WRC 2017: Sebastien Ogier freut sich auf „aggressiven Look“

Rallye-Weltmeister Sebastian Ogier hat die Interimsversion des VW Polo für die WRC-Saison 2017 bislang erst einmal getestet, frohlockt aber größtenteils angesichts der Aussichten.

In der Rallye-Weltmeisterschaft wird im kommenden Jahr ein neues Kapitel aufgeschlagen. Dank des im Sommer 2015 von der FIA verabschiedeten neuen Reglements werden die Autos in der WRC-Saison 2017 leistungsstärker und optisch spektakulärer daherkommen.

Der Luftmengenbegrenzer (Air Restrictor) für den 1,6-Liter-Turbomotor wird von 33 auf 36 Millimeter vergrößert. Damit wird das Leistungsniveau der WRC-Boliden an jenes der Autos aus der Tourenwagen-Weltmeisterschaft (WTCC) angepasst. In Zahlen ausgedrückt bedeutet das: Statt wie bisher rund 300 PS werden die WRC-Boliden künftig rund 380 PS auf die Straße bringen.

WRC 2017: Mehr Leistung, mehr Aero, mehr Sound

Hinsichtlich der Aerodynamik werden den in der Rallye-Weltmeisterschaft engagierten Herstellern beginnend mit der Saison 2017 mehr Freiheiten zugestanden. Der Überhang der Kotflügel wächst sowohl vorn als auch hinten. Der Heckflügel darf künftig deutlich wuchtiger ausfallen.

Rund um das Chassis wird eine Zone festgelegt, die eine Maximalbreite von 1.875 Millimetern vorgibt (aktuell 1.820 Millimeter). Die Gesamtlänge der WRC-Boliden muss künftig mindestens 3.900 Millimeter betragen. Zudem wird das Fahrzeuggewicht um 25 Kilogramm reduziert.

Neben den Anpassungen im Motorenbereich und hinsichtlich der Optik soll bei der neuen Generation der WRC-Boliden auch der Sound ansprechender sein. Der dreimalige und amtierende Weltmeister Sebastien Ogier freut sich schon jetzt auf die neue WRC-Generation. „Aus Fahrersicht sind die neuen Autos eine Verbesserung“, sagt Ogier im Gespräch mit Motorsport.com.

"Es wird sich kaum jemand beschweren"

Anhand der Eckdaten des neuen Reglements lässt Ogier wissen: „Wenn die Performance erhöht wird, wird es nicht viele Fahrer geben, die sich darüber beschweren. Ich glaube, mit ein bisschen mehr Aerodynamik können wir alle sehr gut leben. Zum einen wird dadurch die Performance erhöht, zum anderen bekommen die Autos einen aggressiveren Look.“

Was die Anpassungen am Motor betrifft, hätte der dreimalige Weltmeister, der aktuell auch der Tabellenführer in der WRC-Gesamtwertung 2016 ist, aber einen anderen Weg eingeschlagen“ „Wir bekommen mehr Motorleistung im oberen Drehzahlbereich, aber nicht mehr Drehmoment.“

„Mit mehr Drehmoment wäre die Traktion aus den Kurven heraus besser geworden und damit auch die Show“, bemerkt Ogier mit Blick auf die Tatsache, dass die Driftwinkel mit dem vorgesehenen Plus an Motorleistung nicht zwingend größer werden. Immerhin: „Die Autos werden sich aggressiver anhören. Der Sound des Motors im oberen Drehzahlbereich wird besser sein“, freut sich der Weltmeister in Diensten des Volkswagen-Werksteams.

 

Volkswagen hat im Hinblick auf 2017 bereits eine Interimsversion des Polo R WRC im Testbetrieb. Ogier hat dieses Autos bislang aber nur einmal getestet – und das bei nicht repräsentativen Bedingungen, wie er berichtet: „Ich fuhr das Auto einmal in Schweden, aber die Verhältnisse waren knifflig, weil es Neuschnee gab. Somit konnte ich kein echtes Gefühl für die Performance entwickeln.“

Dass das aktuelle Interimsmodell, das unter anderem vom zweimaligen Rallye-Weltmeister Marcus Grönholm entwickelt wird, noch lange nicht dem 2017er-Stand entspricht, macht Ogier nachdrücklich deutlich: „Es ist einfach ein Testfahrzeug, um dem Team Motorendaten an die Hand zu geben. Ich selbst weiß ehrlich gesagt gar nicht genau, woran das Technikerteam gerade arbeitet, aber dieser Polo ist noch weit von der endgültigen Version entfernt.“

Neben Volkswagen sind für die WRC-Saison 2017 auch Hyundai sowie Citroen und Rückkehrer Toyota werksseitig eingeschrieben.

Das Gespräch führte Jean-Philippe Vennin

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