Antriebe der Zukunft: Formel-1-Aggregate oder Brennstoffzelle?

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Antriebe der Zukunft: Formel-1-Aggregate oder Brennstoffzelle?
André Wiegold
Autor: André Wiegold , Redakteur
29.05.2018, 12:43

Wie sieht die Zukunft der Motoren in der Formel 1 und LMP1-Kategorie der WEC aus? Kommt die Brennstoffzelle oder bleibt der Hybrid?

In der Formel 1 und der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) werden innovative Antriebe eingesetzt. In der heutigen Zeit dominiert der Hybrid-Antrieb die beiden hochklassigen Rennserien. Doch könnte irgendwann die Brennstoffzelle die aktuellen Technologien ablösen? In der kurzen Frist scheint der Einsatz der Brennstoffzelle nicht realisierbar zu sein, da die Entwicklung der Antriebsart noch nicht weit genug fortgeschritten ist. Jedoch könnte sie in der Zukunft sowohl für die Formel 1 als auch WEC in Betracht gezogen werden.

"Die Technologie ist hoch interessant", sagt FIA-Präsident Jean Todt. "Aber diese Technologie ist aus gewissen Gründen jetzt noch nicht so weit. Selbst in Straßenautos ist es noch schwierig." Der Automobil-Weltverband (FIA) würde die Entwicklung der Brennstoffzelle aber ganz genau beobachten, um sie im richtigen Zeitpunkt im Rennsport einzuführen. Todt betont: "Das machen wir mit allen neuen Technologien."

FIA-Technikchef Gilles Simon pflichtet Todt bei: "Die Brennstoffzelle ist wirklich hoch interessant, aber es braucht noch einige Zeit. Diese Systeme sind relativ schwer. Das ist ein Grund, warum die Brennstoffzelle insgesamt betrachtet bislang in Sachen Performance nicht mit modernen Verbrennern mithalten kann." Der Technikexperte betont, dass die innovative Antriebsart für den Motorsport noch in keinster Weise nutzbar sei. Deshalb müsse die Entwicklung der Brennstoffzelle erst weiter voranschreiten, bevor sie Rennsport durchstarten kann.

Auf die Frage, ob eine Annäherung der Formel-1- und LMP1-Antriebe sinnvoll sei, antwortet Simon: "Das wäre sicherlich ideal, lässt sich in der Praxis aber nicht ganz so einfach umsetzen. Wir haben vier Hersteller von Antrieben. Das ist gut. Wir wollen, dass sie in der Szene bleiben, wollen aber gleichzeitig auch weitere Hersteller anlocken." Das sei aber schwierig, da Hersteller sich nicht von einem Einstieg überzeugen lassen würden, wenn die Investitionen hoch sind und es dann nur "ein oder zwei Kunden" gibt.

"Da wäre es natürlich viel besser, wenn man die gleichen Antriebe auch in anderen Serien verwenden und vermarkten könnte", erklärt der Technikchef. "Die Unterschiede zwischen den Aggregaten in der Formel 1 und den Hybridantrieb in der LMP1 sind gar nicht mal so groß." Die Langstrecke würde aber davon Leben, dass es unterschiedliche Motoren gibt. In der Formel 1 sei die "Varianz" hingegen sehr gering. "Die Architektur eines solchen Aggregats ist im Grunde schon fest vorgeschrieben", erklärt Simon.

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Aufgrund der Entwicklung der Formel-1-Motoren könnte sich Simon aber ein Einsatz im Langstreckensport vorstellen: "Die Formel-1-Antriebe sind heutzutage zuverlässig. Sie müssen sehr lange halten. Daher könnte man sich natürlich vorstellen, dass ein solches Aggregat in Le Mans verwendet wird. Sollten die zukünftigen Regeln für die WEC-Topkategorie so etwas zulassen, bin ich dennoch nicht sicher, ob die Hersteller diese Möglichkeit auch nutzen würden."

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