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W-Series-Meisterin Chadwick: Formel 1 nach Titel noch weiter weg

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W-Series-Meisterin Chadwick: Formel 1 nach Titel noch weiter weg
Autor:
Co-Autor: Adam Cooper
10.11.2019, 13:20

Jamie Chadwick hat nach ihrem Titel in der W-Series das Gefühl, dass sie weiter von der Formel 1 weg ist denn je, obwohl sie ihr theoretisch nähergekommen ist

Die erste Meisterin der W-Series hat das Gefühl, dass die Formel 1 für sie noch weiter weg sei als vor ihrer Teilnahme in der für Frauen reservierten Meisterschaft. Nicht, weil sie die W-Series als Sackgasse sähe. Viel mehr hat sie durch die Saison 2019 erst realisiert, wie viel sie noch lernen muss.

Auf die Frage, ob sie sich nach ihrem Titelgewinn näher an der Formel 1 fühle, antwortet die 21-Jährige: "Um ehrlich zu sein, ist sie jetzt weiter weg. Nicht auf schlechte Weise, sondern auf erfrischende. Ich habe das Gefühl, dass ich jetzt wissen muss, was ich in den kommenden Jahren noch alles lernen muss."

Chadwick, die als Entwicklungsfahrerin bei Williams bereits einen Fuß in der Formel-1-Tür hat, wurde in den sozialen Medien als Ersatz für Robert Kubica ins Spiel gebracht. Der Pole wird das Team Ende der Saison 2019 verlassen. Chadwick verzichtet aber freiwillig darauf, weil sie sich noch nicht bereit fühlt.

"Ich brauche Zeit, um mich zu entwickeln. Wenn ich in die Formel 1 gehen sollte, möchte ich die beste Fahrerin sein, die ich sein kann, um Spuren zu hinterlassen." Freitagseinsätzen wäre sie aber nicht abgeneigt.

Jamie Chadwick

Chadwick krönte sich 2019 zur ersten Meisterin der W-Series

Foto: LAT

Viele Optionen für 2020

Für die Saison 2020 strebt sie ein Engagement in der japanischen Super Formula Light an, der Nachfolgeserie der japanischen Formel-3-Meisterschaft. "Japan habe ich auf jeden Fall auf dem Radar. Es ist das alte Leid von Geld und Kalendern. Hier [in Europa] scheint alles mit allem zu kollidieren, in Japan gibt es das nicht."

Obwohl sie als W-Series-Meisterin 500.000 US-Dollar Preisgeld eingefahren hat, ist ein Schritt in die internationale Formel-3-Meisterschaft, die im Rahmen der Formel 1 fährt, momentan außer Reichweite: "Obwohl die Reichweite der W-Series in der ersten Saison unglaublich gewesen ist, habe ich nicht die finanzielle Unterstützung dafür aufbringen können."

Neben dem Japan-Plan möchte sie auch in Fahrzeugen mit Dach weiter Erfahrung sammeln. 2019 nahm sie am 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring teil. "Es wäre schön, ein paar weitere GT-Rennen zu fahren. Ich mag es, vielseitig zu sein."

Sie wird 2020 noch einmal in der W-Series starten.


Anmerkung: In einer früheren Version des Artikel hieß es, dass Chadwick ihren Titel 2020 nicht verteidigen dürfe. Diese Regelung gilt aber erst für die Saison 2021. D.h. die Meisterin von 2020 darf 2021 nicht mehr starten. Chadwick ist die Titelverteidigung noch gestattet. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.

Mit Bildmaterial von LAT.

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Artikel-Info

Rennserie W Series
Autor Heiko Stritzke