Jonathan Rea unterstreicht seine Klasse mit Poker-Sieg von Assen

geteilte inhalte
kommentare
Jonathan Rea unterstreicht seine Klasse mit Poker-Sieg von Assen
Toni Börner
Autor: Toni Börner
17.04.2016, 14:30

Der amtierende Weltmeister Jonathan Rea hat auch den zweiten Lauf der Superbike-WM in Assen, Niederlande, für sich entschieden. Er gewann vor Teamkollege Tom Sykes und Lokalmatador Michael van der Mark.

Joshua Brookes, Milwaukee BMW
Michael van der Mark, Honda WSBK Team und Jonathan Rea, Kawasaki Racing Team
Tom Sykes, Kawasaki Racing Team
Jonathan Rea, Kawasaki Racing Team, Tom Sykes, Kawasaki Racing Team und Chaz Davies, Aruba.it Racing
Joshua Brookes, Milwaukee BMW
Chaz Davies, Aruba.it Racing - Ducati Team und Michael van der Mark, Honda WSBK Team
Michael van der Mark, Honda WSBK Team
Kyle Smith, Pata Honda

Es war ein einziger Poker bei diesem zweiten Lauf der Superbike-Weltmeisterschaft im niederländischen Assen. Beim vorangegangenen Supersport-Lauf hatte aufgrund eines Regen- und Hagelschauers bereits abgebrochen und neu gestartet werden müssen, für den zweiten Lauf der Superbikes fanden die Piloten eine nasse Piste bei strahlendem Sonnenschein vor.

Alle Fotos vom Assen-Wochenende der Superbike-WM.

Das Rennen wurde als Regenrennen gestartet und die meisten gingen auf Nummer Sicherheit und fuhren auch mit vollprofilierten Reifen los. Bis zur 14. von 21 Runden wechselte die Führung – zumindest bei Start-Ziel – acht Mal. Tom Sykes, Josh Brookes, Jonathan Rea, Michael van der Mark, Alex Lowes und Lucas Mahias sammelten alle Führungskilometer, ehe Rea, Sykes und van der Mark die Hackordnung wieder hergestellt hatten.

Jonathan Rea, Kawasaki Racing Team
Jonathan Rea gehörte zu den Ersten, die auf Slicks wechselten.

Foto: Toni Börner

„Schwierig“, fasste Sieger Rea den Lauf zusammen. „Mir sind so viele Sachen durch den Kopf gegangen, besonders beim Reifenwechsel. Dass die Strecke schnell abtrocknen würde, war klar.“

Der Weltmeister legte sich daher eine für ihn eher unübliche Strategie zurecht. „Ich wollte nicht allzu weit vorne sein, damit ich sehe, wann die anderen an die Box fahren. Ich bin dann aber doch eher rein und das war die perfekte Wahl. Wir sind alle ruhig geblieben.“

„Ich habe mich für Slicks entschieden und damit am Anfang erstmal etwas Zeit gebraucht, um rein zu kommen. Aber am Ende konnte ich dann richtig Zeit gut machen. Ich freue mich auch für das gesamte Team über den Doppelsieg.“

Teamkollege Tom Sykes war – logischerweise – nach Platz zwei nicht gänzlich zufrieden. „Ich bin auch auf Slicks gewechselt, das hat ein wenig gekostet. Der zweite Platz ist jetzt sicherlich nicht schlecht. Die Pace war unglaublich, aber ich konnte die Power der ZX10-R mit den kalten Slicks nicht auf den Boden bekommen.“

Tom Sykes: "Hoffe auf neue Freundin für morgen" - Was beim Briten am Samstag schief lief.

Mit Rang drei sorgte Michael van der Mark für einen versöhnlichen Ausgang des Wochenendes. Der Niederländer, der von den Fans in Assen frenetisch gefeiert und unterstützt wurde, verpasste zwar den Sieg, fuhr aber auf das Podest.

„Das war ein wunderbares Rennen heute“, grinste er. „Ich wusste, dass es schwierig wird. Ich bin am Freitag im Nassen zwei Mal gestürzt, das hat schon noch im Kopf gehangen. Die Strecke trocknete aber ab und ich versuchte, die Führung zu übernehmen.“

„Wir haben uns dann für den Wechsel auf Slicks entschieden und als ich aus der Boxengasse raus bin, hat das Motorrad die ersten Runden lang erstmal nicht richtig funktioniert. Aber dann ist es doch noch ein unglaubliches Rennen geworden. Ich wollte gestern eigentlich gewinnen, daher ist das jetzt eine schöne Wiedergutmachung für die Enttäuschung vom Samstag und es fühlt sich fast wie ein Sieg an.“

Joshua Brookes, Milwaukee BMW
Joshua Brookes sammelte in der nassen Anfangsphase Führungskilometer, stürzte dann aber.

Foto: Toni Börner

Stark unterwegs war auch der Italiener Lorenzo Savadori. Auf der Aprilia landete er rund zehn Sekunden hinter van der Mark auf Platz vier und hielt Ducati-Werkspilot Chaz Davies und Honda-Werkfahrer Nicky Hayden hinter sich.

Der Deutsche Markus Reiterberger pokerte. Er und Sylvain Guintoli waren mit Intermediate-Reifen los- und durchgefahren. Allerdings trocknete die Strecke zu schnell auf und die anderen Piloten wechselten auf Slicks. Guintoli wurde Elfter, Reiterberger mit einer Runde Rückstand 16.

Markus Reiterberger, Althea BMW Team
Markus Reiterberger pokerte mit Intermediate-Reifen.

Foto: Toni Börner

Supersport-WM: Smith gewinnt, Krummenacher auf Vier

In der Supersport-Weltmeisterschaft ging im Rennen der Eingangs beschriebene Regen- und Hagelschauer auf den TT Circuit Assen hernieder und es kam zum Abbruch. Nachdem die Rote Flagge bereits gezeigt wurde, stürzte Patrick Jacobsen in Führung liegend und demolierte seine Honda im schnellen Linksknick vor der Schikane stark. Seine Ten Kate Mannschaft leistete Akkordarbeit und wenige Minuten später stand er beim Re-Start auf der Pole.

Am Ende ging der Sieg im Regenrennen an Kyle Smith vor Gino Rea und Kenan Sofuoglu. Der Weltmeister aus der Türkei hatte bis wenige Kurven vor Schluss geführt, fiel dann aber aufgrund eines technischen Problems zurück und musste sich mit dem letzten Podestplatz begnügen. Sein Teamkollege Randy Krummenacher wurde Vierter.

Im ersten Rennteil hatte Kevin Wahr im guten Mittelfeld mitgemischt, im Regen reichte es dann mit Platz 16 nicht für WM-Punkte.

So lief der Samstag und der erste Lauf: Wie Jonathan Rea in einem harten Fight gewann.

Nächster Superbike-WM Artikel
Tom Sykes: Hoffe auf neue Freundin für morgen

Previous article

Tom Sykes: Hoffe auf neue Freundin für morgen

Next article

Superbike-WM Assen: Die Fahrerreaktionen in der Zusammenfassung

Superbike-WM Assen: Die Fahrerreaktionen in der Zusammenfassung
Kommentare laden