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Sandro Cortese: "Zum Hockenheimring würden viele Zuschauer kommen"

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Sandro Cortese: "Zum Hockenheimring würden viele Zuschauer kommen"
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04.07.2019, 18:12

Wir haben uns in Donington mit Sandro Cortese über dessen WSBK-Debütsaison, den fehlenden Lauf in Deutschland und die Entwicklung der Yamaha R1 unterhalten

Nach dem Gewinn der Supersport-Weltmeisterschaft wechselte Sandro Cortese im vergangenen Winter in die Superbike-WM. Der Deutsche geht in diesem Jahr mit einer werksunterstützten Yamaha R1 an den Start und kämpfte zuletzt um Podestplätze. Die Formkurve zeigt zweifellos nach oben, auch wenn einige Stürze zur Folge hatten, dass Cortese in der WM zuletzt etwas Boden verlor. Wir haben uns in Donington exklusiv mit dem ehemaligen Moto3-Weltmeister unterhalten und ihn zur laufenden Saison, der Yamaha R1 und das fehlende WSBK-Heimrennen befragt.

Frage: "In Misano sind Sie zwei Mal gestürzt. Gibt es für Donington Einschränkungen?"
Sandro Cortese: "Ich bin zwei Mal weggerutscht. Gott sei Dank ist nichts passiert. Es waren nur Stürze über das Vorderrad. Zuvor hatte ich mich bereits komplett von meinem schweren Assen-Sturz erholt."

Frage: "Das WSBK-Event in Donington überschneidet sich mit dem Grand Prix auf dem Sachsenring. Nach Laguna Seca folgt eine sehr lange Sommerpause. Wie viel Verständnis haben Sie für diese Kalenderplanung?"
Cortese: "Für mich ändert sich nichts, weil ich jetzt hier Zuhause bin. Wir haben nächste Woche noch Laguna Seca und dann haben wir zwei Monate Pause. In dieser Zeit haben wir viele Aktivitäten mit Yamaha. Zudem gehen wir testen. Unterm Strich bleiben mir vielleicht drei Wochen Pause. Das tut dann auch mal gut."

Frage: "In dieser Saison sitzen Sie nach vielen Jahren mit 600er-Bikes erstmals auf einer 1.000er-Maschine. Ist die Yamaha R1 ähnlich Rookie-freundlich wie die M1 in der MotoGP?"
Cortese: "Schwierig zu sagen, da ich nichts anderes gefahren bin. Ich fühle mich auf der R1 sehr gut. Das Motorrad macht mir sehr viel Spaß. Von Rennen zu Rennen wird es immer besser."

Sandro Cortese

Sandro Cortese hat sich schnell an das Superbike gewöhnt

Foto: Yamaha

Frage: "Bereits beim ersten Test im Winter waren Sie mit dem Superbike ziemlich schnell. War das eine Überraschung?"
Cortese: "Das stimmt. Es freut mich natürlich, dass es so gut läuft. Gleichzeitig wachsen die Erwartungen. Vom ersten Rennen bis jetzt haben wir stark aufgeholt. Yamaha hat das Motorrad deutlich verbessert."

Frage: "Ducati hat mit der V4R und deren Konzept ziemlich viele Diskussionen angezettelt. Was sagen Sie zur vergleichsweise radikalen Philosophie des neuen Ducati-Superbikes?"
Cortese: "Ducati hat ein neues Motorrad präsentiert. Es könnte das erste Motorrad einer neuen Generation sein. Ich denke, die anderen Marken werden nachziehen. Ich bin sehr gespannt auf die kommende Saison."

Frage: "Es gibt das Gerücht, dass Yamaha 2020 eine neue Homologations-Basis präsentiert. Was wissen Sie von der neuen R1 und welche Bereiche sollten für die WSBK verbessert werden?"
Cortese: "Ich habe das Motorrad noch nicht gesehen. Ich würde lügen, wenn ich etwas sagen würde. Ich habe keine Ahnung, was kommt. Das Chassis von der Yamaha ist perfekt. Die Kurvenstabilität, das Verhalten beim Anbremsen und die Agilität der Maschine sind sehr gut."

"Natürlich kann man immer mehr Leistung haben. Die andere Frage ist, ob man die Leistung dann auch auf den Boden bekommt. Es geht nicht nur um die Motorleistung sondern auch um die Elektronik. Man muss am kompletten Paket arbeiten. Yamaha macht das sehr gut. Freuen wir uns auf die kommende Saison, sollte eine neue R1 kommen."

Frage: "Die Arbeit mit der Elektronik ist für Sie eine neue Herausforderung. Wie gut haben Sie sich daran gewöhnt?"
Cortese: "Ich habe ein sehr gutes Team um mich herum, das mich mit einer guten Grundabstimmung ausrüstet. Wir haben über die Saison einen guten Weg eingeschlagen. Mir erleichtert es die Arbeit sehr, denn ohne Elektronik wäre jedes Superbike unfahrbar, weil zu viel Leistung vorhanden ist."

Frage: "Ein Format wie in der Britischen Meisterschaft ohne elektronische Helfer ist in der Superbike-WM also nicht anwendbar?"
Cortese: "Das ist eine Stockmeisterschaft. Sie haben nicht die Leistung, die wir haben. Ich denke, es gehört mittlerweile dazu, dass man bei einem Motorrad elektronische Fahrhilfen hat."

Sandro Cortese

Sandro Cortese hat für Donington hohe Erwartungen und freut sich bereits auf Laguna Seca

Foto: Yamaha

Frage: "Mit Donington und Laguna Seca stehen zwei kurvige Strecken bevor, die in der Theorie gut mit der Yamaha R1 harmonieren sollten, oder?"
Cortese: "In Donington konnte Yamaha im vergangenen Jahr beide Rennen gewinnen. In Laguna war ich noch nicht und bin sehr gespannt, wie ich mich dort zurechtfinden werde."

Frage: "In Misano waren Sie schnell, konnten das Potenzial aber nicht in Ergebnisse umwandeln."
Cortese: "Ich hätte es in Misano einfach noch ein paar Runden zu Ende fahren müssen. Selbst im Regen lief es gut. Das Ziel war, es ins Ziel zu schaffen und wichtige Punkte mitzunehmen. Platz sieben ging in Ordnung, denke ich. Das Sprintrennen war sehr gut bis zwei Runden vor Rennende. Und auch das zweite Rennen war bis zum Sturz sehr gut. Das muss auch dieses Mal wieder das Ziel sein. Ich will mich in der Gruppe behaupten, in der ich auch in Misano fuhr."

Frage: "Dank der Grand-Prix-Erfahrung zählen Sie zu den routiniertesten Fahrern im Feld. Ist eine zu bedachte Fahrweise ein Nachteil, wenn es in der Startphase heiß hergeht und aggressiv um die Positionen gekämpft wird?"
Cortese: "In Misano bin ich von Startplatz zwei sehr gut gestartet und fuhr zu Beginn sehr aggressiv. Und auch im zweiten Rennen, das ich von Position zehn in Angriff nahm, war ich bereits in der ersten Kurve Fünfter. Wir haben sehr intensiv daran gearbeitet, um in den ersten Kurven und in der ersten Runde aggressiv zu sein und nicht zu viel zu verlieren. Aber unterm Strich bin ich schon ein Fahrer, dem lange Rennen eher liegen als Sprintrennen. Manche fahren zehn Runden Vollgas, egal ob es gut geht oder nicht. Bei mir ist es so, dass es umso besser ist, je länger es geht."

Marc Marquez

Der Sachsenring ist laut Cortese nicht die perfekte Strecke für die Superbike-WM

Foto: LAT

Frage: "Thema Boxentafel und Rennstrategie: Spielt es eine Rolle, zu wissen, welcher Fahrer gerade erster Verfolger ist?"
Cortese: "Natürlich weiß man, dass man anders fahren muss, wenn man einen Leon Haslam hinter sich hat. Er bremst immer sehr spät. In dem Fall muss man anders fahren als bei einem Fahrer, der höhere Kurvengeschwindigkeiten fährt. Ich stelle mich schon darauf ein. Vor allem bei Tom Sykes und Leon Haslam muss man seine Linie wechseln. Das macht jeder, denke ich."

Frage: "Ein Lauf in Deutschland ist weiterhin unrealistisch. Wie enttäuschend ist das für Sie als Fahrer?"
Cortese: "Es ist schade. Vor allem zum jetzigen Zeitpunkt mit BMW und zwei deutschen Fahrern wäre es ein Traum, auf dem Nürburgring oder in Hockenheim zu fahren. Klar, die MotoGP zieht die meisten Zuschauer an, doch ich denke, auch zum Hockenheimring würden viele Zuschauer kommen. Das wäre mein Favorit, weil die Entfernung dorthin am geringsten ist."

"Der Sachsenring hat für die Zuschauer die beste Atmosphäre. Das kann man mit keiner anderen Strecke vergleichen. Aber selbst mit der Moto2-Maschine war der Kurs eng. Ich will gar nicht an die MotoGP oder die Superbike-WM denken. Für die Fahrer ist der Sachsenring nicht die schönste Strecke im Kalender."

Mit Bildmaterial von LAT.

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Rennserie Superbike-WM
Autor Sebastian Fränzschky