Vorschau NLS 4: Frischer Wind in der Grünen Hölle

Der erste Renneinsatz überhaupt für den brandneuen BMW M4 GT3, Zuwachs in der Klasse SP9 und mehr lassen für das vierte NLS-Rennen 2021 Spannung erwarten

Vorschau NLS 4: Frischer Wind in der Grünen Hölle

Die Nürburgring-Langstrecken-Serie (NLS; vormals VLN) kehrt nach einer mehrwöchigen Pause zurück. Das vierte Saisonrennen 2021 der Nordschleifen-Rennserie steht vor der Tür.

Am kommenden Samstag führt die 52. Adenauer ADAC Rundstrecken-Trophy über die Distanz von vier Stunden. Dabei steht eine Weltpremiere ins Haus. Der neue BMW M4 GT3 bestreitet seinen weltweit ersten Renneinsatz.

Erstmals in diesem Jahr können Zuschauer das Rennen live vor Ort verfolgen. Wer keines der limitierten und bereits ausverkauften Tickets ergattern konnte, kann sich online informieren und den kompletten Renntag - inklusive Zeittraining und Vorberichterstattung - ab 08:15 Uhr vom heimischen Bildschirm aus per Livestream zu verfolgen. Die Startampel am Nürburgring schaltet pünktlich um 12:00 Uhr auf grün.

Renndebüt für den BMW M4 GT3

Die gesamte deutsche Motorsportwelt blickt am Samstagmittag auf den Nürburgring, wenn Jens Klingmann und Sheldon van der Linde den ersten Renneinsatz mit dem BMW M4 GT3 bestreiten. Vor weniger als einem Jahr, am 18. Juli 2020, fand das Roll-out des neuen Boliden statt. Bis heute hat die BMW-Mannschaft mehr als 14.000 Testkilometer absolviert, um den Nachfolger des M6 für den Renneinsatz auf Herz und Nieren zu testen. Nun folgen die ersten Kilometer unter realen Rennbedingungen.

BMW M4 GT3

Der BMW M4 GT3 löst den M6 GT3 ab, aber noch nicht in der Topklasse SP9

Foto: Alexander Trienitz

"Ich freue mich unheimlich auf die Premiere des BMW M4 GT3. Damit beende ich für mich das Kapitel M6 und schlage das neue Kapitel M4 auf", sagt Klingmann und weiter: "Der Renneinsatz dient schon jetzt der Vorbereitung auf 2022, wenn wir mit dem fertigen Rennwagen auch in der 'Grünen Hölle' antreten. Die Nordschleife ist in Sachen Entwicklung immer ein wichtiger Punkt, denn sie hat ihren eigenen Reiz und ihre Tücken. Für mich ist es eine große Ehre, dass ich beim ersten Rennen dabei sein darf."

Zuwachs in der GT3-Klasse SP9

Der BMW M4 GT3 verfügt im Teststadium noch nicht über eine GT3-Homologation und startet deshalb in der extra dafür vorgesehenen Klasse SPX. Die GT3-Klasse selbst ist mit 16 Fahrzeugen ordentlich besetzt: Audi R8 LMS, BMW M6 GT3, Ferrari 488 GT3, Lamborghini GT3 Evo, Mercedes-AMG GT3 und Porsche 911 GT3.

Komplette Teilnehmerliste für NLS 4 auf der Nürburgring-Nordschleife

Ein neues Team aus Italien nimmt bei NLS 4 die Nürburgring Nordschleife zum ersten Mal unter die Räder: Dinamic Motorsport aus Reggio Emilia nahe Modena. Das Team machte unter anderem beim letztjährigen 24-Stunden-Rennen in Spa-Francorchamps mit P3 auf sich aufmerksam. Die Fahrer indes sind keine Neulinge am Ring. Michele Beretta fuhr beim 45. NIMEX DMV 4-Stunden-Rennen 2021 zusammen mit Nicki Thiim im Phoenix-Audi auf den dritten Platz. Adrien de Leener war zuletzt 2019 mit IronForce in der NLS (damals VLN) am Start.

GT3-Piloten machen Schule

Auch der Nachwuchs im GT-Sport findet wieder den Weg in die "Grüne Hölle". Jusuf Owega aus Köln und der Schweizer Ricardo Feller starten für das Team Mathol Racing mit einem Porsche Cayman S. Auf dem Weg zur Nordschleifen-Lizenz (DPN) hat Feller, der im ADAC GT Masters für Land Motorsport an den Start geht, bereits beim dritten Rennen den ersten Schritt gemacht und einen Klassensieg in der VT3 gefeiert. Owega, im ADAC GT Masters für Phoenix Racing unterwegs, feiert seine Nordschleifen-Premiere.

Neuland - zumindest in der NLS - betritt Peter Posavac aus Essen. In der Vergangenheit in erster Linie für seine Einsätze mit dem kultigen BMW Z4 GT3 bekannt, setzt der 55-Jährige nun zusammen mit Reinhold Renger auf einen Mercedes-AMG GT4. Der Hintergrund ist schnell erklärt.

"Ich war bereits beim 24-Stunden-Rennen mit dem GT4 von Schnitzelalm Racing unterwegs, aber da bin ich ja nicht viel zum Fahren gekommen", bemerkt Posavac. Nach zwölf Jahren in GT3-Boliden war der seriennahe Sportwagen zunächst eine Umstellung. "Vor allem in den schnellen Ecken macht sich die fehlende Aerodynamik bemerkbar. Ich hatte anfangs schon einige Code-Braun-Momente", gibt er zu. "Aber nach ein paar Runden gewöhnt man sich daran und dann macht der Wagen wirklich Laune. Sonst würde ich ja jetzt nicht wieder einsteigen."

MSC-Adenau-Piloten feiern das Heimspiel

Auch in den kleinen Klassen gibt es noch Zuwächse. So bringen Marcel Senn und Oliver Füllgrabe erstmals in diesem Jahr einen Seat Leon in der VT2 (mit 22 Tourenwagen die am stärksten besetzte Klasse) an den Start. Das Duo startet genauso unter der Bewerbung des veranstaltenden MSC Adenau wie rent2drive-FAMILIA-racing mit zwei Porsche und einem Renault, Manheller Racing mit zwei BMW, Wagner Tuning Team Mertens Motorsport mit einem Hyundai i30N, Teichmann Racing mit einem KTM X-Bow GT4, X85racing mit einem Renault Clio oder Ken, Ludo und Marc Stessens aus Belgien, die erstmals ihren Ford Mustang in der Klasse H4 an den Start bringen.

Mit Bildmaterial von Jan Brucke/VLN.

geteilte inhalte
kommentare
NLS4: 500 Zuschauer werden erlaubt

Vorheriger Artikel

NLS4: 500 Zuschauer werden erlaubt

Nächster Artikel

Knapper Zieleinlauf ade: Strafe für Phoenix-Audi

Knapper Zieleinlauf ade: Strafe für Phoenix-Audi
Kommentare laden