VLN-Chef Schlüter: "Den schraubenden Renn-Metzger gibt es nicht mehr"

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VLN-Chef Schlüter:
Autor: Heiko Stritzke
17.12.2018, 10:36

Der VLN-Generalbevollmächtigte Ralph-Gerald Schlüter sieht den Breitensport im Wandel: Was die VLN 2019 von derjenigen von 1989 unterscheidet

Nach einem Jahr als Generalbevollmächtigter der VLN e.V. & Co. oHG ist es für Ralph-Gerald Schlüter an der Zeit, Bilanz zu ziehen. Im Gespräch mit 'Motorsport.com' äußert sich der 66-Jährige zu seiner ersten Saison als Chef der Nürburgring-Rennserie. Darin diskutiert er insbesondere den Wandel des Breitensports auf der Nordschleife.

"Den Metzger, der in der Freizeit unter der Woche seinen Audi 50 auf das Rennen vorbereitet, gibt es nicht mehr. Der ist ausgestorben", konstatiert Schlüter, der selbst bis 2016 Rennen gefahren ist. "Die Zeiten, in denen die Fahrer selbst an ihren Autos geschraubt haben und am Wochenende zum Rennen gefahren sind, sind vorbei. Natürlich gibt es hier und da noch Einzelne, die aber eher die Ausnahme bilden."

Der Breitensport hat sich schon während der 2000er-Jahre einem Wandel unterzogen, der sich in den 2010er-Jahren konsequent fortgesetzt hat: Teams wie Mathol Racing, Sorg Rennsport, Adrenalin Motorsport oder Black Falcon treten als Dienstleister auf, bei denen man sich einmietet. Diese Teams bilden den soliden Mittelbau in der VLN.

"Heute kommen mehr Leute mit ausreichend finanziellen Möglichkeiten, die am Freitagabend anreisen, sich zum Rennen in ein Auto setzen und Samstagabend nach Hause fahren, ohne dass sie sonst noch etwas damit zu tun haben müssen", erklärt der VLN-Generalbevollmächtigte den modernen Breitensport. Meist haben jene in der Regel gut betuchte Kunden während der Woche einen so vollen Dienstplan, dass ein Schrauben an den heutigen, hochkomplexen Renngeräten kaum mehr möglich ist.

Die Zitate sind Teil eines großen Interviews mit Ralph-Gerald Schlüter, das wir auf der Essen Motor Show geführt haben. Das gesamte Interview, in dem er sich auch zu den kontroversen Themen der Saison 2018, der neuen Nenngeldstruktur und den Teilnehmerzahlen äußert, lesen Sie am 18. Dezember auf Motorsport.com!

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Autor Heiko Stritzke