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Markus Reiterberger exklusiv: "Möchte der beste Deutsche in der WSBK sein"

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Markus Reiterberger exklusiv: "Möchte der beste Deutsche in der WSBK sein"
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27.03.2019, 09:54

BMW-Pilot Markus Reiterberger zieht ein erstes Zwischenfazit, lobt Sandro Corteses Superbike-Debüt und erklärt, warum BMW nicht nur an der Leistung arbeiten muss

Nach dem Gewinn der Superstock-EM im Vorjahr bekam Markus Reiterberger von BMW die Chance, in die Superbike-WM zurückzukehren. Der Obinger sammelte bei den beiden ersten Rennwochenenden der laufenden Saison 14 WM-Punkte und liegt auf der 13. Position der Fahrerwertung. BMW-Teamkollege Tom Sykes ist für Reiterberger in Reichweite, denn der Brite konnte bisher nur fünf Punkte mehr einfahren als sein deutscher Markenkollege. Im Exklusiv-Interview unterhalten wir uns mit Reiterberger über die bisherigen Rennen, die BMW S1000RR und das Duell mit Landsmann Sandro Cortese.

Frage: "Die beiden ersten Rennwochenenden der WSBK-Saison 2019 sind Geschichte. Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Start in die Saison?"

Markus Reiterberger: "Zweigeteilt. Ich bin mit dem Wochenende auf Phillip Island zufrieden. Wir konnten uns konstant verbessern. Im zweiten Rennen kam ich als bester BMW-Pilot ins Ziel und konnte meinen Teamkollegen unter Druck setzen. Das ist positiv. Andererseits konnten wir viele gute Möglichkeiten nicht nutzen, weil wir in manchen Bereichen etwas eingeschränkt waren. Das Projekt ist noch ziemlich jung. Doch man sieht, dass das Potenzial vorhanden ist."

"Ich bin echt zufrieden mit dem Team und der Arbeit. Man merkt, dass Unterstützung vom Werk kommt. Alle ziehen an einem Strang. Ich habe einen starken Teamkollegen, von dem ich einiges lernen kann. Er pusht mich, noch schneller werden. Ich versuche natürlich, so nah wie möglich an ihm dranzubleiben. Er ist eine richtig harte Nuss. Wir müssen kontinuierlich hart weiterarbeiten und dann werden wir in Zukunft gute Ergebnisse sehen, denke ich."

"Thailand war ein bisschen schwieriger. Die langen Geraden waren nicht gerade förderlich für uns. Wir fahren mit einem Motor, der auf der Serie basiert. Abgesehen davon gibt es noch einige Bereiche, mit denen wir uns beschäftigen müssen - vor allem das Gefühl für das Vorderrad muss besser werden. Ich kann noch nicht so fahren, wie ich mir das wünsche. Wir arbeiten daran und sammeln konstant neue Informationen. Es ist wirklich interessant, was man an so einem Superbike alles ändern kann. Es ist wirklich der Hammer im Vergleich zu früher. Ich bin begeistert."

Wird ab Aragon alles anders?

Frage: "Werden sich die Kräfteverhältnisse beim Europaauftakt in Aragon verändern?"

Reiterberger: "Phillip Island ist immer schwierig zu beurteilen, weil die Strecke so speziell ist. Man kann nicht allzu viele Schlüsse ziehen. Thailand hat einen ganz anderen Charakter als Phillip Island, aber trotzdem waren die Kräfteverhältnisse ziemlich ähnlich. Alvaro Bautista ist in diesem Jahr eine harte Nummer. Jonathan Rea wird ihm aber noch Paroli bieten. Wir werden weiterhin um die Top 10 kämpfen. Wir warten gespannt darauf, die neuen Teile zu bekommen."

Markus Reiterberger

Zu wenig Leistung: Aktuell setzt BMW nur einen Stock-Motor ein

Frage: "Die neue BMW überzeugt beim Handling, doch dem Motor fehlt es an Leistung. Wäre die S1000RR mit mehr Leistung eine potenzielle Siegermaschine?"

Reiterberger: "Auf alle Fälle! Man sieht deutlich, dass das Motorrad sehr viel Potenzial hat. Es ist ein sehr junges Motorrad und ein sehr junges Projekt. Trotzdem sind wir bereits auf dem Niveau der alten Maschine oder liegen sogar darüber. Es steckt sehr viel Potenzial in der Maschine, auch wenn wir noch mit dem Serienmotor fahren. Wenn wir Leistung haben, dann wird es einfacher für uns."

"Doch wir dürfen uns nicht zu sehr darauf konzentrieren. Leistung heißt nicht automatisch bessere Rundenzeiten. Man muss die Leistung nutzbar und fahrbar machen. Zudem muss man sie über die Distanz reifenschonend umsetzen können. Auf eine Runde sind wir schon jetzt gut dabei. Ein Fahrer wie Tom Sykes, Mister Superpole, kann immer eine Bombenrunde raushauen. Wichtig ist, dass wir auf die Distanz schnell sind. Wir müssen die Leistung in nutzbare Leistung umsetzen und weiter am Chassis arbeiten. Das Handling ist wirklich gut, aber noch nicht perfekt. Es gibt immer Möglichkeiten, wie man sich verbessern kann."

Reiterberger und Sykes mit ähnlichen Set-ups

Frage: "Entwickeln Sie mit Teamkollege Tom Sykes in die gleiche Richtung?"

Reiterberger: "Tom Sykes hat einen sehr großen Namen in der Superbike-WM. Er ist ein sehr erfolgreicher Superbike-Fahrer und verfügt über sehr viel Talent. Einige Dinge konnte ich mir schon bei ihm abschauen. Er hat einen einzigartigen Fahrstil. Kein anderer Fahrer im Paddock fährt so wie er. Ich denke, dass ich beim Bremsen einen ähnlichen Stil habe. Wir liegen nicht so weit auseinander. Wir fuhren lange mit einer ähnlichen Abstimmung."

Markus Reiterberger

Im Vergleich zu den Wintertests konnte Reiterberger den Rückstand auf Sykes deutlich verringern

"Erst im Laufe des Rennwochenendes auf Phillip Island schlugen wir eine etwas andere Richtung ein. Ich konnte den Rückstand von einer Sekunde bei den Wintertests auf drei bis vier Zehntelsekunden verringern. Ich denke, das ist ganz ordentlich, wenn man bedenkt, dass er ein ehemaliger Weltmeister ist. Ich bin im direkten Vergleich mehr oder weniger ein Newcomer."

"Wir arbeiten daran, dass ich zeitnah sein Niveau erreiche, um ihm Paroli bieten zu können. Einmal gelang es mir bereits, doch das darf man nicht überbewerten. Die anderen Male war er vor mir. Ich muss also weiter an mir arbeiten. Tendenziell geht es in die gleiche Richtung bei der Entwicklung. Wir machen die gleichen Aussagen. Das scheint gut zu passen. Das Verhältnis im Team ist super. Wir verstehen uns sehr gut. Ich bin damit sehr zufrieden. Er wünscht sich im Moment ausschließlich mehr Leistung und meint, dass er dann ums Podium fahren kann. Ich brauche neben nutzbarer Mehrleistung ein gutes Gefühl für die Front."

Das Kapitel Althea ist für Reiterberger abgehakt

Frage: "Wie ist die Stimmung im Team im Vergleich zu der bei Althea?"

Reiterberger: "Die Stimmung ist um 180 Grad anders als bei Althea. Ich fühle mich richtig wohl. Die Leute treiben mich an und stehen auf meiner Seite. Sie geben ihr Bestes - sowohl die Leute von Shaun Muir als auch die Leute von BMW. Die Unterstützung und das Vertrauen sind definitiv da. Ich versuche natürlich, immer ein bisschen zurückzugeben an die Jungs, doch bisher konnte ich sie noch nicht richtig belohnen. Aber ich denke, dass sie früher oder später für ihre Arbeit belohnt werden. Die Vergangenheit mit Althea habe ich abgehakt. Ich bin froh, wo ich jetzt bin und werde mein Bestes geben."

Markus Reiterberger

Markus Reiterberger trennte sich 2017 vom italienischen Althea-Team

Frage: "Mit Sandro Cortese gibt es 2019 einen zweiten deutschen Fahrer. Wie beurteilen Sie das WSBK-Debüt des ehemaligen Moto3-Weltmeisters?

Reiterberger: "Sandro hat bisher sehr gute Arbeit geleistet. Ich will natürlich immer der beste Deutsche sein und habe mit Sandro eine starke Konkurrenz bekommen. Ich freue mich, dass wir zwei deutsche Fahrer in der Superbike-WM haben. Es gab auch schon andere Zeiten, in denen es keine deutschen Fahrer gab."

"Sandro hat bisher gut gearbeitet, er hat aber auch gutes Material. Sein Motorrad ist mehr oder weniger siegfähig oder zumindest podiumsfähig. Das haben die beiden Yamaha-Fahrer Michael van der Mark und Alex Lowes bewiesen. Sandro schlägt sich gut und mischt mit den anderen Yamaha-Piloten mit. Einige Male war er bereits bester Yamaha-Pilot. Hut ab! Ich bin froh, dass er so gut zurechtkommt. Ich möchte bald an seine Ergebnisse anknüpfen und in der Superbike-WM der beste Deutsche sein. Das ist mein Ziel."

Mit Bildmaterial von BMW Motorrad.

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Artikel-Info

Rennserie Superbike-WM
Autor Sebastian Fränzschky