Rallye Schweden: Ratschläge von FIA und WRC-Stars werden weiter ignoriert

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Rallye Schweden: Ratschläge von FIA und WRC-Stars werden weiter ignoriert
Autor:
Co-Autor: David Evans
21.02.2019, 14:27

Entgegen der Empfehlung von Michele Mouton und der führenden WRC-Piloten fahren bei der Rallye Schweden auch künftig historische Autos auf den WRC-Etappen

Die Rallye Schweden, die am vergangenen Wochenende zum 67. Mal ausgetragen wurde, hat seit einigen Jahren die Tradition, dass zwischen der Vormittags- und der Nachmittagsschleife der WRC-Boliden historische Rallye-Autos auf die Strecke geschickt werden. Dies wird sowohl von der FIA als auch von den WRC-Stars kritisiert, weil die Pisten dadurch Schaden nehmen würden.

Michele Mouton, bei der FIA als Sicherheitsbeauftragte für die Rallye-WM aktiv, hatte für die diesjährige Auflage der Schweden-Rallye eine Änderung angeregt. Demnach hätten die historischen Autos erst im Anschluss an die Nachmittagsschleife der WRC-Autos fahren sollen. Doch die Veranstalter hielten am bisherigen Zeitplan fest. Mehr noch: Sie wollen auch für die Zukunft daran festhalten.

"Ich verstehe nicht, warum sie das tun. Es schadet dem Wettbewerb", meint Toyota-Pilot Ott Tänak gegenüber 'MN'. Dass die historischen Autos, wenn sie später fahren würden, bei Dunkelheit auf die Strecke müssten, sieht Tänak aus seiner Sicht nicht als Problem an: "Wenn man in der Geschichte [der historischen Kategorie] zurückblickt, passierte immer alles erst am Abend."

Selbst Tänaks Toyota-Teamkollege Jari-Matti Latvala, der ein bekennender Fan historischer Rallye-Fahrzeuge ist und bei solchen Events regelmäßig selbst ins Lenkrad greift, findet, dass dieser Programmpunkt bei der Rallye Schweden nicht gut gehandhabt wird: "Die Pisten werden dadurch schwieriger. Nachdem die historischen Fahrzeuge gefahren sind, fällt es unglaublich schwer, das Auto in der Spur zu halten. Ich liebe diese Autos, aber müssen etwas tun."

Beim Veranstalter sieht man das jedoch anders. "Selbst ohne die historischen Autos würden die WRC-Autos immer noch hinter denen der JWRC fahren", argumentiert Glen Olsson, Chef der Rallye Schweden, und führt an: "Wenn die historischen Autos die Pisten beschädigen würden oder es Sicherheitsbedenken gäbe, würden wir uns das anschauen. Ich finde nicht, dass es dem WRC-Feld gegenüber unfair ist, was wir tun."

Für die diesjährige Ausgabe der Rallye Schweden hat man die Anzahl der am Mittag auf die Strecke geschickten historischen Autos von 63 auf 50 reduziert. "Das war der erste Schritt", räumt Olsson ein, will aber auch für die Saison 2020 am gewohnten Zeitplan festhalten: "Es ist auch eine Frage der Logistik und nicht zuletzt geht es darum, die Zuschauer zwischen den Schleifen [Vormittag und Nachmittag] bei Laune zu halten. Im nächsten Jahr werden wir es genauso handhaben."

Mit Bildmaterial von Audi.

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Autor Mario Fritzsche
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