WEC Monza 2021: Das Nicht-Manöver, das WRT den LMP2-Sieg gekostet hat

Nach der Pole war für das WRT-Team auch der Sieg in der LMP2-Klasse der WEC in Monza zum Greifen nah - Ein nicht getätigtes Überholmanöver verbaut alle Chancen

WEC Monza 2021: Das Nicht-Manöver, das WRT den LMP2-Sieg gekostet hat

Das belgische WRT-Team war beim WEC-Rennen in Monza in bärenstarker Verfassung. Charles Milesi stellte den Oreca mit der #31 (Frijns/Habsburg/Milesi) auf die Pole in der LMP2-Klasse, und auch im Rennen zählte man zu den schnellsten LMP2-Fahrzeugen. Doch die zweite Klassenposition und das erste LMP2-Podium der Teamgeschichte in der WEC übertünchen die großen Sieg-Chancen, die man hatte.

Denn einen Erfolg gab man in der einzigen Safety-Car-Phase des Rennens aus der Hand. Ferdinand Habsburg ist gegenüber 'Sportscar365' sogar überzeugt davon, dass man ohne die Safety-Car-Phase wohl "mit einer Runde Vorsprung" gewonnen hätte.

Auch Phil Hanson vom siegreichen United-Autosports-Oreca #22 (Hanson/Scherer/Albuquerque) meinte in der Pressekonferenz nach dem Rennen: "In der Safety-Car-Phase gab es auf jeden Fall ein bisschen Konfusion zwischen WRT und den Organisatoren. Da haben wir wohl nicht so sehr gelitten, wie wir es hätten tun sollen."

"Pass-Around": Das steckt dahinter

Was war passiert? "Am Ende haben wir es hinter dem Safety-Car vermasselt, weil wir unseren 'Pass-Around' verpasst haben", so Habsburg. Der von ihm angesprochene "Pass-Around" ist im Sportlichen Reglement der WEC unter Punkt 14.6.4 festgehalten.

Er besagt, dass Fahrzeuge das Safety-Car überholen dürfen, wenn sie hinter dem Safety-Car, aber vor dem Klassenführenden liegen. Die Wettbewerber sind allerdings selbst dafür verantwortlich, herauszufinden, ob sie für solch einen "Pass-Around" in Frage kommen. Ein irrtümlicherweise vollzogener "Pass-Around" wird mit einer Stop-and-Go-Strafe von zwei Runden belegt.

Bei WRT ist genau das Gegenteil eingetreten: Man hat irrtümlicherweise auf den "Pass-Around" verzichtet, obwohl man gedurft hätte. "Wir haben eine Chance auf den Sieg verpasst und es hatte nichts mit der Pace oder irgendwelchen Fehlern zu tun. Es war einfach eine verpasste Gelegenheit", hadert Habsburg. "Wir haben daraus gelernt und werden eine Prozedur einführen, damit so etwas nicht mehr passiert."

WRT mit Strategie-Vorteil in Monza

Ohne diesen Fehler hätte WRT sicherlich bessere Karten im Kampf um den Sieg gehabt. Doch wie kommt Habsburg zur Vermutung, man hätte andernfalls das Rennen mit einer Runde Vorsprung gewonnen? Hier kommen die Boxenstrategien der LMP2-Teams ins Spiel.

Im Gegensatz zur Konkurrenz absolvierte WRT nämlich kurz vor der Safety-Car-Phase einen Boxenstopp. Die Konkurrenz entschloss sich dagegen zu einem Not-Tankstopp hinter dem Safety-Car und kam erst nach dem Restart zum regulären Stopp herein.

"Ich war drinnen und die anderen mussten dann einen Splash absolvieren. Also hatten wir zu diesem Zeitpunkt im Grunde genommen eine Runde Vorsprung und das dann verloren, was schade ist", so Habsburg. So gewann das United-Autosports-Team in der LMP2-Klasse mit einem Vorsprung von fast einer Minute auf den WRT-Oreca.

Auch Hanson hätte sich den Erfolg gerne härter erkämpft: "Schade, dass sie so zurückgefallen sind, denn dann wäre es ein harter Kampf geworden." So hat man bei WRT eine wertvolle Lektion gelernt, die es in den kommenden Rennen umzusetzen gilt. Als nächstes steht der Saisonhöhepunkt, die 24h Le Mans am 21./22. August, auf dem Programm.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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