Termignoni vs. Akrapovic: Ducati schaut interessiert auf die Daten von Motocorsa

Ducati rüstet seine Werksmaschinen mit Auspuffanlagen von Akrapovic aus: Motocorsa setzt auf Termignoni und weckt damit das Interesse der Ducati-Ingenieure

Termignoni vs. Akrapovic: Ducati schaut interessiert auf die Daten von Motocorsa

Nachdem Gigi Dall'Igna von Aprilia zu Ducati wechselte, schlug nicht nur das MotoGP-Projekt in Borgo Panigale einen neuen Kurs ein. Auch beim Panigale-Projekt in der Superbike-WM gab es einige Änderungen. Seit der Saison 2015 sind die Werks-Ducatis mit Auspuffanlagen von Akrapovic ausgerüstet. Zuvor wurde das Werksteam jahrelang von Termignoni beliefert.

Beim Thema Auspuffanlage sah man in den vergangenen Jahren viel Bewegung. Die V2-Panigale war zu Beginn mit einem Under-Engine-Schalldämpfer ausgerüstet. Akrapovic überraschte Ende der Saison 2015 mit einer Anlage, die in einem Auslass unter dem Heck mündete und durch ihren längeren Krümmer mehr Leistung aus dem Motor der 1199 herauskitzelte.

Später entwickelten die Spezialisten in Zusammenarbeit mit Ducati eine Anlage mit zwei Auslässen unter dem Heck, die bis Ende 2018 verwendet wurde. Bei der V4-Panigale kommt eine Akrapovic-Anlage mit Auslässen unter dem Bug zum Einsatz.

WSBK 2021: Termignoni und Ducati sind wieder vereint

In der abgelaufenen WSBK-Saison kehrte Termignoni mit einem spektakulären Auspuff in die Superbike-WM zurück. Das private Motocorsa-Team rüstete seine Panigale V4R mit einer Termignoni-Anlage aus, die unter dem Heck mündete. Axel Bassani setzte sich damit bei einigen Events stark in Szene und zog das Interesse der Ducati-Ingenieure auf sich.

Termignoni

Der Termignoni-Endtopf unter dem Heck der Panigale V4R

Foto: Motocorsa

Ducati kann auch auf die Daten der Kundenteams zurückgreifen. "Wir teilen mit unseren Satelliten-Teams sehr viele Informationen. Gleichzeitig gibt es einen Deal, der uns erlaubt, auch deren Daten auszuwerten. Damit erhalten wir Informationen und können erkennen, was mit Blick auf die Zukunft entwickelt werden muss", erklärt Technikdirektor Marco Zambenedetti im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'.

Die Kundenteams können bei Ducati aktuelles Werksmaterial beziehen. Gleichzeitig haben die privaten Ducati-Teams die Freiheit, einige Komponenten zu ersetzen und somit auf eigene Sponsoren und Partner zurückzugreifen.

Carlos Checa

WSBK 2011: Carlos Checa auf der Ducati 1098R mit Termignoni-Auspuff

Foto: Althea

"Wir müssen ihnen eine Referenz liefern, aber gleichzeitig ihnen auch einen gewissen Spielraum geben, damit sie mit ihren technischen Partnern an den Motorrädern arbeiten können", schildert Marco Zambenedetti.

Ducati erkennt Unterschiede bei der Performance

Doch welche konkreten Unterschiede gibt es zwischen den verschiedenen Auspuffanlagen? "Wir erkennen einen kleinen Unterschied", lässt der Ducati-Technikdirektor durchblicken. "Es ist interessant. Wir müssen aber auch die Unterschiede beim Fahrer berücksichtigen, wie zum Beispiel seine Größe."

"Es ist nicht einfach, konkrete Schlüsse zu ziehen", bemerkt Marco Zambenedetti. Bei Ducati versucht man aber stets, die Erfahrungen der Privatteams als Inspiration zu nutzen. "Es gibt interne Meetings und Berichte. Wir bündeln alle Informationen und legen dann fest, in welche Richtung wir entwickeln", so der Italiener.

Mit Bildmaterial von Motocorsa.

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