Analyse: War Citroëns Scheitern bei der Monte mehr als ein Ausrutscher?

Die werksseitige Rückkehr von Citroën in die WRC in Monte Carlo startete schlecht. David Evans fragt, ob das ein einmaliger Ausrutscher war – oder ein Hinweis darauf, was 2017 noch kommt.

Eine Straße, eine Kurve und ein paar Bodenwellen halfen dabei, eine Geschichte zu schreiben, die die Citroën-Fans wohl nicht lesen wollen

Die Frage ist: War die Rallye Monte Carlo letzte Woche nur ein langweiliges 1. Kapitel – bis hin zu unlesbar – oder ist der letzte Blockbuster aus Versailles ein Fehlschlag?

Es besteht kein Zweifel daran, dass die Rückkehr von Citroën die Rivalen ins Herz getroffen hat. Führungsfahrer Kris Meeke, Sieger von nur 3 Rallyes, wurde als Gegner von Sebastien Ogier engagiert, einem Mann, der 4 Titel und 39 Rallyes gewonnen hat. Beide zusammen gelten als gemeinsame Favoriten auf die ersten beiden Plätze der Weltmeisterschaft.

Und dann passierte es letzte Woche; beide Werks-C3-WRC bekamen Probleme (wie auch eine Böschung für Meeke und ein Graben für Teamkollege Stephane Lefebvre) und beide waren langsamer als ein Citroën von 2011, aus Teilen, die einem Motor sehr ähnlich sind, der sein Debüt 10 Jahre zuvor gegeben hat.

Craig Breen fuhr eine fantastische Rallye, aber das Spitzenergebnis des Iren in einem müden und schäbigen DS 3 WRC war nicht geplant.

Sicher war das nicht, was PSA-Peugeot-Citroën-Geschäftsführer Carlos Tavares und Citroën-Geschäftsführerin Linda Jackson geplant hatten.

Sie schöpften viel Optimismus aus der bisherigen Geschichte. Der erste Einsatz des Xsara WRC bei der Monte endete 2002 mit einem Sieg von Sebsatien Loeb. Zumindest ist es das, woran er sich erinnern will. Die Rennkommissare sahen das anders und stuften ihn wegen eines Regelverstoßes bei den Reifen auf Platz 2 zurück.

Der C4 WRC kam nach einer langen Auszeit für Citroën – wie die, die die Pariser letzte Saison genommen haben – und begann mit den dominanten Plätzen 1 und 2 von Loeb und Dani Sordo bei der Monte 2007.

Und der DS 3? Er gewann seine 1. Monte 2012 mit einem Vorsprung von fast 3 Minuten – erneut mit Loeb am Steuer.

Die Probleme des C3 waren letzte Woche aber von Beginn an von Streckenrand aus offensichtlich.

Auf der 3. Etappe kam Sebastien Ogier mit seinem Ford Fiesta WRC in Sichtweite, war im 5. Gang im Grenzbereich. Noch ein Mal schalten und er ist auf Hochtouren. Und geschafft.

Bodenwelle. Durchatmen. Bodenwelle. Durchatmen. Vollgas. Wie auf Schienen. Vorbei.

Und Thierry Neuvilles Hyundai? Das Gleiche. Sogar Dani Sordo, der Teamkollege des Belgiers, ein Mann mit null Selbstvertrauen in das Auto, in dem er sitzt, ist nicht von Gas gegangen. Ebenso wenig wie Jari-Matti Latvala im neuen Toyota.

All das machte Meekes Herangehensweise mehr als nur ein bisschen überraschend.

Er war voll entschlossen und schaltete in den höchsten Gang. Bei der ersten Bodenwelle gab es dieses furchtbare Geräusch, das entsteht, wenn Metall auf Teer trifft. Ein gewaltiger Funkenflug bestätigte, dass das Auto aufgesessen war.

Der folgende Flug wird von einer Reihe Explosionen begleitet, da unverbranntes Benzin aus dem Auspuff fliest. Ohne Verzögerung geht gar nichts.

Für die Rechtskurve, die alle anderen im 6. Gang genommen haben, schaltet Meeke in den 5., nachdem ihn Zweifel plagten und die Drehzahlen immer weiter fielen.

Es half auch nicht, als Breen als nächstes ankam, das Letzte aus seinem DS3 herausholte und sich wohl eher einen 7. Gang gewünscht hätte als an den 5. zu denken.

Etwas stimmte nicht

Es ließ sich nicht verbergen, dass der neue Citroën sehr tief lag. Man muss sich das Auto nur in losem Schnee anschauen: es ist ganz klar der C3, der den Schnee über die Motorhaube wirft.

Der C3 war vergangene Woche wirklich schwierig zu fahren und Meeks kurzzeitiger Platz 2 war sein einziges Mal in der Nähe der Spitze.

Ein Konkurrent meinte etwas sarkastisch: "Es sieht so aus, als hätten sie den letztjährigen Tourenwagen mitgebracht."

Teamchef Yves Matton gab zu, dass einiges schiefgelaufen war.

"Wir hatten bei dieser Rallye ein besseres Ergebnis erwartet", sagte er.

Die letzte Hoffnung auf ein gutes Ergebnis war den Bach runtergegangen, als erst Levebvre und dann Meeke von der Strecke abkamen und auch, wenn sie Unfälle abwenden konnten, kann man sich kaum vorstellen, dass einer der beiden ihren Werksteam-Rivalen hätten gefährlich werden können.

Es wurde schon eine Million Mal gesagt, aber wir sagen zum eine-Million-und-ersten-Mal: Die Monte ist eine der unberechenbarsten Rallyes der Saison.

Alles ist ein Kompromiss. Und ein Glücksspiel. Eine schlechte Vorstellung muss nicht zwangsläufig auf ein fehlerhaftes Auto für ein gesamtes Jahr hindeuten.

Citroën hat ausschließlich bei trockenen Bedingungen getestet und das spiegelte sich in der mangelnden Leistung bei Schnee und Eis wieder.

Nachdem ich den C3 vergangenes Jahr bei den Schottertests in Wales habe fliegen sehen, würde ich wetten, dass das ein spezifisches Problem der französischen Alpen war.

Das ist wahrscheinlich der Grund, wieso Meeke so optimistisch bleibt – vielversprechend von einem Fahrer, der in den vergangenen Jahren immer vorsichtiger geworden ist.

"Wir können testen, testen und nochmal testen, aber erst bei der Rallye lernen wir, und wir haben verdammt viel gelernt", sagte er.

"Ich freue mich noch immer sehr auf das, was kommt. Wir hatten für dieses Event zwei Asphalttests – beide im Trockenen – aber wir hatten viel auf Schotter und Schnee."

"In Schweden werden wir bei der Musik sein. Das wird mich ganz sicher nicht erschüttern."

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Über diesen Artikel
Rennserien WRC
Veranstaltung Monte Carlo
Fahrer Kris Meeke , Craig Breen , Stéphane Lefebvre
Teams Citroën World Rally Team
Artikelsorte Analyse
Tags citroen, meeke, monte carlo, rallye