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VLN-Ausschreibung 2019: Neuer Streit mit der ILN

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VLN-Ausschreibung 2019: Neuer Streit mit der ILN
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07.12.2018, 17:06

Die Interessengemeinschaft Langstrecke Nürburgring kündigt Widerstand gegen die vorläufige VLN-Ausschreibung 2019 an - Drei Konfliktpunkte

Enttäuschung bei der Teamvereinigung ILN e.V. bezüglich des VLN-Reglements 2019: Die Organisation fühlt sich beim vorläufigen Reglementsentwurf für die VLN-Saison 2019 übergangen und kündigt Widerstand gegen das Reglement in drei Punkten an: Nenngelderhöhung, freizuhaltende Pflichtwerbeflächen und eine Reglementsänderung bei Boxenstopps.

Zum Thema:

"So geht es nicht – wir haben den Eindruck, dass die VLN die berechtigten Anliegen ihrer Kunden nicht versteht", sagt der ILN-Vorsitzende Martin Rosorius in einer umfangreichen Pressemitteilung. VLN und ILN, die in der Geschichte um die Flaggensignale noch gemeinsam eine Regeländerung beim Deutschen Motor Sport Bund (DMSB) erwirkt haben, stehen somit wieder in Opposition zueinander.

Knackpunkt 1: Nenngelder

Der wohl schwerwiegendste Streitpunkt ist die neue Nenngeldstruktur: Anders als in den Vorjahren sind zusätzliche Kosten wie die Pauschale für Leitplankenschäden, Transponder-, Energie- und Entsorgungskosten in den Nenngeldern enthalten. Das Ziel seitens der VLN war, die Kostenstruktur so zu vereinfachen.

Trotzdem ist das Nenngeld auch unter Berücksichtigung der bisherigen Zusatzkosten im Reglementsentwurf deutlich gestiegen. Informationen von 'Motorsport-Total.com' zufolge hatte die VLN sogar anfangs mit noch höheren Nenngeldern geplant, hat diese aber nach Gesprächen mit der ILN wieder reduziert - aber nicht in dem Maße, wie von der ILN erhofft.

Besonders ärgerlich für kleine Teams: Die Energiepauschale für Reifenwärmer (bisher 60 Euro) ist nun ins Nenngeld übergegangen. Sprich: Selbst wer keine Reifenwärmer einsetzt, zahlt trotzdem die Energiepauschale. Ein Punkt, der der ILN sauer aufstößt. "Das ist ökologischer und ökonomischer Unfug“, so der ILN-Vorsitzende.

 

Schließlich werden die Teams dazu ermuntert, Reifenwärmer zu benutzen, wenn sie schon die Pauschale dafür zahlen. Und es gibt Stimmen, die bezweifeln, dass es überhaupt möglich ist, am Nürburgring bis zu 720 Reifen gleichzeitig vorzuwärmen (180 Autos mal 4 Reifen).

Die Nenngelderhöhungen im Überblick (in Euro)

Klasse Nenngeld 2018 Leitplanken-Pauschale Energiekosten (optional) Nenngeld 2018 gesamt Nenngeld 2019 Erhöhung
AT-G 1000 300 60 1360 1600 240
Cup 2 1500 300 60 1860 2300 440
Cup 3 (DPN A) 1500 300 60 1860 2070 210
Cup 3 (DPN B) 1500 300 60 1860 1500 -360
Cup 5 1000 300 60 1360 1500 140
Cup X 1500 300 60 1860 2070 210
H2 500 120 60 680 800 120
H4 1500 300 60 1860 2300 440
SP1, SP2 500 120 60 680 800 120
SP2T, SP4T 1000 300 60 1360 1500 140
SP3, SP4 1000 300 60 1360 800 -560
SP3T 1000 300 60 1360 1600 240
SP5 1500 300 60 1860 1500 -360
SP6 1500 300 60 1860 2070 210
SP7, SP8 1500 300 60 1860 2300 440
SP8T 1500 300 60 1860 2070 210
SP9 MA 3500 300 60 3860 4600 740
SP9 PRE 4000 300 60 4360 4600 240
SP9 PRO 4000 300 60 4360 4600 240
SP10 1500 300 60 1860 2070 210
SP-Pro 3500 300 60 3860 4600 740
SP-X 4000 300 60 4360 4600 240
TCR 1000 300 60 1360 1600 240
V1-V4 500 120 60 680 800 120
V5, V6 1000 300 60 1360 1500 140
VT1, VT2 500 120 60 680 800 120
VT3 1000 300 60 1360 1500 140

Alle Preise verstehen sich so, dass beim alten Nenngeld auch eine Pauschale von 60 Euro Energiekosten gezahlt wurde, also Reifenwärmer verwendet wurden. Wo keine verwendet wurden (und das ist bei der überwiegenden Zahl der Klassen der Fall), muss bei allen Zahlen noch einmal +60 Euro gerechnet werden. Günstiger werden jene Klassen, die ohnehin kaum Starter hatten, während bei den vollsten Klassen zugelangt wurde. Was in einem Fall nach betriebswirtschaftlicher Vernunft klingt, ist für andere ein gebrochenes Versprechen, denn die VLN hatte niedrigere Antrittsgelder versprochen.

Knackpunkt 2: Pflichtwerbung

Ein schon in den vergangenen Jahren immer wieder kontrovers diskutiertes Thema feiert sein Comeback: Die Pflichtwerbeflächen auf den Fahrzeugen. Schon in der Vergangenheit waren immer wieder zusätzliche Flächen auf den Autos für VLN-Seriensponsoren vorgesehen worden (selbst wenn sich kein Seriensponsor finden sollte), was Anfang 2018 schon einmal zu Streitigkeiten zwischen VLN und ILN (damals noch nicht e.V.) geführt hatte.

Im Prinzip sind die alten Diskussionen nu zurück: Die VLN hat erneut jene Flächen auf den Fahrzeugen gesperrt, die bereits im 2018er-Reglementsentwurf vorgesehen waren. Anfang 2018 hatten sich VLN und ILN darauf verständigt, dass die VLN diese Flächen nicht in Anspruch nimmt. Dieses Versprechen ist nun abgelaufen und die ILN muss womöglich einsehen, etwas zu blauäugig gewesen zu sein.

Jedenfalls hat die VLN in der Ausschreibung unter Punkt 1.10.2 eine 25 mal 12 Zentimeter große Fläche auf den hinteren Kotflügeln gesperrt, wie es schon im 2018er-Reglementsentwurf der Fall gewesen ist. Diese ist für nahezu alle Teams eine sehr wichtige, weil prominent sichtbare Fläche.

#4 Falken Motorsports Porsche 911 GT3 R: Klaus Bachler, Martin Ragginger

#4 Falken Motorsports Porsche 911 GT3 R: Klaus Bachler, Martin Ragginger

Foto: Jan Brucke/VLN

Andererseits muss auch die VLN für neue Einnahmen angesichts steigender Streckenmieten sorgen. Gerade erst wurde auf Druck der ILN die Regelung zu Einheitsreifen in der GT4-Klasse gekippt. Damit fallen Einnahmen weg, die nun auf anderem Wege kompensiert werden müssen.

Knackpunkt 3: Nachtank-Regeln

Die VLN hat auf Denkanstöße reagiert, die während der Saison 2018 an sie herangetragen wurden: Während Mechaniker, die nachtanken, einen dicken feuerfesten Anzug tragen müssen, wurden teilweise direkt darunter Räder in T-Shirts gewechselt. Im neuen vorläufigen VLN-Reglement heißt es nun unter 1.12.2.1: "Während des Tankvorgangs dürfen keine Arbeiten (Radwechsel, Check der Bremsen, Reparaturen, o.a.) in den Bereichen unter bzw. unterhalb und / oder unmittelbar neben dem Tankeinfüllstutzen durchgeführt werden."

Für die ILN eine äußerst suboptimale Lösung für das Problem. Denn damit würden Fahrzeuge, deren Tankeinfüllung vom Reifen entfernt liegt (zum Beispiel in der B-Säule oder im Falle von Porsche im vorne liegenden Kofferraum), beim Boxenstopp bevorzugt. Die ILN spricht von Wettbewerbsverzerrung.

Da bis zum Saisonstart noch ein wenig Zeit ist, hofft die ILN auf neue Gespräche mit der VLN-Führung. "Die ILN steht den Verantwortlichen der Veranstaltergemeinschaft für dringend erforderliche Gespräche auch weiterhin konstruktiv zur Verfügung", so Rosorius. Weitere Eskalationsmöglichkeiten deutet die Teamvereinigung in ihrer Presseaussendung nicht an.

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Rennserie VLN
Autor Heiko Stritzke