WEC Fuji 2017: Kann Toyota die WM-Entscheidung vertagen?

Heimspiel in Verbindung mit Hoffnungen auf eine Trendwende: Kann Toyota das WM-Ruder beim 6-Stunden-Rennen der WEC 2017 in Fuji noch einmal herumreißen?

Nur eine Woche nach dem Formel-1-Grand-Prix 2017 in Suzuka bekommen die Japaner im eigenen Land am kommenden Wochenende die nächste große Dosis Motorsport. Neben der MotoGP-Veranstaltung in Motegi findet zeitgleich das WEC-Rennwochenende in Fuji statt. Das Heimspiel von Toyota ist auf Seiten der Japaner mit großen Hoffnungen verbunden. Auf der besonderen Strecke am Fuße des berühmten Mount Fuji will Toyota zurück auf die Siegerstraße und Porsche in der WM wieder näher rücken.

"Wir werden Porsche als geschlossenes Team mit einer einzigen Zielsetzung entgegen treten: Wir wollen siegen´", so die klare Ansage von Toyota-LMP1-Teampräsident Hisatake Murata. Die Japaner sind auf heimischem Geläuf oftmals erfolgreich gewesen. Seit 2012 konnte man vier der fünf Auflagen des 6-Stunden-Rennens der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) für sich entscheiden. Einzig in der Saison 2015 ging der Sieg an Porsche.

"Fuji liegt unserem Auto normalerweise sehr viel besser als Austin, also bin ich optimistisch, dass wir stark sein werden", meint Anthony Davidson, der nach einer Formschwäche nun wieder im Toyota TS050 mit der Startnummer 8 sitzen wird. Der Brite soll die Kollegen Kazuki Nakajima und Sebastien Buemi bei der nich besonders aussichtsreichen jagd nach dem WM-Titel unterstützen. Allerdings hat das Duo bereits 51 Punkte Rückstand auf Bernhard/Bamber/Hartley (Porsche).

Spielt das Wetter Porsche in die Karten?

Sollten die amtierenden Le-Mans-Sieger am kommenden Wochenende nur einen einzigen Zähler mehr einfahren als Buemi/Nakajima, dann stehen die bereits am Sonntag als WEC-Champions 2017 fest. Darauf hoffen nicht nur die Hauptprotagonisten Timo Bernhard, Earl Bamber und Brendon Hartley, sondern auch deren Markenkollegen Neel Jani, Andre Lotterer und Nick Tandy. Das Trio im Porsche #1 musste zuletzt im teaminternen Wettkampf oft zurückstecken, man wünscht sich klare Verhältnisse für freie Fahrt.

 

 

"Uns erwartet bestimmt ein hartes Wochenende mit starker Konkurrenz von Toyota. Viel wird davon abhängen, wie gut der Spagat zwischen viel und wenig Abtrieb gelingt", erklärt Earl Bamber vor dem drittletzten Rennen der WEC-Saison 2017. Die beiden LMP1-Werksteams gehen unterschiedliche Wege in Fuji. Aufgrund der rund 1,5 Kilometer langen Start-Ziel-Geraden wechselt Toyota noch einmal zum Le-Mans-Paket, Porsche bleibt hingegen bei der neuen Aerodynamik für viel Abtrieb.

Die beiden unterschiedlichen Herangehensweisen werden an den Tempomessstellen große Unterschiede ausmachen. Die Differenz im Topspeed war bereits im Vorjahr immens. Die Toyotas schossen 2016 mit knapp 310 km/h am Blitzer vorbei, Porsche kam hingegen auf maximal 288 km/h. "Die Start-und-Ziel-Gerade ist die längste der Saison, und die Bergab-Passage nach Kurve sechs geht auch mit Vollgas. In Sektor drei hingegen sind reihenweise enge Kurven miteinander verknüpft. Dieser Abschnitt ist auch entscheidend für den Reifenverschleiß", weiß Timo Bernhard.

 

Es wird demnach ein Kampf mit völlig unterschiedlichen Konzepten, der abhängig von der Wetterlage Vorteile für Porsche oder Toyota bringen könnte. Schon oft war das wechselhafte Klima in der Region nahe Gotemba entscheidend für den Wettbewerb. Auch in diesem Jahr müssen sich alle Beteiligten auf einige Kapriolen gefasst machen. Am Freitag und Samstag werden leichte Schauer erwartet, am Renntag soll es reichlich Regen geben. Dies könnte Porsche in die Karten spielen.

Ferrari von, dahinter ein harter Dreikampf

In der LMP2-Klasse will Rebellion mit der Besatzung Canal/Prost/Senna (#31) den Rückstand in der Gesamtwertung auf die Le-Mans-Klassensieger Tung/Jarvis/Laurent (Jackie Chan DC) verkürzen. Im Lager von Manor hofft man ebenso endlich wieder auf ein positives Ergebnis wie bei G-Drive. Der von Jota betreute Oreca-Gibson mit der Startnummer 26 rückt in veränderter Besetzung aus. Neben Roman Russinow und Pierre Thiriet ist der Name James Rossiter in der Nennliste verzeichnet.

In der GTE-Pro-Klasse hat sich Ferrari durch das starke Ergebnis von Austin an der Tabellenspitze reichlich Luft verschafft. Die Italiener führen die GT-Weltmeisterschaft aktuell mit 203 Punkten ab. Ford (163), Aston Martin (162) und Porsche (157) liegen dahinter nahezu gleichauf. Bei den Fahrern haben Priaulx/Tincknell (Ford) immer noch einen kleinen Vorsprung vor Makowiecki/Lietz (Porsche) und den beiden Ferrari Duos Rigon/Pier Guidi und Calado/Bird.

Einen extrem knappen Abstand gibt es an der Spitze der GTE-Am-Fahrerwertung. Lauda/Dalla Lana/Lamy (Aston Martin) haben nur vier Punkte Vorsprung auf Dienst/Ried/Cairoli (Proton-Porsche). "Wir werden alles versuchen", verspricht Teambesitzer Christian Ried. Auf Platz drei hat auch das Ferrari-Trio Sawa/Griffin/Mok noch Chancen auf den Titel in der Amateurklasse. Im Lager von Proton setzt man auf den Regen am Renntag, denn dann dürfte der 911 RSR aufgrund besserer Traktion im Vorteil sein.

Zeitplan WEC Fuji 2017

Freitag, 13.10.:
04:00 - 05:30 Uhr - 1. Freies Training
08:30 - 10:00 Uhr - 2. Freies Training

Samstag, 14. 10.:
03:30 - 04:30 Uhr - 3. Freies Training
07:30 - 08:20 Uhr - Qualifying

Sonntag, 15. 10.:
04:00 - 10:00 Uhr - Rennen

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Über diesen Artikel
Rennserien WEC
Veranstaltung 6h Fuji
Rennstrecke Fuji International Speedway
Teams Porsche Team , Toyota Racing
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Tags 2017, ferrari, ford, fuji, porsche, toyota, wec