Flaggenregeln Nürburgring 2019: DMSB erfüllt VLN-Forderungen zum Teil

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Flaggenregeln Nürburgring 2019: DMSB erfüllt VLN-Forderungen zum Teil
Autor: Heiko Stritzke
22.11.2018, 09:39

Die VLN Langstreckenmeisterschaft bekommt die ersehnten neuen Flaggenregeln zum Teil: Code-60-Chaos soll künftig ausbleiben, ein anderer Punkt bleibt strittig

Der Deutsche Motor Sport Bund (DMSB) hat ein neues Flaggenreglement für die Nürburgring-Nordschleife verabschiedet. Nach den chaotischen Szenen auf der Döttinger Höhe beim vierten VLN-Lauf 2018 war seitens der Teamvereinigung ILN und VLN Änderungsbedarf in zweierlei Hinsicht angemeldet worden. Von diesen Maßnahmen wurde nun eine umgesetzt.

Konkret kann in Zukunft eine Code-60-Phase nicht nur durch die Grüne, sondern auch durch die Gelbe oder doppelt gelb geschwenkte Flaggen aufgehoben werden, sofern kein erneutes Code-60-Schild rausgehalten wird. Für diese Änderung hatten sich VLN und ILN gleichermaßen stark gemacht. Nicht verändert wird hingegen das Anzeigen von Fahrzeug- und Schleppverbänden mittels der Gelben Flagge. Hier war gefordert worden, zur Weißen Flagge zurückzukehren.

VLN4-Chaos sollte sich nicht wiederholen

Die Abänderung der Code-60-Regelungen war nötig geworden, nachdem beim vierten VLN-Lauf 2018 ein Fahrzeug in einer Code 60 "gefangen" war. Ein vorausfahrender Schleppverband hat immerwährend eine Gelbe Flagge verursacht, die bisher die Code-60-Phase nicht aufheben konnte. Kilometerlang schlich der Renault Clio dadurch mit 60 km/h dahin und versammelte eine riesige Fahrzeugtraube hinter sich, bis ankommende Fahrzeuge begannen, unter Gelb zu überholen. Der Clio-Fahrerin konnte damals kein Fehlverhalten nachgewiesen werden.

Die VLN forderte vom DMSB daraufhin schnelle Änderungen am Reglement. Der dortige Sicherheitsbeauftragte Michael Günther verwies aber darauf, dass das Reglement nicht während der laufenden Saison umgeschrieben werden kann. Auch ein entsprechendes Bulletin wurde abgelehnt mit dem Hinweis, dass Sportwarte (im Volksmund: Streckenposten) neu geschult werden müssten. Die VLN wies daraufhin Fahrer von Sicherheitsfahrzeugen an, selbstständig darauf zu achten, dass sich hinter ihnen kein Knäuel bildet.

Code-60-Chaos bei VLN4:

Die Gespräche bezüglich einer Reglementsänderung für 2019 gingen bei den Herbstläufen der VLN weiter. An diesen nahmen neben DMSB, VLN und ILN auch der ADAC Nordrhein als Veranstalter des 24-Stunden-Rennens und der Deutsche Sportfahrer Kreis (DSK) teil. "Es war uns wichtig, dass dieses Thema schnell angegangen wird, weil die Bücher mit dem Reglementstext relativ bald in Druck gehen", sagt der ILN-Vorsitzende Martin Rosorius gegenüber 'Motorsport-Total.com'.

Schleppverbände bleiben "gelb", nicht "weiß"

Der DMSB befasste sich in den Fachausschüssen Sicherheit und Rundstreckensport mit den Änderungen, die anschließend im Exekutivkomitee erörtert und schließlich vom Präsidium abgesegnet wurden. Auf diesem Wege wurde eine geforderte Änderung gekippt: Fahrzeug- und Schleppverbände sollten statt mit einer Gelben Flagge wieder wie im klassischen Rundstreckensport mit einer Weißen angezeigt werden. Dies fand keine Berücksichtigung.

Die Ankündigung von solchen Verbänden mit der Gelben Flagge, also einem Überholverbot, zu verbinden, war eine Maßnahme des "Runden Tischs" von 2015 im Anschluss an den tödlichen Nissan-Unfall. Kritik übte die ILN an einer daraus entstanden Doppeldeutigkeit der Gelben Flagge, die nun einerseits ganz klassisch einen Unfall, andererseits aber auch einen Schleppverband ankündigen konnte. Gerade in unübersichtlichen Passagen soll das zu Unsicherheiten bei Fahrern geführt haben, die nicht so recht wussten, auf was sie sich einstellen mussten.

Der Vorschlag sah nun so aus, zur Weißen Flagge zurückzukehren, aber im unmittelbaren Bereich des Schlappverbands ein Überholverbot in Kraft treten zu lassen. Er kam jedoch nicht durch die Entscheidungsgremien beim DMSB.

Rosorius zeigt sich dennoch zufrieden: „Mit Ausnahme der Tatsache, dass Schleppverbände auch weiterhin nicht mit der weißen Flagge begleitet werden, entspricht das Ergebnis dem Vorschlag der ILN: Es gilt wieder, was der Fahrer aus dem Cockpit heraus sieht. An dieser Eindeutigkeit der Flaggensignale war uns gelegen. Damit dürften sich Probleme, die wir 2018 auf der Nordschleife erlebt haben, ab der kommenden Saison nicht wiederholen. Dies trägt erheblich zur Sicherheit und einem fairen Wettbewerb bei.“

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