Die Nummer eins: "Frostys" neue Kleider

Champion Mark Winterbottom bekommt 2016 neue Farben, aber die Motivation bleibt die Gleiche.

Der frisch gekürte V8-Supercar-Champion Mark Winterbottom (Prodrive-Ford) wird in der Saison 2016 in neuen Farben antreten.

Statt wie bisher die blaue Pepsi-Max-Lackierung zu zeigen, wechselt Bottle-O an den Ford Falcon FG/X. Die Getränkemarktkette mit dem grünen Logo war bislang auf dem Prodrive-Kundenauto von Rod Nash Racing zu sehen.

Nur einen Tag nach der Meisterschaft ist das Ziel bereits jetzt klar definiert: „Es macht ja keinen Sinn, den Titel zu gewinnen und dann zu sagen, ab jetzt sind wir mit P20 zufrieden‟, kündigte der 34-Jährige bei der Präsentation seiner Startnummer 1 in Sydney an.

„Wir freuen uns darüber, das Ding einmal gewonnen zu haben. Das genießen wir, das respektieren wir. Aber wir treten nächstes Jahr an, um den Titel zu verteidigen. Das ist das große Ziel.‟

Umso mehr, weil Winterbottom dieser Meisterschaft solange hinterher hecheln musste.

Die lange Durststrecke

Über die Mini-Motorräder und die Karts schaffte er 2002 den Sprung in die australische Formel Ford. Dort wurde er Zweiter hinter seinem späteren Konkurrenten Jamie Whincup.

2003 gewann er die Konica V8-Supercar-Serie, die heute die Dunlop V8-Supercar-Serie ist und die zweite Liga im australischen Tourenwagensport darstellt.

Der logische Aufsteig folgte im Jahr 2004 zum Ford-Kundenteam von Mark Larkham. Ende 2005 kaufte das Ford-Werksteam Prodrive den Youngster aus seinem laufenden Vertrag heraus und setzte Youngster Winterbottom in seine Startnummer 5.

Zusammen mit seinem erfahrenen Teamkollegen Jason Bright gewann „Frosty‟ das Sandown 500 und wurde am Ende des Jahres 2006 Gesamtdritter hinter Rick Kelly und Craig Lowndes.

Was damals keiner wusste: Diese Saison stellte sozusagen der Auftakt einer langen Winterbottom-Durststrecke dar.

Denn zwischen 2006 und 2014 gewann der Ford-Schützling zwar 27 Rennen, landete in der Gesamtwertung aber immer auf den Plätzen zwei bis fünf.

Zum Beispiel in der Saison 2008, als Winterbottom nicht weniger als sieben Saisonrennen gewann. Trotzdem zog er den Kürzeren gegen den Dauerrivalen Whincup, der gleichzeitig nicht weniger als 15 Mal siegte.

Es war die Ära der Triple-Eight-Mannschaft, während sich Winterbottom den Ruf als ewiger Zweiter erkämpfte.

Bathurst als Vorentscheidung

Dies war auch der Grund für die kleine Spitzfindigkeit von James Courtney, der im Sommer 2015 davon sprach, wie Winterbottom und Prodrive den Titel 2015 wohl dieses Mal verlieren würden. Obwohl Frosty zu diesem Zeitpunkt in der Gesamtwertung einen satten Vorsprung von 426 Punkten aufwies.

Es war das Sandown 500. Die dominante Startnummer 5 hatte neun von bis dato 24 Saisonrennen gewonnen. Dazu viermal Pole und Sieg im punktelosen F1-Rahmenrennen von Melbourne.

Würden die Spötter um Courtney trotzdem Recht behalten? Auch Winterbottom weiß: „Wir waren immer sechs oder sieben Monate gut unterwegs, aber niemals für ein ganzes Jahr.‟ So entwickelte sich das Finale 2015 erneut zu einer kleinen Nervenschlacht, nur dieses Mal mit einem guten Ende.

„In dieser Saison waren unsere schlechten Tage immer noch gut. Das war das Entscheidende‟, analysiert Winterbottom. „Platz zwei in Bathurst war diese Saison eines meiner Highlights‟. In der Tat: Elektrische Probleme und eine Stopp-And-go-Penalty warfen den Ford Falcon ans Ende des Feldes zurück. Dann folgte eine nahezu perfekte Aufholjagd.

„45 Runden vor dem Ende lagen wir auf P20. Das wäre ein Verlust von über 200 Punkten gewesen, aber wir haben uns zurückgekämpft.‟

Kritiker widerlegt

Plus: In Bathurst hatte sich sein schneller Teamkollege Chaz Mostert bei einem schweren Unfall in der Qualifikation verletzt. Ohne seinen jungen Wing-Man stand Frosty alleine gegen die wiedererstarkte Triple-Eight-Truppe, die dieses Mal nicht Whincup, sondern Altmeister Craig Lowndes als Speerspitze in den Titelkampf warf.

Doch Winterbottom und seine Ford-Werksmannschaft behielten die Nerven und widerlegten damit alle Kritiker.

In Phillip Island und Sydney warf die Startnummer 5 sechs kontrollierte Rennen mit Plätzen zwischen drei und sieben aufs Parkett. Das konnte Lowndes nicht mehr aufholen und so waren es am Ende doch stolze 239 Punkte Vorsprung.

Nun also endlich die Startnummer 1. „Es fühlt sich saugut an, aber es wird noch ein bischen dauern, bis ich das alles realisiert habe. Das wird wohl zuhause passieren, wenn ich jetzt mit (Ehefrau) Renee und den Kids ein wenig chillen kann.‟

Bis es Anfang März 2016 mit dem Clipsal 500 in Adelaide weitergeht. Dann als Titelverteidiger.

„Die Motivation stirbt nie‟, kündigt der Champion an. „Du wirst immer hungrig sein. Hast du einen Titel, willst du zwei oder drei. Sicherlich kannst du das nicht einfach erwarten, aber du willst mehr, weil es einfach ein richtig gutes Gefühl ist, wenn du die Nummer eins bekommt.‟

Wie am Montag in Sydney geschehen...

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