wie vor mit dem reduzierten Limit antreten muss, kann der Ducati-Technikdirektor nicht nachvollziehen: "Meiner Meinung nach ist es etwas seltsam, wirl wir mittlerweile das älteste Motorrad haben. Alle anderen Hersteller haben neue Motorräder gebracht."

"Yamaha brachte ein Update, die Kawasaki ist neu, die Honda kam im Vorjahr dazu und die BMW ist ebenfalls neu. Ich verstehe nicht, warum wir weiterhin mit unseren Limitierungen arbeiten müssen. Doch das sind die Regeln", so Zambenedetti.

Alvaro Bautista, Jonathan Rea

Alvaro Bautista dominierte mit Ducati zu Beginn der WSBK-Saison 2019

Foto: Motorsport Images

"Vielleicht könnte man die Regeln für kommendes Jahr überarbeiten", grübelt Zambenedetti, der sich auch bei der Entwicklung des Motors mehr Freiheiten wünscht: "Es geht auch um die Teile, die wir von Jahr zu Jahr entwickeln könnten. Meiner Meinung nach hat sich das Umfeld verändert. Wir müssen aber weiterhin mit unserem Handicap antreten. Ich stimme diesen Regeln nicht vollkommen zu. Wir respektieren aber die Regeln und die Entscheidungen."

Kaum Spielraum bei der Entwicklung der Panigale V4R

Von 2020 zu 2021 konnte die Panigale V4R nur in Details für ihre dritte WSBK-Saison verändert werden. "Wir änderten eine Reihe von Teilen. Alle Bereiche der Maschine konnten verbessert werden. Es waren feine Detailänderungen, keine revolutionären Änderungen", erklärt Zambenedetti.

Scott Redding

Ducati erzielte kaum Fortschritte von 2020 zu 2021

Foto: Ducati

"Das Ziel für die Wintertests war es, die Lehren aus der Saison 2020 zusammenzubringen und das bestmögliche Paket zusammenzustellen. Wir wollten die Balance der Maschine verbessern. Wir verbesserten den Motor hinsichtlich der Drehmomentkurve und der allgemeinen Performance. Es gab noch Raum für Verbesserungen. Wir konnten auch die Kupplung weiter verbessern und machten auch bei der Aerodynamik Fortschritte", schildert der Ducati-Ingenieur.

"Die jüngsten Entwicklungen stellten wir auch Rinaldi und Chaz (Davies) zur Verfügung. Zumindest bieten wir diese den Fahrern an. Wir überlassen den jeweiligen Teams, auszuwählen, was am besten funktioniert. Sie können selbst ihre Pakete zusammenstellen", erklärt Zambenedetti und fügt hinzu: "Im Fall von Rinaldi wurde ein Wechsel von der zwei Jahre alten Maschine zum neuen Motorrad vollzogen."

Neues Ducati-Superbike: Werden die Karten 2022 neu gemischt?

Es wird erwartet, dass Ducati im Herbst eine überarbeitete Version der Panigale V4R präsentiert. Die Drehzahl des Ducati-Superbikes müsste dann neu eingestuft werden. Bei der Entwicklung des Motors muss Ducati aber aufpassen, um nicht den gleichen Fehler zu begehen wie Kawasaki.

Die 2021er-Kawasaki muss mit den Limits aus dem Vorjahr antreten, weil sich der Motor von seiner Konstruktion nicht vom 2020er-Motor unterscheidet. Diese kontroverse Entscheidung sorgte im Weltmeister-Team rund um Jonathan Rea für großen Unmut (zur Reaktion des Titelverteidigers).

Mit Bildmaterial von Ducati.

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