"Wie in einem Albtraum": Eugene Laverty spricht über Horrorcrash

Eugene Laverty erklärt, wie es zu dem schweren Unfall im Thailand-Rennen kommen konnte - Sprachliche Barrieren verschlimmerten Versorgung an der Strecke

Eugene Laverty fehlte am vergangenen Rennwochenende in Aragon und wird auch die Superbike-Rennen in Assen und Imola verpassen. Der Milwaukee-Aprilia-Pilot befindet sich nach seinem schweren Sturz beim zweiten Rennen in Thailand auf dem Weg der Besserung, nun sprach er ausführlich über seinen Zustand und die bangen Minuten unmittelbar nachdem er von Jordi Torres in Buriram getroffen wurde.

"Zwei Wochen Krankenhaus in Bangkok waren nicht sehr angenehm", meint Laverty in einem Interview mit der britischen 'BBC'. "Ich bin mir bewusst, dass es noch schlimmer hätte laufen können, daher bin ich glücklich, dass ich wieder vollkommen gesund werde." Dennoch erlebte der 31-Jährige einen "Albtraum" in Thailand.

Im Sonntagsrennen der Superbike-WM lag er auf seiner Aprilia in den Punkterängen, als er ein Problem mit seinem Vorderreifen feststellte. "Ich hatte ein Problem mit dem Vorderreifen und wollte einfach auf dem Bike sitzenbleiben und ein paar Punkte retten", erinnert sich der Ire. "In einer Kurve hatte ich plötzlich weniger Frontgrip, als ich dachte." In der fünften Runde ging Laverty über die Front in Kurve 6 zu Boden. Der hinterherfahrende Jordi Torres konnte nicht mehr ausweichen und traf den Piloten.

"Die gesamte Situation war bizarr"

"Es wäre eigentlich ein kleiner, unscheinbarer Crash gewesen, aber dadurch, dass ich vom hinterherfahrenden Piloten getroffen wurde, wurde daraus ein sehr ernster Unfall. Schon als ich in der Auslaufzone lag, wusste ich, dass das ein ziemlich schlimmer Unfall war. Ich hatte starke Schmerzen." Verschlimmert hat die Situation zusätzlich, dass die Ersthelfer an der Strecke des Englischen kaum mächtig waren. "Die gesamte Situation war bizarr. Ich habe eigentlich erwartet, dass das Rennen gestoppt wird. Leider geschah das nicht. Das müssen wir uns für die Zukunft bestimmt ansehen", fordert er.

"Danach musste ich auf mich selbst aufpassen. Es gab eine sprachliche Barriere, denn das medizinische Personal verstand nicht, was passiert war. Ich fühlte mich ein bisschen, wie in einem Albtraum eingeschlossen", gibt Laverty zu. Da er seine Beine nach dem Sturz nicht spüren konnte, das Personal aber kaum Acht gab, habe er selbst auf sich aufpassen müssen, schildert er. Im Medical Center wurde er dann erstuntersucht. Dort traf er auf Bruder John und Ehefrau Pippa. Gemeinsam mit seinem Bruder absolviert er nun die Physiotherapie.

"Ich hatte noch Glück, wenn man bedenkt, dass ich von einem anderen Fahrer getroffen wurde. Das Becken ist an mehreren Stellen gebrochen. Zum Glück musste ich aber nicht unters Messer, das wird einfach einige Zeit benötigen, um vollständig zu heilen. Die inneren Verletzungen werden mehr Zeit in Anspruch nehmen", erklärt er. "Wir wissen nicht, wie lange das dauern wird. Die Ärzte können mir da auch nicht mehr verraten, weil das eine seltene Verletzung ist - ungefähr zwanzig pro Jahr passieren."

Dennoch hat Laverty das Rennen in Donington Ende Mai als Rückkehr-Datum bestimmt. "Es ist so schwierig zu wissen, wann ich wieder fit sein werde. Ich muss mich da an die Ratschläge der Ärzte halten. Mit gebrochenen Knochen habe ich keine Angst, wieder aufs Bike zu steigen, aber die inneren Verletzungen brauchen Zeit." Er denkt sogar schon wieder ans Rennfahren. Zwar sei der Rückschlag so früh in der Saison "frustrierend", dennoch peilt er für diese Saison noch das Podium an. "Die Top 3 sind realistisch. Wenn ich zurückkommen, dann haben wir immer noch mehr als die Hälfte der Saison vor uns."

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Rennserien Superbike-WM
Fahrer Eugene Laverty
Teams Team Milwaukee
Artikelsorte News
Tags crash, eugene laverty , milwaukee aprilia, sturz, superbike-wm