GetSpeed rechtfertigt Protest: Mühlner wollte uns ausschließen!

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GetSpeed rechtfertigt Protest: Mühlner wollte uns ausschließen!
Autor: Heiko Stritzke
26.09.2018, 10:13

GetSpeed äußert sich in einem Statement zum Protest in der Porsche-Cup-Klasse: Wollte Mühlner das Team schon vor dem Rennen ausschließen?

Als Antwort auf den Artikel zum erneuten Protest von GetSpeed gegen das Team Mühlner Motorsport hat das Team aus Meuspath mit einem Statement reagiert. Darin rechtfertigt Fahrzeug- und Kundendienstleiter Thomas Lennackers das Vorgehen damit, dass Mühlner "zum wiederholten Male" Einschnitte im Fahrzeug mit Klebeband überklebt habe, um sich so aerodynamische Vorteile zu verschaffen. Außerdem soll ein Mühlner-Teammitglied bereits vor dem Start den Ausschluss der GetSpeed-Porsches wegen eines zu kleinen Sponsorenaufklebers gefordert haben.

Wie sich im Rahmen des zurückgewiesenen Protests gezeigt hat, gibt es einen Widerspruch zwischen dem VLN-Reglement Anhang 6 (Einbaurichtlinien für Rennteams GPSauge MI6/CAN) und der Montageanleitung des Herstellers der GPS-Antennen. Dieser wird vor dem nächsten VLN-Lauf mittels eines Bulletins geklärt werden. GetSpeed bezieht sich bei seiner Argumentation auf ein drittes Reglement: Das des deutschen Porsche-Carrera-Cups.

Hier gibt es unter Artikel 2.9 starke Einschränkungen: Erlaubt ist ein maximal 80x20 Millimeter breiter Klebestreifen. Davon abgesehen hat das Überkleben jedweder Schlitze, Öffnungen oder ähnlicher Karosserieteile zur Folge, dass das Fahrzeug nicht mehr dem Reglement entspricht. Der Vorwurf von GetSpeed: Mühlner habe mit der Verwendung von Klebeband zur Befestigung der GPS-Antenne gegen diesen Paragraphen verstoßen.

"Ausschlaggebend ist, dass es ein klares Reglement gibt, das diese Dinge regelt, um einen fairen und ebenbürtigen Wettbewerb zu gewährleisten. Teams, die sich eben diesen Wettbewerb stellen, sollten daher auch die Grundlage dieses Reglements beherrschen und im Sinne der notwendigen Fairness zwingend umsetzen", heißt es in dem GetSpeed-Statement.

Außerdem macht Lennackers dem Mühlner-Team den Vorwurf, dass dieses seinerseits einen ähnlichen Protest auf informellem Wege einleiten wollte. So habe ein Mühlner-Teammitglied ein längeres Gespräch mit einem Technischen Kommissar geführt. Der springende Punkt sei in diesem Fall ein Pflichtaufkleber eines Seriensponsors gewesen, der zu klein ausgefallen sein soll. Dabei soll Mühlner gefordert haben, das Fahrzeug noch an Ort und Stelle vom Rennen auszuschließen.

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Foto: Jan Brucke/VLN

Dennoch gibt es in der angespannten Situation zwischen den beiden Teams auch positive Signale: So haben sich vor allem die Mühlner-Fahrer in der Startaufstellung nach dem Zustand von John Shoffner erkundet, der den schweren Unfall bei VLN6 zu verkraften hatte.

Das GetSpeed-Statement im Wortlaut

„In der Tat hat sich die Situation zwischen Mühlner Motorsport und uns etwas hochgekocht, dennoch hat unser Protest einen klaren Hintergrund. Erneut haben wir am Fahrzeug von Mühlner Motorsport nicht erlaubtes Abkleben von Fahrzeugsicken, sowie das großflächige Abkleben zum Beispiel der GPS Antennen auf dem Dach vorgefunden. Ob es nun ein Wettbewerbsvorteil ist oder nicht, ob ein kleiner Flick oder Gurney am Heckspoiler genauso wirkungslos sind wie das Abkleben von breiten Sicken oder abstehenden Gegenständen, um die Aerodynamik eins Fahrzeugs zu optimieren, kann Jeder für sich selbst entscheiden."

"Ausschlaggebend ist, dass es ein klares Reglement gibt, das diese Dinge regelt, um einen fairen und ebenbürtigen Wettbewerb zu gewährleisten. Teams, die sich eben diesen Wettbewerb stellen, sollten daher auch die Grundlage dieses Reglements beherrschen und im Sinne der notwendigen Fairness zwingend umsetzen. Aufgrund der hohen Anzahl der verschiedenen Klassen und des sehr komplizierten VLN Reglements, ist es den VLN Kommissaren eben nicht möglich, jedes einzelne Fahrzeug entsprechend zu prüfen, daher sind hier die Teilnehmer untereinander aufgefordert, die Einhaltung des Reglements selbst zu überwachen."

"Nachdem uns Mühlner Motorsport beim vergangenen VLN Rennen in der Startaufstellung kurz vor dem Rennstart einen Protest angedroht hat und den Rückzug des Fahrzeugs aus dem Rennen gefordert hat, weil unsere Aufkleber des Seriensponsors H&R angeblich nicht ordnungsgemäß wären, haben wir uns sodann entschlossen, das unerlaubte Abkleben von Fahrzeugteilen, einen signifikanten Regelverstoß, bei den Kommissaren zu melden."

"Vieles wird leider mit einem gewissen Maß an Halbwissen gesehen und kommentiert, daher können wir gerne jeden interessierten Leser oder Fan genau über diese Dinge informieren.“

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Autor Heiko Stritzke
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