WEC 8h Bahrain 2021: WM für Toyota #7, Drama hoch 10 in der GTE-Pro-Klasse

Toyota #8 siegt beim letzten WEC-Rennen von Kazuki Nakajima, doch das reicht nicht - Beispielloses Drama im Kampf Porsche vs. Ferrari in der GTE-Pro-Klasse

WEC 8h Bahrain 2021: WM für Toyota #7, Drama hoch 10 in der GTE-Pro-Klasse

Kazuki Nakajima hat in seinem letzten WEC-Rennen den Rennsieg für Toyota nach Hause gefahren. Das Hypercar #8 (Buemi/Nakajima/Hartley) gewann das Saisonfinale 2021, die 8h Bahrain, jedoch nicht den Titel in der Langstrecken-WM. In der GTE-Pro-Klasse zogen Porsche und Ferrari alle Register im Titelkampf. Auch in den weiteren Klassen und Wertungen fielen die Entscheidungen.

Die Meisterschaft in der Hypercar-Klasse holte sich die Besatzung des Toyota #7 (Conway/Kobayashi/Lopez), die das Rennen mit sechs Sekunden Rückstand auf das Schwesterauto #8 auf dem zweiten Platz beendete. Beide Toyotas mussten sich zu Rennbeginn mit dem Alpine #36 (Negrao/Lapierre/Vaxiviere) auseinandersetzen. Der "grandfathered" LMP1 übernahm in der ersten Rennrunde die Führung.

Anschließend lag der blaue Prototyp rund 15 Minuten lang vorn, ehe die japanischen LMH-Fahrzeuge das Zepter übernahmen. Zunächst lag die #7 in Front, aber der zweiten Stunde dann die #8. Die Führung gaben Buemi/Nakajima/Hartley anschließend bis zum Schluss nicht mehr ab.

Der Alpine #36 hatte hingegen große Mühe, die dritte Gesamtposition in diesem Rennen zu erreichen. Noch in der ersten Stunde kämpften Negrao/Lapierre/Vaxiviere mit Getriebeproblemen. Durch die fällige Reparatur fiel man um einige Runden zurück. Die Aufholjagd des Trios gegen die LMP2-Meute war letztlich erfolgreich.

LMP2: WRT macht es noch einmal

Stichwort LMP2: Dort stellte der WRT-Oreca #31 den Titelgewinn standesgemäß mit einem Sieg sicher. Das Rennen glich den 6h von vor einer Woche, denn wieder arbeiteten Frijns/Habsburg/Milesi aus dem Mittelfeld ihrer Klasse nach vorne. Diesmal agierte das Trio jedoch nicht ganz so dominant, wie noch beim Klassensieg in der Vorwoche.

Die Vorentscheidung in diesem Rennen fiel durch eine Full-Course-Yellow rund eine Stunde vor Schluss: WRT konnte den Stopp unter Gelb absolvieren, während die Neutralisierung mitten beim Service des Jota-Oreca #28 (Gelael/Vandoorne/Blomqvist) wieder aufgehoben wurde. So verloren die schärfsten Verfolger in Gesamtwertung und Rennen wertvolle Zeit.

Gelael/Vandoorne/Blomqvist landeten im Ziel auf dem dritten Platz hinter dem Schwesterauto #38 (Gonzalez/Felix da Costa/Davidson). Das reichte dem Jota-Trio nicht für den Titelgewinn. Immerhin konnte Routinier Anthony Davidson so seine Karriere auf dem Siegertreppchen beenden.

GTE-Pro: Ferrari und Porsche ziehen alle Register

Ein hochdramatisches Rennen lieferten sich Porsche und Ferrari in der GTE-Pro-Kategorie – vorerst mit dem besseren Ausgang für die italienische Sportwagen-Schmiede. James Calado und Alessandro Pier Guidi holten sich den Sieg bei den 8h Bahrain auf kontroverse Art und Weise.

Das Ferrari-Duo gaste in der Schlussphase richtig an und machte über zehn Sekunden Rückstand auf den Porsche #92 (Estre/Jani/Christensen) wett. In der letzten halben Stunde klebte Pier Guidi an Christensens Heck. Der Italiener quetschte alles aus seinem Auto heraus, fand aber keinen Weg am Porsche-Fahrer vorbei.

Rund zwölf Minuten vor Schluss kam es bei einem Überrundungsmanöver jedoch zum Kontakt: Pier Guidi krachte Christensen ins Heck, der Däne drehte sich daraufhin. Der Italiener wurde von Rennleiter Eduardo Freitas angewiesen, die Position zurückzugeben. Genau dann, als Pier Guidi den Platztausch vollführen wollte, holte Porsche Christensen für einen Splash an die Box.

Bei Ferrari reagierte man eine Runde danach ebenfalls und fasste nochmals Sprit nach. Pier Guidi kam vor Christensen auf die Strecke und gab die führende Position danach nicht mehr ab. Er fuhr den Sieg und den WM-Titel für die #51 und für Ferrari nach Hause.

Die beiden Schwesterautos hielten nur in der ersten Rennhälfte gut mit und wurden von beiden Herstellern wie erwartet für Strategiezwecke eingesetzt. Der Porsche #91 (Lietz/Bruni/Makowiecki) führte in der Anfangsphase sogar das Rennen an, musste sich aber unter dem Strich mit dem vierten Platz noch hinter dem Ferrari #52 (Molina/Serra) begnügen.

GTE-Am: Aston Martin verliert früh alle Chancen

In der GTE-Am-Kategorie machte der AF-Corse-Ferrari #83 den Sack mit einem Sieg zu. Perrodo/Nielsen/Rovera setzten sich erst im letzten Viertel des Rennens in Front. Zuvor dominierte vor allem der Cetilar-Ferrari #47 (Lacorte/Sernagiotto/Fuoco) stundenlang das Geschehen.

Das Titelrennen war indes schon zu Beginn der zweiten Rennhälfte entschieden. Der TF-Sport-Aston-Martin #33 (Keating/Pereira/Fraga) hatte vor dem Rennen noch theoretische Chancen auf den Titel, erwischte aber einen rabenschwarzen Tag. Zunächst fing man sich am Start nach einer Kollision mit dem Aston Martin #98 (Dalla Lana/Farfus/Gomes) einen Plattfuß ein.

Anschließend machte man den verlorenen Boden wieder gut wett, doch ein Kontakt mit dem AF-Corse-Ferrari #54 (Flohr/Castellacci/Fisichella) sorgte für das endgültige Aus des Aston Martins. Bei der Berührung ging die Lenkstange an der #33 zu Bruch.

Neben dem AF-Corse-Ferrari #83 fuhren beim letzten Rennen des Jahres auch der Project-1-Porsche #56 (Perfetti/Cairoli/Pera) und der Proton-Porsche #77 (Ried/Evans/Campbell) auf das Siegertreppchen der GTE-Am-Klasse.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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