"Traurig": Lotterer & Bernhard bedauern Porsches LMP1-Rückzug aus WEC

Die Entscheidung ihres Arbeitgebers Porsche, sich zum Ende der WEC-Saison 2017 aus der LMP1-Klasse zurückzuziehen, stößt bei Andre Lotterer und Timo Bernhard auf Enttäuschung.

Nach bislang 2 Titelgewinnen und 3 Siegen bei den 24 Stunden von Le Mans mit dem 919 Hybrid zieht sich Porsche zum Ende der laufenden Saison 2017 aus der LMP1-KLasse der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) zurück. Das erklärte Ziel ist der 3. WM-Titel, der dann den Schlusspunkt unter die 919er-Ära setzen würde.

Deja-vu für Andre Lotterer

Bei den Fahrer stößt die Entscheidung des Porsche-Vorstands auf Enttäuschung. Andre Lotterer, der erst im Winter aufgrund des WEC-Rückzugs seines langjährigen Arbeitgebers Audi zur Konzernschwester Porsche gewechselt hat, findet sich nun weniger als 12 Monate später in der gleichen Lage wieder.

"Für mich ist es schade, das Ganze in 2 aufeinanderfolgenden Jahren mitmachen zu müssen", sagt Lotterer am Rande der 24 Stunden von Spa, die er mit einem Audi R8 LMS bestreitet. "Mir ging es ja voriges Jahr mit Audi ganz genauso. Daraufhin entschloss ich mich, bei Porsche anzudocken, um in dieser Kategorie (LMP1; Anm. d. Red.) weiter Rennen fahren zu können."

Den Porsche-Rückzug aus der LMP1 bezeichnet Lotterer als "traurig für den Motorsport generell, denn er hinterlässt ein großes Loch". Immerhin: Der dreimalige Le-Mans-Sieger schätzt sich "glücklich, dass ich ein Teil davon sein durfte".

Timo Bernhard wehmütig

Lotterers Teamkollege Timo Bernhard, der die Ära des Porsche 919 Hybrid von Beginn an entscheidend geprägt hat, hält fest: "Es war eine große Ehre für mich, von Tag 1 an ein Teil dieses Programms zu sein, und zu sehen, wie sich das Auto entwickelt hat."

"Das Ziel lautet jetzt, beide WM-Titel für Porsche zu gewinnen", spricht Bernhard als aktueller Tabellenführer auf die Fahrer- und die Herstellerwertung der WEC-Saison 2017 an und gesteht: "Wir haben noch 5 Rennen vor uns und ich werde jede einzelne Runde genießen. Der 919 ist das Auto in meiner Karriere, mit dem ich das Fahren am meisten genossen habe."

Zieht es Lotterer und Bernhard in die Formel E?

Vor dem Hintergrund der Neuausrichtung des Motorsportprogramms von Porsche und des verkündeten werksseitigen Einstiegs in die Formel E zur Saison 2019/2020, stellt sich die Frage, ob Fahrer wie Lotterer und Bernhard diesen Weg mitgehen werden. Alle 6 aktuellen LMP1-Piloten bleiben laut Porsche unter Vertrag und im GT-Programm, das die Marke in der WEC fortführt, gibt es nur begrenzt Platz.

"Ich bin offen für neue Herausforderungen", meint Lotterer, der sich noch im Sommer 2016 so gar nicht mit der Formel E anfreunden konnte. Inzwischen hat der 35-jährige Deutsche seine Meinung geändert. "Es bringt nichts, an etwas festzuhalten, was nicht mehr da ist", spricht er auf das Ende des LMP1-Programms an. Mehr noch: Die gesamte LMP1-Klasse wackelt gewaltig, denn ob Toyota weiterhin dabeibleibt, ist noch nicht abschließend entschieden.

Einen Einstieg in die Formel E kann sich Lotterer nun plötzlich doch vorstellen: "Es sieht ganz so aus, als hätte die Serie eine große Zukunft. Sobald neuere Technologie ins Spiel gebracht wird und damit die Performance verbessert wird, wird es auf dieser Art von Strecken interessant. Sie haben richtig gute Fahrer im Feld und es wäre schön, die herausfordern zu können."

Bernhard klingt ähnlich: "Die Formel E ist insgesamt betrachtet eine vielversprechende Meisterschaft. Viele Hersteller steigen ein. Für mich ist es das Wichtigste, der Marke treu zu bleiben. Ich werde mit Sicherheit bei Porsche bleiben. Welches Programm das genau sein wird, müssen wir abwarten."

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Rennserien WEC , Formel E , Le Mans
Fahrer Andre Lotterer , Timo Bernhard
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