Toyota stellt neuen WEC-Renner vor

Toyota Gazoo Racing hat am Donnerstag den neuen TS050 Hybrid mit Allradantrieb vorgestellt, mit dem die Japaner in der Saison 2016 auf Titeljagd gehen wollen.

2015 war für Toyota ein schwieriges Jahr, dafür sind die Ziele für 2016 umso höher gesteckt: Den aktuellen Meister Porsche und Konkurrent Audi in der LMP1 zu schlagen.

Der TS050 Hybrid ist seit dem WEC-Debüt von Toyota im Jahr 2012 die dritte Neukonstruktion und wurde am Donnerstag auf der südfranzösischen Rennstrecke von Paul Ricard erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Rein äußerlich unterscheidet er sich hauptsächlich durch die neue Lackierung von seinem Vorgänger. Statt blau und weiß ist das Auto rot-schwarz-weiß lackiert.

„Toyota Gazoo Racing hat beschlossen, dass das unsere Farben sind“, sagte Team Director Rob Leupen gegenüber Motorsport.com.

„Wir haben das Toyota-Hybrid-Logo vorgestellt und nun bringen wir das gesamte Motorsportprogramm auf das gleiche Level. Aiko Toyoda ist der Chef dieses Motorsportprogramms und er hat diese Farben gewählt, die schon immer typisch für Toyota waren.“

„Am wichtigsten für uns ist, nach außen die Verbindung zwischen den Toyota Straßenautos und Rennwagen zu zeigen.“

Die größte Veränderung ist aber unter der Haube zu finden: Der im Higashi-Fuji Technikzentrum komplett überarbeitete Antriebsstrang – ein 2,4-Liter-V6-Biturbomotor mit Benzin-Direkteinspritzung in Verbindung mit einem 8MJ-Hybridsystem.

Der TS040 Hybrid des vergangenen Jahres fungierte bereits als rollendes Testlabor für seinen Nachfolger und war auch Pate für aktuelle Straßenfahrzeuge. Die immer beliebter werdenden Turbomotoren bei Straßenautos sollen so auch vom Renneinsatz profitieren.

Die Fotos von der Präsentation des TS50 Hybrid

Neben dem neuen Konzept beim Antriebsstrang gibt es auch Neuerungen in den Bereichen Kühlung und Getriebe, das für die deutlich höheren Drehmomentspitzen des Turbomotors ausgelegt werden musste. Auch die Aerodynamik unterliegt einem neuen Konzept. Darum wurde bei der Toyota Motorsport GmbH in Köln so ziemlich jedes Bauteil neu entwickelt.

Die Neuerungen bedeuten für die Fahrer, dass sie sich in einigen Bereichen etwas umstellen müssen.

„Es gibt ein paar Veränderungen, aber nicht viele“, sagte Leupen weiter. „Sie müssen das einfach lernen. Sie haben etwas mehr Leistung vom Hybrid-System, daran müssen sich erst gewöhnen. Wir können mit der Batterie nicht viel kompensieren, also muss man eine guten Weg finden, diese zwei Extra-Megajoules zu nutzen.“

„Das bedeutet, dass die Feinabstimmung zwischen den Ingenieuren und Fahrer stimmen muss. Außerdem gibt es dieses Jahr weniger Benzin. Auch daran muss man sich gewöhnen. Es liegt an unseren Ingenieuren, die Autos genauso schnell zu machen wie letztes Jahr, oder schneller.“

Team-Präsident Toshio Sato meinte „Toyota Gazoo Racing erwartet eine vielversprechende Saison, insbesondere weil wir mit einem komplett neuen Auto und einem neuen Antriebskonzept antreten.“

„Dies reflektiert den Trend bei Straßenfahrzeugen und verleiht uns mehr Möglichkeiten Know-How und Technologien in die Serienfertigung von Toyota-Straßenfahrzeugen zu transferieren. Unsere Aktivitäten in der WEC werden durch die Entwicklung von Technologien, aber auch der involvierten Menschen motiviert.“

„Das Ergebnis sehen wir bereits bei den gegenwärtigen Straßenfahrzeugen. Neben dem Bestreben Toyota bei der Herstellung immer hochwertigerer Autos zu helfen, ist da noch der Wille zu siegen. Unser klar definiertes Ziel für diese Saison lautet nach der Enttäuschung 2015 wieder an der Spitze zu kämpfen.“

„In Higashi-Fuji und in Köln wurde die Saison mit enormem Aufwand vorbereitet. Alle sind hochmotiviert und arbeiten darauf hin, dass wir bald wieder auf dem obersten Treppchen des Siegerpodestes stehen werden.“

Mit Rob Leupen sprach Erwin Jaeggi

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