Oberste Priorität: FIA will Hybrid-Probleme in der WRC verstehen

Die FIA arbeitet fieberhaft daran, die Hybridsysteme in der Rallye-Weltmeisterschaft zuverlässig zu machen, doch einfache Lösung gibt es derzeit nicht

Probleme mit den Hybridantrieben der Rally1-Autos sorgen auch am Rande der Rallye Kroatien, dritter Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2022, für Diskussionen. Andrew Wheatley, der neue Rallyedirektor des Automobil-Weltverband FIA, versicherte, dass das Thema oberste Priorität habe, kann allerdings keine schnelle oder einfach Lösung in Aussicht stellen.

"Ich kann Ihnen versprechen, dass es ganz oben auf der Prioritätenliste der technischen Abteilung steht, zu verstehen, was das Problem ist", so Wheatley gegenüber der englischsprachigen Ausgabe von 'Motorsport.com'.

"Es wäre fantastisch, wenn man den Deckel der Box öffnen, dort ein abgeklemmtes Kabel sehen könnte, es dann wieder anzuschließen und dann sagen zu können, dass das die Lösung ist. Leider sind die schwierigen Probleme nur selten so einfach zu beheben", so Wheatley weiter.

Erster Schritt: Strafzeit wurde angepasst

Bei der Rallye Schweden hatte das Einheitssystem von Compact Dynamics zuletzt für Probleme gesorgt. Hyundai-Pilot Ott Tänak hatte dort aufgeben müssen, nachdem die Sicherheits-Anzeige des Hybridsystems rot geleuchtet hatte - obwohl sein Auto fahrbereit war. Toyota-Kollege Elfyn Evans hatte sein Auto abstellen müssen, weil weder eine rote und eine grüne Anzeige geleuchtet hatte.

In einem ersten Schritt hatte die FIA die Strafzeit im Fall von Hybrid-Problemen reduziert. Anstatt wie sonst üblich zehn, erhalten die Fahrer pro verpasster Wertungsprüfung nur zwei Minuten Strafzeit.

"Die Änderung der Strafen sind wir schon in Schweden angegangen, Stunden nachdem das Problem aufgetreten war", erklärt Wheatley. "Sobald dieses Problem auftrat, mussten wir eine Lösung finden, denn wir wollen nicht, dass die sportliche Integrität der Veranstaltung in Frage gestellt wird. Wir wollten versuchen, uns mit allen zusammenzusetzen und gemeinsam zu überlegen, was die beste Option für die Zukunft ist."

Tänak: Hybridsystem taugt nichts!

Insbesondere Tänak war mit dieser Regelanpassung nicht zufrieden. "Das Hybridsystem taugt im Rallyesport aktuell noch nichts und das ist das Thema, das wir uns anschauen sollten, nicht die Strafen", hatte der Este gesagt und kritisiert, dass Fahrer und Teams in diesem Fall hilflos einem Zulieferer ausgeliefert sind.

"Jedes Team hat diese Hybridaggregate 30 Tage lang getestet, plus die zusätzlichen Tage. Es wurden Zehntausende von Kilometern mit diesen Einheiten unter extremsten Bedingungen zurückgelegt, aber nichts ist mit dem Start der Stoppuhr zu vergleichen", nimmt FIA-Mann Wheatley Compact Dynamics in Schutz. "Man kann testen und testen und testen, aber sobald die Stoppuhr läuft, ist alles vorbei."

Den Unmut der WRC-Teams kann Wheatley verstehen, sagt allerdings: "Es gibt keine beste Option. Die beste Option ist, dass alles immer funktioniert, aber die Realität ist, dass es mechanische Komponenten gibt, und mechanische Komponenten gehen leider manchmal kaputt, und das ist ein Teil der Entwicklung."

"Aber wir arbeiten auf jeden Fall daran, und alle Zulieferer und Partner arbeiten unglaublich hart daran, wie wir die Situation verbessern können, wenn wir vorankommen."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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