Toyota sendet positive Signale: LMP1-Verbleib aber nicht sicher

Im Rahmen der Tokio Motor Show deutet ein Toyota-Gazoo-Verantwortlicher den LMP1-Verbleib der Marke für 2018/19 an: Entscheidung aber noch nicht gefallen.

In der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) wird im Hintergrund weiter um den Verbleib von Toyota gerungen. Die Japaner würden nach dem Abschied von Porsche zum Ende des Jahres in der kommenden "Super-Saison" 2018/19 als einzige Werksmannschaft der LMP1-Klasse um Gesamtsiege kämpfen. Der Haken: Toyota zweifelt noch, ob ein solches Projekt sinnvoll ist.

"Wenn sich die Dinge mal endlich beruhigt haben, dann werden wir die Entscheidung treffen. Wahrscheinlich werden wir aber weitermachen in der neuen Topklasse, die gerade aufgestellt wird", wird Shigeki Tomoyama im Rahmen der Tokio Motor Show zitiert. Der Japaner ist Chef von Toyota Gazoo Racing, somit also der Boss von Toyota-LMP1-Teampräsident Hisatake Murata. "Toyota möchte tatsächlich 2018/19 an der WEC teilnehmen, aber unsere Zusage hängt von der Entwicklung der Regularien ab", relativiert ein TMG-Sprecher die Aussagen aus Japan. Klar ist: Noch nichts ist klar.

Der ersehnte Sieg in Le Mans wäre zum Greifen nahe, aber die Gefahr, über technische Gebrechen zu stolpern und gegen Privatteams zu verlieren, schwebt als Damoklesschwert über einem solchen Plan. Sorgen bereitet dem Team um TMG-Boss Rob Leupen noch etwas anderes: ACO und FIA wollen die privaten LMP1-Autos auf ein vergleichbares Rundenzeiten-Niveau bringen wie den Toyota TS050. Das kommt nicht gut an in Köln und Japan. Erst recht nicht, wenn für eine solche Angleichung noch Geld in die Hand genommen werden müsste.

Rob Leupen, Geschäftsführer der Toyota Motorsport GmbH mit Sitz in Köln-Marsdorf, hatte schon vor Wochen klargestellt, dass man "keinen Euro dafür in die Hand nehmen wird, das Auto langsamer zu machen". Darauf könnte es allerdings hinauslaufen. Bei einem Meeting der "Technical Working Group" (TWG) der FIA am 4. Oktober in Paris stellten die Verantwortlichen von Verband und ACO ihre Idee vor. Jene sieht vor, dass nicht nur Toyota, sondern auch die Privaten über geringere Energiezuweisungen langsamer gemacht werden sollen. Noch mehr Arbeit am TS050 also.

Die Japaner drückten ihren Unmut im Anschluss an dieses Treffen klar aus. Die Verschiebung der Entscheidung über die Fortführung des Projektes war eine Konsequenz - zum einen ein Zeichen der Unzufriedenheit, zum anderen ein Druckmittel in weiteren Verhandlungen. Am heutigen Mittwoch sitzen die Beteiligten erneut in Paris an einem Tisch. Ob man auf dem Weg zur Angleichung weiterkommt, ist unklar. Im Dezember sollen die neuen Regeln feststehen. Dann wird auch eine Entscheidung seitens des Toyota-Vorstandes erwartet.

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