WSBK Katar: Die Stimmen von Rea, Davies und Melandri

Jonathan Rea siegt erstmals in Katar – Chaz Davies gesteht, dass Platz zwei am seidenen Faden hing – Marco Melandri erklärt, warum er nicht an Davies vorbei ging

Der erste Lauf der WSBK in Losail (Katar) war von vielen Stürzen geprägt. Davon bekam Jonathan Rea (Kawasaki) an der Spitze nicht viel mit. Der Weltmeister führte nach dem Start, setzte sich zeitig ab und kontrollierte von da an den Vorsprung bis ins Ziel. Dahinter kamen die beiden Ducati-Werkspiloten Chaz Davies und Marco Melandri ins Ziel, die sich nicht in die Quere kamen. Sprach Ducati eine Teamorder aus, damit Davies keine Punkte für den Kampf um den Vizetitel einbüßte?

Melandri wirkte in der Schlussphase stark, doch dann ließ er Davies fahren, ohne ihn anzugreifen. Bei der Zieldurchfahrt betrug Davies' Vorsprung mehr als fünf Sekunden. Warum? "In den finalen fünf Runden nahm ich etwas Tempo heraus, um den Vorderreifen zu schonen. Ich pushte zu Beginn zu hart. Platz drei war heute das Maximum", kommentiert Melandri.

Von Startplatz neun kämpfte sich der ehemalige MotoGP-Vizeweltmeister nach vorn. "Es war ein sehr schwieriges Wochenende bis zur Superpole. Zum Glück konnte das Team für das Rennen ein besseres Set-up erstellen. Ich fühlte mich damit viel wohler, auch wenn ich in den langgezogenen Kurven Traktion hatte. Das Hinterrad drehte stark durch und das Motorrad war unruhig", erklärt Melandri.

Rea erneut in eigener Liga

Die Kawasaki ZX-10RR von Jonathan Rea wirkte deutlich stabiler. Bei der schnellsten Runde war Rea beinahe eine Sekunde schneller als Melandri. Zwischen Rea und Davies lagen immerhin noch sechs Zehntelsekunden. Momentan hat die Konkurrenz keine Antworten auf die Form des dreifachen WSBK-Champions.

Bisher gewann Rea noch nie in Katar. Das änderte sich am Freitagabend. "Es ist richtig toll, dass ich jetzt hier auch einen Sieg feiern konnte. Ich liebe dieses Event und mag die Atmosphäre des Nachtrennens. Zudem mag ich den Kurs", freut sich der Kawasaki-Pilot.

"Ich wollte vom Start weg alles geben und meinen eigenen Rhythmus fahren. In den Trainings sah es ziemlich gut aus. Ich bin sehr zufrieden mit der Arbeit des Teams. Das Motorrad war unglaublich. Ich möchte allen im Team dafür danken", so Rea. "Im Moment lebe ich den Traum. Ich bin richtig froh und danke allen, die mich von Zuhause unterstützen."

Davies nun zehn Punkte vor Sykes

Mit Platz zwei konnte Vorjahressieger Chaz Davies nach den durchwachsenen Trainings zufrieden sein. Er wehrte die Angriffe von Ducati-Markenkollege Xavi Fores und Yamaha-Pilot Alex Lowes ab, die beide vorzeitig aus dem Rennen gerissen wurden. Mit Blick auf die WM war der zweite Platz goldwert, denn Tom Sykes erlebte ein enttäuschendes Rennen und wurde nur Sechster.

"Es war ein hartes Rennen. Viele Fahrer kämpften mit Problemen. Ich wusste nicht so recht, was ich erwarten kann. Ich wusste, dass wir konstant sind, doch ich war mir nicht sicher, ob es für das Podium ausreicht. Johnny war klar schneller, Alex fuhr ein ähnliches Tempo", berichtet Davies.

"Ich hatte einige Schwierigkeiten. Die Haftung am Kurveneingang war von Beginn an schlecht. Ich rechnete damit, dass ich jederzeit abfliege. Doch 17 Runden später stehe ich hier und freue mich über die 20 Punkte", schildert der Ducati-Pilot, der am Samstagabend nach dem Vizetitel greift. Zehn Punkte liegen zwischen ihm und Sykes. "Für morgen habe ich ein bisschen Luft zum atmen", freut sich der Waliser.

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Über diesen Artikel
Rennserien Superbike-WM
Veranstaltung Doha
Unterveranstaltung Rennen, Freitag
Rennstrecke Losail International Circuit
Fahrer Marco Melandri , Chaz Davies , Jonathan Rea
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